In Hof und Jena arbeiteten kommunale Praxispartner, Technikunternehmen und Forschungseinrichtungen eng zusammen, um zukunftsfähige Lösungen für eine klimaresiliente Wasserwirtschaft zu entwickeln. Koordiniert wurde das Projekt durch die Hochschule Hof, deren Institut für nachhaltige Wassersysteme (inwa) die wissenschaftliche Leitung innehatte. Von hier aus wurden die Beiträge aller Beteiligten zu einem leistungsfähigen Gesamtsystem vereint.
Intelligente Steuerung statt Betonbecken
Das Herzstück des Projekts liegt in Jena: Zwei groß dimensionierte Edelstahlklappen im Hauptsammler werden digital gesteuert und künftig von einer KI geregelt. Das System verarbeitet Messwerte, Modellierungen und Wetterdaten, um zu entscheiden, ob Wasser im Kanalnetz gespeichert oder abgeleitet werden soll – und vermeidet so Überflutungen ebenso wie das Austrocknen von Leitungen.
„Wir wollten zeigen, dass man mit bestehenden Netzen arbeiten kann, ohne gleich neue Rückhaltebecken errichten zu müssen“, sagt Robert Köllner, stellvertretender Werkleiter von JenaWasser. „Die intelligente Steuerung macht unser Kanalnetz flexibler und robuster gegenüber Extremwetter.“
Seit September 2025 läuft das System dort im Echtbetrieb – ein wichtiger Schritt von der Forschung in die Praxis, betonen die Beteiligten aus Hof und Jena.
Wissenstransfer als Schlüssel
Neben der technischen Entwicklung stand für die Forschenden der Wissenstransfer im Fokus. Das Team untersuchte Entscheidungsprozesse in kommunalen Betrieben: Welche Erwartungen bestehen an KI-Systeme? Welche Chancen und Hürden gibt es?
Eine bundesweite Online-Befragung von 154 Fachleuten ergab: Intelligente Kanalnetzsteuerung gilt als notwendiger Schritt zur Klimaanpassung. Gleichzeitig wurden Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Ressourcenknappheit und der Wunsch nach transparenter KI hervorgehoben. Hof lieferte hier wichtige wissenschaftliche Impulse für die Praxis.
Abschluss in Jena: Forschung trifft Anwendung
Zum Projektabschluss trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Fachverbänden und Ingenieurbüros in Jena. Bei einer Live-Demonstration im Kanalnetz zeigte das Team von JenaWasser, wie das System Stauraum aktiviert, Abflüsse drosselt und Spülwellen auslöst.
Ein zentrales Ziel von InSchuKa 4.0 sei nicht „nur die technische Entwicklung, sondern auch der Transfer in die kommunale Praxis“ gewesen, wie die Projektbeteiligten betonen. Daher seien Entscheidungsprozesse in Stadtwerken und Verwaltungen untersucht worden. Man habe herausfinden wollen, welche Erwartungen an KI-gestützte Steuerungssysteme bestehen und welche Chancen und Hürden existieren.
Ausblick: Hof und Jena bleiben vernetzt
Auch nach Projektende bleibt die Kooperation zwischen Hof und Jena bestehen. Die Partner planen, die entwickelten Konzepte weiterzuführen, Schulungen für Betriebspersonal zu etablieren und die KI-Algorithmen zu verbessern.
Aus der Koordination in Hof ist eine dauerhafte Plattform für klimaresiliente Wasserwirtschaft entstanden – und Jena zeigt mit seiner Praxisumsetzung, wie Innovationen aus Forschung und Anwendung zusammenfinden.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Günter Müller-Czygan
Hochschule Hof
(Quelle: Hochschule Hof/Rainer Krauß)









