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Grabenlose Kanalsanierung in Backnang mit TIP-Verfahren

In der Stuttgarter Straße in Backnang hat die Sanierungstechnik Dommel GmbH im Auftrag der Stadtentwässerung Backnang drei beschädigte Mischwasserhaltungen erneuert – ohne Tiefbau und ohne Verkehrschaos. Zum Einsatz kam das Tight-In-Pipe-Verfahren (TIP), das neue, langlebige Rohrmodule direkt in das bestehende Kanalnetz integriert. Die Maßnahme umfasste rund 100 m Kanallänge und zeigt, wie moderne Sanierungstechnik Effizienz, Nachhaltigkeit und Betriebssicherheit vereint.

von | 26.01.26

Kanalsanierung im TIP-Verfahren in Backnang
Foto: Sanierungstechnik Dommel

Im Zuge einer grabenlosen Sanierungsmaßnahme hat die Sanierungstechnik Dommel GmbH in der Backnanger Innenstadt drei stark beschädigte Kanalhaltungen in der Stuttgarter Straße instandgesetzt. Beauftragt wurde das Unternehmen von der Stadtentwässerung Backnang nach einer  Ausschreibung im Frühjahr 2025. Die Bauausführung erfolgte im Sommer desselben Jahres unter laufendem Stadtverkehr.

Die betroffenen Abschnitte des Mischwasserkanals – zwei Leitungen DN 300 und eine Leitung DN 350 – waren durch Undichtigkeiten, Risse, Rohrbrüche, Versätze und Wurzeleinwüchse erheblich beeinträchtigt. Aufgrund der innerstädtischen Lage und des hohen Verkehrsaufkommens entschied sich die Stadtentwässerung für das grabenlose Tight-In-Pipe-Verfahren (TIP). Dieses Verfahren, auch Einzelrohrlining ohne Ringraum genannt, erlaubt die Sanierung von Leitungen, ohne bestehende Trassen freizulegen.

Innovative Sanierung mit Polypropylenrohren

Bei der Baumaßnahme wurden neue statisch selbsttragende Rohrmodule aus Polypropylen (DN/OD 285 x 13,0 und DN/OD 340 x 15,0) direkt in die Altrohre eingezogen. Eine vorgeschaltete Kalibrierhülse stellte dabei Deformationen und Versätze zurück, sodass wieder ein kreisrunder Leitungsverlauf entstand. Durch die enge Einpassung reduziert sich der Querschnitt nur minimal und die hydraulische Leistungsfähigkeit bleibt nahezu vollständig erhalten. Die verwendeten Rohre sollen eine technische Nutzungsdauer von mehr als 80 Jahren haben und sind gegenüber chemischer wie mechanischer Belastungen besonders widerstandsfähig.

Einsatz des TIP-Verfahrens: Mithilfe der grabenlosen Methode wurden drei stark beschädigte Kanalhaltungen auf einer Länge von rund 104 m saniert

 

Anschlussarbeiten und Qualitätssicherung

Wiederherstellung der Schachtgerinne nach Abschluss der Arbeiten

Im Rahmen der Sanierung wurden vier Anschlüsse neu angebunden. Drei Anschlüsse DN 150 wurden im Harzinjektionsverfahren hergestellt, ein Anschluss DN 250 über einen Einschweißsattel. Ein weiterer, vorhandener Anschluss DN 150 wird in einem späteren Schritt im Zuge einer offenen Bauweise erneuert. Die Arbeiten wurden kameragestützt überwacht und dokumentiert. Eine Vor- und Nachbefahrung belegte die vollständige Wiederherstellung der Funktionalität und Dichtheit.

Auch vorbereitende Maßnahmen trugen zum Erfolg der Sanierung bei: Die Gerinne der Zugangsschächte mussten für den Rohreinbau teilweise zurückgebaut und nach Abschluss der Arbeiten in Klinkerbauweise wiederhergestellt werden. Eine umfassende Reinigung und Fräsung beseitigte zuvor Ablagerungen und Hindernisse im Kanal.

Effiziente Baukoordination im Stadtzentrum

Da sich die Baumaßnahme im stark frequentierten Bereich der Stuttgarter Straße befand, wurde die Verkehrsführung sorgfältig koordiniert. Nur punktuelle Sperrungen von Fahrspuren und Parkflächen waren erforderlich, wodurch die Einschränkungen für Anwohnerinnen, Anwohner und Passanten gering blieben. Während der Arbeiten stellte die Sanierungstechnik Dommel die Abwasserableitung über eine temporäre Abflusslenkung mit leistungsstarken Pumpen und Schlauchbrücken sicher – ohne Unterbrechung des Kanalbetriebs.

Arbeiten im Stadtzentrum bei laufendem Verkehr

 

Nachhaltigere Stadtentwässerung

Das Projekt in Backnang belegt, dass das TIP-Verfahren eine technisch und wirtschaftlich überzeugende Sanierungslösung für komplexe Schadensbilder darstellt. Es reduziert Bauzeiten, schont Ressourcen und vermeidet Eingriffe in den Straßenraum. Für Kommunen bietet die Methode eine zukunftssichere Möglichkeit, Alterungs- und Schadensprozesse im Kanalnetz effizient zu beheben – mit langer Haltbarkeit und minimalem Eingriff in den urbanen Alltag.

(Quelle und alle Bilder: Sanierungstechnik Dommel)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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