Generic filters
FS Logoi

Emissionsarmes Verfahren zur Instandhaltung von Asbestzement-Druckrohrleitungen anerkannt

Als erstes und bisher einziges Inlinerverfahren in Deutschland ist Primus Line® Rehab von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) als emissionsarmes Verfahren zur Instandhaltung von Asbestzement-Druckrohrleitungen anerkannt. Primus Line® hat den Nachweis der geringen Exposition gemäß den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 519 erbracht. Damit steht Netzbetreibern bundesweit eine technisch und rechtlich zulässige sowie genehmigungsfreie Lösung zur Weiterverwendung von Asbestzement-Druckrohrleitungen zur Verfügung.

von | 13.11.24

Primus Line® Rehab ist als emissionsarmes Verfahren für die Instandhaltung von Asbestzementdruckleitungen anerkannt. Das Tragen entsprechender persönlicher Schutzausrüstung (PSA) ist selbstverständlich Pflicht
Bild: Primusline

Instandhaltungsarbeiten an Asbestbauprodukten dürfen nach der Gefahrstoffverordnung nur in Ausnahmefällen genehmigt werden – unter anderem, wenn es sich um ein emissionsarmes Verfahren für Tätigkeiten mit geringer Exposition nach Nr. 2.9 TRGS 519 handelt. Dieses muss durch Messergebnisse eine Faserexposition unterhalb der Grenzwerte nachgewiesen haben und kann von Behörden oder von den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung anerkannt werden.

Zu den durch das Institut für Arbeitsschutz (IFA) anerkannten emissionsarmen BT-Arbeitsverfahren zählt ab Beginn der Bausaison 2025 auch die grabenlose Instandhaltung von Asbestzement Druckrohrleitungen mit dem System Primus Line®, das damit bundesweit gültig ist.In den aktuellen Ergänzungen zur DGUV Information 201-012 „Asbestsanierung“ wird es in Kürze als bautechnisches Verfahren gelistet sein.

Ausgangssituation

Die Instandhaltung von Asbestzementleitungen (Az-Leitungen) hat in den vergangenen Jahren zu erheblichen politischen und rechtlichen Diskussionen geführt. Netzbetreibern und Kommunen wurden grabenlose Verfahren und damit die Pflicht zur Instandhaltung ihrer Az-Leitungsnetze verwehrt. Bayern hatte zwischenzeitlich sogar ein Verbot verhängt, weil es kein anerkanntes Verfahren gab, bei dem die Leitungen im Boden verbleiben durften. Dies führte bundesweit zu einer Verunsicherung hinsichtlich der Genehmigungsfähigkeit. Mittlerweile hat jedoch ein Umdenken stattgefunden und die Genehmigungsbehörden lassen zunehmend auch Instandhaltungsprojekte mit dem Primus Line® Rehab Inlinerverfahren zu. Voraussetzung dafür ist jedoch die Anwendung eines anerkannten emissionsarmen Verfahrens.

Diese bundesweit rechtlich bindende Voraussetzung zur Instandhaltung von Az-Leitungen ist nicht allen Betreibern und Bau-Dienstleistern bewusst: Werden die Vorgaben nicht beachtet, drohen den an der Freigabe und Umsetzung beteiligten Personen gemäß REACH-Verordnung strafrechtliche Konsequenzen. Deshalb ist die Anwendung eines anerkannten BT-Verfahrens zwingend notwendig, um gesetzeskonform an Az-Leitungen zu arbeiten.

Die Rädlinger primus line GmbH hat sich daher dem Genehmigungsverfahren zur Anerkennung eines BT-Verfahrens gestellt und eine Lösung erarbeitet. Als Ergebnis liegt nun für Netzbetreiber und Kommunen sowie Genehmigungsbehörden ein rechtssicheres Verfahren für die Instandhaltung von Az-Leitungen ab Rohrdurchmessern von DN 150 vor.

Vorteile für Betreiber

Ein großer Vorteil der grabenlosen Methode mit Primus Line® Rehab: Es werden nur zwei kleine Baugruben des zu instand haltenden Leitungsabschnitts benötigt. Dies mindert die Exposition von Asbestfasern massiv. Bild: Primusline

Die Anwendung dieses emissionsarmen Verfahrens zur Instandhaltung von Az-Leitungen mit Primus Line® bietet den Betreibern folgende Vorteile:

  • Für die Instandhaltungsmaßnahme besteht keine objektbezogene Anzeigepflicht mehr.
  • Um eine rechtlich problemlose Abwicklung zu garantieren, werden im Vorfeld der Baumaßnahme alle dazu relevanten Punkte geklärt.
  • Das Team der Rädlinger primus line GmbH bzw. deren geschulte Partner stehen zur Verfügung, um dieses Relining-Verfahren deutschlandweit anzuwenden.
  • Dem Betreiber stehen eine sachkundige Bauaufsicht sowie fachkundiges und geschultes Montagepersonal zur Verfügung.
  • Eine Gefährdung von Mitarbeitern, Anwohnern, Passanten und Umwelt durch Asbestkontaminierung besteht nachweislich nicht.
  • Das transportierte Medium, wie beispielsweise Trinkwasser, ist nach dem Relining vom Az-Rohr getrennt und die Bestandsleitung vom Innendruck entlastet.

