Das Baureferat (Gartenbau) rechnet dabei mit Kosten von bis zu knapp 100.000 Euro pro Baum. Diese entstehen laut Stadt vor allem durch Planung, Bauarbeiten und Leitungsverlegungen. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf rund 1,8 bis 2,3 Mio. Euro.
„Angesichts der hohen Kosten ist die sorgfältige Wasserversorgung des geplanten Stadtgrüns besonders wichtig“, sagt Dr. Daniel Trauth, Geschäftsführer des Smart-City-Unternehmens dataMatters. Sein Unternehmen schlägt vor, die Bewässerung mithilfe künstlicher Intelligenz zu steuern. „Es geht darum, die Bäume im heißen Sommer vor dem Austrocknen zu schützen, ohne zu viel Wasser zu verschwenden“, erläutert Trauth.
Vernetzte Bäume mit digitalen Sensoren
Das von dataMatters entwickelte System „Urban Tree Intelligence“ basiert auf Sensoren, die in die Bäume integriert werden. Sie messen unter anderem die Feuchtigkeit im Xylem – dem Leitgewebe, das Wasser und Nährstoffe transportiert – und senden die Werte per Funk an ein zentrales Datensystem. Dort analysiert eine KI die Daten und gibt Empfehlungen für gezielte Bewässerungsfahrten.

Datenanalyse mittels KI. Quelle: dataMatters
„Am besten werden die Jungbäume von Anfang an mit Sensoren ausgestattet, um ein optimales Wachstum durch optimierte Bewässerung mittels Urban Tree Intelligence zu gewährleisten“, so Trauth. Die Technik soll nicht nur aktuelle Messwerte auswerten, sondern auch Wetterprognosen berücksichtigen. „Wenn bald Regen angesagt ist, braucht schließlich nicht kurz zuvor gewässert werden“, erklärt der Geschäftsführer.
Bäume mit „Persönlichkeit“
Damit nicht jeder Baum mit einem eigenen Sensor ausgestattet werden muss, greift das System auf ein KI-Modell mit sogenannten „Baumpersönlichkeiten“ zurück. Diese werden anhand von Art, Standort, Bodenprofil und Sonnenexposition erstellt. Sensorwerte einzelner Bäume lassen sich dadurch auf andere mit ähnlichen Merkmalen übertragen.
Für die ersten Baumkategorien liegen bereits Zeitpläne vor: Ab diesem Herbst sollen in der Sendlinger Straße sechs Bäume gepflanzt werden, weitere folgen 2027 an Frauen-, Peters- und Marienplatz sowie in der Dienerstraße. In den Jahren 2028 und 2029 sind zusätzliche Pflanzungen in Neuhauser, Kaufinger- und Augustinerstraße vorgesehen. Für die dritte Kategorie hat die Stadt noch keinen Termin genannt.
Das Projekt ist Teil der Bemühungen Münchens, auf die zunehmende Hitzeentwicklung in der Innenstadt zu reagieren und digitale Technologien gezielt für den Klimaschutz einzusetzen.
Zum Video „Urban Tree Intelligence“
(Quelle: dataMatters)









