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Generalentwässerungsplan: Kamerabefahrung von Regenwasserkanälen

In der letzten Woche unterstützte der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) die nord-niedersächsische Gemeinde Moordorfs (Ortsteil der Gemeinde Südbrookmerland) bei einer Videoinspektion eines Teils ihrer Niederschlagswasserkanäle im Rahmen einer digitalen Dokumentation des Kanalnetzes. Die Zustandsbewertung der Infrastruktur dient der Erstellung eines Generalentwässerungsplans (GEP).

von | 02.12.24

Videoinspektion eines Regenwasserkanals in der Gemeinde Moordorfs
Michael Veh/OOWV

Rund 12,5 km Kanalnetz waren laut OOWV im Vorfeld bereits gespült und so von 50 m3 Sand und Sediment befreit worden, was einem Volumen von 50.000 Litern Wasser entspreche.

Spülwagen pumpen die Kanäle frei

Die Befahrung sei jedoch nicht ohne Hindernisse von statten gegangen, wie Michael Veh, OOWV-Regionalleiter für den Landkreis Aurich berichtet. Bislang noch ungereinigte Gräben des Kanalnetztes führten dazu, dass für die Videoaufnahmen Wasser, das sich noch im System befunden habe, habe abgepumpt werden müssen.

Nach dem Einsatz von Spülwagen kamen „sogenannte Blasen – vergleichbar mit Luftballons, die den gesamten Kanal ausfüllen“ zum Einsatz, mit dem Ziel, den Wasserzulauf zu stoppen, wie der OWWV weiter schildert.

 

Wasser strömt in den Kanal

„Unser Ziel war es, den Zustand der Kanäle zu erfassen, Beschädigungen zu dokumentieren, das Eindringen von Wurzeln zu erkennen und illegale Anschlüsse zu registrieren“, erklärt Michael Veh den Zweck der Maßnahme. „Die Witterung hat das leider nicht in dem Maße zugelassen, wie sich das alle Beteiligten gewünscht haben. Trotzdem haben wir in der Woche Daten sammeln können, die wir für weitere Arbeiten benötigen“, kommentiert er das schlechte Wetter mit viel Regen und nachlaufendem Niederschlagswasser von Straßeneinläufe und Hausanschlüsse.

GEP: Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes erfassen

Mit dem am Ende der verschiedenen Maßnahmen stehenden Generalentwässerungsplan wird eine Leistungsfähigkeitsberechnung des Kanalnetzes vorliegen, der laut OOWV zwar keine Änderungen am bestehenden Netz mit sich bringe, „jedoch Verbesserungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten“ aufzeige.

Der Verband informiert darüber, dass „Niederschlagswasserkanalsysteme für normale, maximal fünf- bis zehnjährige Regenereignisse (Niederschlag in einer Menge, der statistisch alle fünf bis zehn Jahre vorkommt) und damit für solche, die nicht zur Überlastung des Kanals führen“ ausgelegt sind.

Geplant ist, die Gräben und Rückhaltebecken bis kommenden Frühling auszubaggern und „die ehemalige Leistungsfähigkeit des Systems“ wiederherzustellen und nach den ersten Niederschlägen das errechnete Modell mit den Messdaten zu kalibrieren.

(Quelle: OOWV, Fotos: Michael Veh/OOWV)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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