Nachweisverfahren

Eine Kameraabnahmebefahrung der Az-Leitung stellt sicher, dass die Leitung frei und somit bereit zum Einzug des Inliners ist. Bild: Primusline

Ein akkreditiertes externes Messinstitut hat im Jahr 2023 drei separate Az-Instandhaltungsmaßnahmen der Rädlinger primus line GmbH messtechnisch begleitet. Alle drei Messbaustellen ergaben eine Faserzahlkonzentration von weit unter 2.500 Fasern pro Kubikmeter und lagen damit deutlich unterhalb der geforderten Akzeptanzschwelle. Damit ist der Nachweis der geringen Exposition erbracht. Auf den Baustellen wurde der gesamte Prozess von Primus Line® Rehab bemessen: von den vorbereitenden Arbeiten wie Reinigung und TV-Inspektion über den Einzug des Liners bis hin zu den Anschlussanbindungen.

Damit ist nachgewiesen, dass Primus Line® Rehab die Anforderungen an emissionsarme Verfahren gemäß TRGS 519 erfüllt. Darüber hinaus entspricht das Verfahren den in der DGUV-Information 201-012 formulierten Bedingungen.

(Quelle: Primus Line)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Ulrich Bohle ist neuer Leiter der DWA-Abteilung Wasser und Abfallwirtschaft
Ulrich Bohle ist neuer Leiter der DWA-Abteilung Wasser und Abfallwirtschaft

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) hat ihre Abteilung „Wasser- und Abfallwirtschaft“ neu besetzt: Seit dem 1. April steht Dr.-Ing. Ulrich Bohle (50) an der Spitze des Bereichs in der Bundesgeschäftsstelle in Hennef. Er folgt auf Dr. Friedrich Hetzel, der seit Jahresbeginn die neu geschaffene DWA-Stabsstelle „Wasserbewusste Raum- und Siedlungsentwicklung“ leitet.

mehr lesen
Neues induktives Schweißverfahren am deutschen Markt
Neues induktives Schweißverfahren am deutschen Markt

Brugg Pipes, Schweizer Hersteller von flexiblen und starren Rohrsystemen, führt im Frühjahr ein in der Schweiz seit Jahren etabliertes und weiterentwickeltes, patentiertes Schweißverfahren in Deutschland ein. Dieses wurde speziell für den Einsatz bei Kunststoffmantelrohrsystemen in der Fernwärme konzipiert.

mehr lesen
Geothermie-Machbarkeitsstudie in Wuppertal gestartet
Geothermie-Machbarkeitsstudie in Wuppertal gestartet

Das Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG und die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) führen ihre Zusammenarbeit zur Erforschung tiefer Geothermie fort. Ziel ist eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung von Erdwärme aus mehreren tausend Metern Tiefe als klimafreundliche Wärmequelle für Wuppertal.

mehr lesen
Deutsch-niederländische H2-Anbindung vereinbart
Deutsch-niederländische H2-Anbindung vereinbart

Der niederländische Verteilnetzbetreiber Cogas und die Thyssengas H2 GmbH haben eine Vereinbarung über den Bau eines sogenannten T-Stücks unterzeichnet, das an die geplante H2-Leitung von Vlieghuis nach Ochtrup angeschlossen werden soll. Damit wird erstmals eine Verbindung zwischen einem deutschen Fernleitungsnetzbetreiber und einem niederländischen Verteilnetzbetreiber geschaffen.

mehr lesen
Gemeindewerke Baiersbronn setzen auf digitale Dokumentation
Gemeindewerke Baiersbronn setzen auf digitale Dokumentation

Die Gemeindewerke Baiersbronn haben die Dokumentation ihrer Wasserinfrastruktur digitalisiert und setzen dabei auf eine zentrale, mobile Lösung zur Erfassung und Verwaltung der sogenannten Württemberger Schächte. Die Umstellung erfolgte mit Unterstützung der Softwarelösung von Tablano, die auf die digitale Dokumentation und Verwaltung kommunaler Infrastrukturen spezialisiert ist.

mehr lesen

Publikationen zum Thema

Überblick über die Rahmenbedingungen zu Wasserversorgungskonzepten in NRW

Überblick über die Rahmenbedingungen zu Wasserversorgungskonzepten in NRW

Autor: Von Beate Kramer, Frank Licht und Galina Paschkow
Themenbereich: Rohrleitungstechnik

Vor dem Hintergrund klimatischer Veränderungen gewinnt die Aufgabe der Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung immer mehr an Bedeutung. Darauf hat der Gesetzgeber in Nordrhein-Westfalen mit der Pflicht der Kommunen zur Vorlage eines ...

Zum Produkt

Praxisorientiertes Risikomanagement in der Wasserversorgung

Praxisorientiertes Risikomanagement in der Wasserversorgung

Autor: Von Esad Osmancevic
Themenbereich: Rohrleitungstechnik

Das Thema „Kontinuität der Wasserversorgung“ ist in den Grundsätzen und Zielen des Betriebs der Wasserversorgungsanlagen verankert. Des Weiteren ist eine störungsfreie Wasserlieferung von der Wasserqualität, den Wassermengen, dem Personal und der ...

Zum Produkt

Die Unterschiede der GFK-Schlauchliner – vom Freispiegelkanal zur Trinkwasserleitung

Die Unterschiede der GFK-Schlauchliner – vom Freispiegelkanal zur Trinkwasserleitung

Autor: Von Dr. Nils Füchtjohann
Themenbereich: Rohrleitungstechnik

Bereits über Jahrzehnte sind GFK-Schlauchliner im Abwasserbereich etabliert. Seit wenigen Jahren halten sie auch zunehmend Einzug in den Trinkwasserbereich. Hygienisch, nachhaltig und projektsicher – für die grabenlose Sanierung von ...

Zum Produkt