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Hamburg Wasser: Langer Abschnitt des Eppendorf-Stammsiels nach Sanierung wieder im Betrieb

124 Rohrelemente, 28 Wochen Bauzeit, Entwässerung für rund 200.000 Menschen im Hamburger Stadtteil Hoheluft: Das gemauerte Mischwasser-Siel aus den Vorkriegsjahren 1937 und 1938 hat eine umfangreiche Verjüngungskur erhalten. Jetzt ist die Maßnahme beendet – früher als zunächst geplant.

von | 17.04.26

Stephan Bollmann von Hamburg Wasser unter dem Schachteinstieg vor der Vorflut
Bild: Hamburg Wasser / Jörg Böthling

Frisch saniertes Eppendorf-Stammsiel: Anfang des 300 m langen Teilstücks: Bild: Hamburg Wasser / Jörg Böthling

Der betreffende Sanierungsabschnitt liegt im Lehmweg Höhe Hoheluftbrücke bis Klosteralleebrücke. Notwendig war die Maßnahme, weil das Siel Schäden aufgewiesen hatte. Spezielle Inspektionen und Zustandserfassungen, die Hamburg Wasser zur Erhaltung des Sielsystems regelmäßig durchführt, zeigten das Schadensbild: Fugenauswaschungen, Wurzeleinwüchse sowie defektes Mauerwerk mit Abplatzungen waren erkennbar. Im Hinblick auf die anstehenden Bauarbeiten zur U5-Haltestelle Hoheluft hat Hamburg Wasser die Sanierung des Kanals auf einer Länge von rund 300 m Ende März fertig umgesetzt.

Sanierung mittels Rohrlining-Verfahren

Für das Verfahren zur Renovierung des Eppendorf-Stammsiels haben sich die Experten von Hamburg Wasser für das sogenannte Rohrlining entschieden: Neue, kleinere Rohrelemente mit einer Länge von jeweils 2,35 m wurden in den vorhandenen 2 m hohen und 1,55 m breiten Kanal eingebaut. Die Elemente wurden Stück für Stück über ca. 5x 3 m große Baugruben in das alte Siel gehievt. Nach der Sanierung hat das Eppendorf-Stammsiel immer noch eine Höhe von 1,81 m und eine Breite von 1,36 m.

Projektleiter Stephan Bollmann von Hamburg Wasser sagt: „Das sogenannte Rohrlining ist ein bewährtes Verfahren, das sich zur Sanierung des Eppendorf-Stammsiels sehr gut eignet. Nachdem die Rohrelemente an ihre endgültige Position verfahren wurden, schieben Fachkräfte sie mit speziellen Muffenverbindungen zu einer ganzen Länge zusammen. Der Hohlraum, der nach dem Einsetzen des Rohr-in-Rohr-Systems entstanden ist, muss im Anschluss noch verfüllt werden.“ Bei der Auswahl der Rohrmaterialien kommen nur Rohre mit Korrosionsschutz zum Einsatz. „Dies verhindert frühzeitige Schäden durch Schwefelsäure und Gase, die sich im Siel bilden“, erklärt Bollmann weiter.

Ein weiterer Vorteil des Rohrlinings ist die geringe Auswirkung auf den Verkehr: Minimalinvasiv braucht es nur kleine Baugruben, um die einzelnen Rohrelemente in das bestehende Sie einzuheben. In diesem Fall haben zwei Baugruben ausgereicht, um den rund 300 m langen Abschnitt zu sanieren. Zudem ist das Verfahren etabliert, ökonomisch und umweltfreundlich. Baumwurzeln oder andere Leitungen im Untergrund werden nicht beeinträchtigt während des Bauens. Weitere offene Baugruben müssen nur für Anschlussleitungen errichtet werden oder um zufließende Siele mit den neuen Leitungen zu verbinden. Besonders erfreulich: Trotz des harten Winters musste Hamburg Wasser mit dieser Baumaßnahme nur kurz pausieren. Mehr noch: Die Bauarbeiten konnten früher abgeschlossen werden als zunächst geplant.

Während der gesamten Maßnahme war die Abwasserentsorgung sichergestellt. Dafür sorgt bei Maßnahmen wie dieser die Einrichtung einer sogenannten Vorflut: Diese funktioniert bei einer Kanalsanierung als eine Redundanz, um das weiterhin anfallende Abwasser weiterhin sicher ableiten und am Ende dem Klärwerk Hamburg zuführen zu können.

(Quelle: Hamburg Wasser)

Mehr über diese Sanierungsmaßnahme lesen Sie in Kürze in der aktuellen Ausgabe 04-05/2026 im Praxisbericht.

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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