Das Kanalrohr mit integriertem Wärmetauscher trägt den Namen Perfect X-Change Pipe und baut auf dem Müller Perfect Pipe Rohr auf. Die optimierte Fußrohrgeometrie und der PE-HD-Liner sorgen laut Hersteller für eine hohe statische Belastbarkeit. Der Liner schütze zusätzlich vor aggressiven Abwässern und vor biogener Schwefelsäurekorrosion. Zudem komme die Verlegung ohne aufwendige Zwickelverdichtung aus.
Neu ist die Integration des Wärmetauschers in die Rohrwand. Dadurch verringert sich der Abflussquerschnitt nicht, und die Kanalreinigung läuft uneingeschränkt weiter. Eine visuelle Kontrolle entlang des gesamten Rohrumfangs bleibt im Rahmen der Eigenkontrollverordnung jederzeit möglich.

Rendering des Wärmetauschersrohrs im Boden (© Bernhard Müller Betonsteinwerk GmbH)
Auch im nicht begehbaren Bereich lässt sich ab einer Nennweite von DN 300 Wärme zurückgewinnen. Das Wärmetauscherrohr liegt direkt hinter dem PE-HD-Liner und ermöglicht so einen möglichst direkten Wärmeübergang. Weil die Aktivität von Mikroorganismen wie Thiobakterien mit steigender Abwassertemperatur zunimmt, verbindet das Rohr Korrosionsschutz und Wärmerückgewinnung in einer Konstruktion.
Wärmepumpe macht die Energie aus dem Kanal nutzbar
Ein spiralförmig verlaufendes Wärmetauscherrohr durchzieht die Wandung der Perfect X-Change Pipe. Ein Wärmeträgermedium zirkuliert darin, während die Abwärme des vorbeiströmenden Abwassers es erwärmt. Eine nachgeschaltete Wasser-Wasser-Wärmepumpe wandelt diese thermische Energie in nutzbare Wärme um. Kommunen können die Wärmepumpe im Keller eines öffentlichen Gebäudes oder eines Wohnquartiers installieren.
Eine intelligente Rohrkopplung verbindet Vor- und Rücklauf über mehrere Perfect X-Change Pipes hinweg. So lässt sich die Wärmeenergie einer gesamten Kanalhaltung nutzen. Die Wärme wird direkt an der Anschlussstelle am Schacht entnommen. Später lassen sich weitere Gebäude an das bestehende System anschließen.
Kommunen zeigen Interesse an der Wärmerückgewinnung
Auf der IFAT 2026 in München wurde die Perfect X-Change Pipe erstmals vorgestellt. Kommunen und öffentliche Auftraggeber zeigten dabei Interesse an der Lösung.
„Mit dieser Lösung rennen wir bei den Kommunen offene Türen ein, denn die Kommunen müssen die Wärmewende schaffen”, sagte Geschäftsführer Joachim Strack im Interview mit dem FBS auf dem Messestand.
Wohnquartiere, Produktionsstätten sowie öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser können die Wärme aus dem Abwasser für eine dezentrale Energieversorgung nutzen. Die Energie steht kontinuierlich zur Verfügung. Kommunen können die Perfect X-Change Pipe bereits in der kommunalen Wärmeplanung berücksichtigen.






