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Geothermie-Machbarkeitsstudie in Wuppertal gestartet

Das Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG und die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) führen ihre Zusammenarbeit zur Erforschung tiefer Geothermie fort. Ziel ist eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung von Erdwärme aus mehreren tausend Metern Tiefe als klimafreundliche Wärmequelle für Wuppertal.

von | 30.03.26

Ein Vibro-Truck dient zur Erkundung geothermischer Potenziale
Foto: DMT, Essen

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie werden geologische Daten ausgewertet und modelliert, um das Potenzial hydrothermaler Quellen im Stadtgebiet einzuschätzen. Aufbauend auf einer Potenzialanalyse von 2023 sollen die Grundlagen für mögliche Erkundungsbohrungen oder seismische Untersuchungen geschaffen werden. Im Fokus stehen wasserführende Massenkalke aus dem Devon, die im Norden der Stadt in großer Tiefe vorkommen und aufgrund hoher Temperaturen für die Erdwärmenutzung infrage kommen.

„Die Machbarkeitsstudie dient uns als Entscheidungsgrundlage, ob und wie wir unser Projekt weiterverfolgen können. Viele technische und wirtschaftliche Fragen sind noch offen“, betont Dominik Pröpper, Leiter Erzeugung Strom und Fernwärme der WSW Energie & Wasser AG. „Wenn die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Nutzung gegeben sind, kann die tiefe Geothermie ein zukunftsweisender Baustein für eine sichere und klimafreundliche Wärmeversorgung in Wuppertal sein.“

Landesweite Datenbasis stärkt Geothermie-Vorhaben

Die Untersuchung profitiert von landesweiten Vorarbeiten im Rahmen des „Masterplans Geothermie NRW“. Der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen hat seismische Messungen entlang des Westfälischen Hellwegs und im östlichen Ruhrgebiet durchgeführt, die auch Bereiche im nördlichen Wuppertal abdecken. Die ausgewerteten Daten fließen in regionale Modelle ein und unterstützen kommunale Wärmeplanungen.

„Erdwärme bietet eine stabile, klimafreundliche und lokale Wärmequelle. In der Analyse aus 2023 konnten wir erarbeiten, dass ein Potenzial im Wuppertaler Norden und Nordosten vorliegt. Nun prüfen wir, wie dieses Potenzial zuverlässig erschlossen werden kann. Gleichzeitig betrachten wir, welche weiteren Erkundungsmaßnahmen nötig sind, um Geothermie in Wuppertal effizient zu nutzen“, so Laureen Benoit, Projektleiterin am Fraunhofer IEG.

Ausblick bis Ende 2026

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden für Ende 2026 erwartet. Bei positivem Ergebnis möchten die WSW laut Pröpper die Geothermie im kommenden Jahrzehnt nutzen. Die Wuppertaler Stadtwerke verfügen seit Ende 2024 über eine Erlaubnis der Bezirksregierung Arnsberg zur Aufsuchung von „Erdwärme“ zu gewerblichen Zwecken. Das Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

(Quelle: WSW)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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