Generic filters
FS Logoi

Klimawandel und Wasserversorgung: Digitales Tool für Ermittlung künftiger Bedarfe

Im Rahmen eines von der Metropolregion Nordwest geförderten Projektes haben Wasserversorger, Kommunen und Dienstleister zwei Jahre lang kleinteilig Trinkwasserbedarfe analysiert. Im Ergebnis haben sie ein digitales Tool entwickelt und beispielhaft erprobt, mit dem künftige Trinkwasserbedarfe eingeschätzt werden können.

von | 14.06.24

Bei der Abschlussveranstaltung im OOWV-Museum Kaskade in Diekmannshausen freuen sich die Projektpartner über die gelungene Zusammenarbeit
Foto: Matthias Wittschieben/OOWV

Auf Grundlage gemeinsamer Daten vom Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV), der SWB AG, des Wasser- und Abwasserverband Osterholz und des Wasserverband Wesermünde fanden Untersuchungen in den Kommunen Bassum, Berne, Bremen, Ganderkesee, Hambergen, Loxstedt, Twistringen und Zetel statt. Diese steuerten anonymisierte demografische Daten auf kleinräumiger Ebene bei.

„Bislang fassen Wasserversorger größere Gebiete zusammen, um in diesen den Wasserverbrauch zu analysieren, beispielsweise für ganze Gemeinden“, so Julia Puvogel aus der Abteilung Wasserbewirtschaftung und -rechte beim OOWV. „Wir haben die innerörtlichen Gebiete in ein Raster aus Quadraten mit 500 m Seitenlänge eingeteilt und die Bedarfe in diesen Felden berechnet.“

Diese Vorgehensweise ermöglichte es den Wasserversorgern, sich ein genaueres Bild davon zu machen, in welchen Siedlungsformen welche Bedarfe vorliegen. Von Nutzen sind diese Daten auch für Raum- und Städteplaner, welche sie per WMS-Kartendienst direkt genutzt können.

Prognosen durch intelligente Datenverknüpfung

Um Wasserbedarfe künftig ermitteln zu können, verknüpft eine digitale Anwendung auf intelligente Weise Wasserverbrauchsdaten mit den Demografie- und Klimadaten der beteiligten Kommunen.

„Das Tool soll helfen zukünftige Trinkwasserbedarfe privater Haushalte kurzfristig und kleinräumig differenziert, etwa auf Quartiersebene, vorherzusagen“, beschreibt Projektleiter Dr. Kolja Hesse vom OOWV die Idee. „Damit soll auch eine frühzeitige Abstimmung wasserwirtschaftlicher und kommunaler Planungen unterstützt werden. Die ist aufgrund des sich verändernden Klimas und den notwendigen Klimaanpassungsstrategien der Kommunen dringend geboten.“

Ergebnis des Projekts ist auch ein besseres Verständnis für einen sensibleren Umgang mit der Ressource Wasser innerhalb kommunaler Wachstumsprozesse. Auch konnte gezeigt werden, dass auf Basis unterschiedlichster Eingangsdateneigenschaften ein gemeinsamer Datenstandard hergestellt und zu einem weiterführenden Nutzen verwendet werden kann – wie bei der Beantragung notwendiger Wasserrechte zur Versorgung der Bevölkerung.

(Quelle: OOWV)

Hintergrundinformationen zum Thema Wasserversorgung und Klimawandel finden Sie hier.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Wärmewende: Studie bestätigt Rolle von Wärmepumpen und Wärmenetzen
Wärmewende: Studie bestätigt Rolle von Wärmepumpen und Wärmenetzen

Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE und Öko-Institut haben die zweite Ausgabe ihrer Studie zur kommunalen Wärmeplanung vorgelegt. Darin haben sie die Ergebnisse aus rund 380 Wärmeplänen von etwa 940 Kommunen ausgewertet. Die Untersuchung bestätigt, dass Wärmepumpen und Wärmenetze die tragenden Säulen der künftigen Wärmeversorgung in Deutschland bilden, zeigt jedoch weiterhin Lücken bei den Annahmen zu Gebäudesanierung, Biomasseeinsatz und industrieller Prozesswärme.

mehr lesen
Behörde benennt Prüfstelle für Niederschlagswasser an Bahnanlagen
Behörde benennt Prüfstelle für Niederschlagswasser an Bahnanlagen

Das Eisenbahn-Bundesamt hat das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur als Prüfstelle für dezentrale Niederschlagswasserbehandlungsanlagen an Bahnanlagen benannt, wie das Institut am 5. August mitgeteilt hat. Hersteller können die Reinigungsleistung ihrer Systeme damit künftig für den Einsatz an Gleisanlagen nachweisen lassen, wo neben Schwermetallen auch Herbizide im Abfluss auftreten können.

mehr lesen
CO2-Bilanzierungsregeln bestimmen Wirtschaftlichkeit von Elektrolyseanlagen
CO2-Bilanzierungsregeln bestimmen Wirtschaftlichkeit von Elektrolyseanlagen

Forschende der Universität Mannheim haben berechnet, wie sich CO₂-Bilanzierungsregeln auf die Wirtschaftlichkeit von Power-to-Gas-Anlagen auswirken. Die im Nature Communications veröffentlichte Studie nimmt dabei die Perspektive gewinnorientierter Unternehmen ein. Die Ergebnisse zeigen: Strenge Regeln bieten ausreichende Investitionsanreize bei Renditen von 8 bis 15 Prozent, garantieren aber keinen kohlenstoffarmen Wasserstoff. Weniger strenge Regeln erhöhen die Renditen auf bis zu 23 Prozent.

mehr lesen
WONKa: Bundesnetzagentur ordnet Wasserstoffnetzkosten und Kapitalverzinsung neu
WONKa: Bundesnetzagentur ordnet Wasserstoffnetzkosten und Kapitalverzinsung neu

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 29. Juli ein Verfahren zur Neuregelung der Netzkosten und der Kapitalverzinsung für Wasserstoffnetze eingeleitet. Die „Festlegung für einen Wasserstoff-Ordnungsrahmen zu den Netzkosten und Methoden der Kapitalverzinsung” (WONKa) löst die bisherige „Verordnung über die Kosten und Entgelte für den Zugang zu Wasserstoffnetzen“ (WasserstoffNEV) ab und soll eine Regelungslücke bei den Zinssätzen für die Kapitalverzinsung schließen. Sie soll für die Kostengenehmigungsverfahren ab dem Jahr 2028 in Kraft treten. Ein Konsultationsentwurf ist für Dezember angekündigt.

mehr lesen
Erfolgreiche Kanalsanierung ist kein Zufall
Erfolgreiche Kanalsanierung ist kein Zufall

Schlauchlining ist eines der wichtigsten Verfahren der grabenlosen Kanalsanierung. Doch was entscheidet darüber, ob aus einem bewährten Verfahren auch eine dauerhaft erfolgreiche Sanierungsmaßnahme wird? Genau dieser Frage widmet sich der 24. Deutsche Schlauchlinertag am 8. September 2026 im Kongress Palais Kassel.

mehr lesen

Publikationen zum Thema