Das Forschungsprojekt WaTsup (Wärmegewinnung aus Trinkwasser: sicher und praktikabel) ist im Mai gestartet. Das Vorhaben soll das bislang ungenutzte Potenzial von Trinkwasser als regenerative Wärmequelle für die Wärmewende erschließen. Gleichzeitig sollen die Anforderungen an Trinkwasserhygiene und Versorgungssicherheit erhalten bleiben. Nun haben die Projektpartner die Anlage zur Wärmegewinnung aus dem Trinkwassernetz in Betrieb genommen.
Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung gehört zu den zentralen Aufgaben der kommenden Jahrzehnte. In dicht besiedelten Gebieten stehen für Geothermie und andere erneuerbare Wärmequellen häufig nur begrenzte Flächen zur Verfügung. Trinkwassernetze bieten dagegen eine flächendeckend vorhandene Infrastruktur mit einem vergleichsweise stabilen Temperaturniveau.
Das Projekt WaTsup untersucht, wie sich Wärme aus Trinkwasser künftig sicher, wirtschaftlich und nachhaltig nutzen lässt. Neben dem Beitrag zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung kann die Technologie den klimawandelbedingten Temperaturanstieg im Trinkwasserverteilnetz begrenzen.
Vier Fallstudien liefern Praxisdaten
Die Forschungsarbeiten stützen sich auf insgesamt vier Fallstudien. Die neue Pilotanlage in Lüneburg dient als Demonstrations- und Forschungsstandort für den Einsatz der Technologie unter realen Betriebsbedingungen.
Ergänzend begleitet das Projektteam zwei bestehende Anlagen in Warringholz und Neumünster wissenschaftlich. Am Beispiel Bremen untersucht das Projekt zudem das Potenzial einer großskaligen Wärmegewinnung aus Trinkwasser für die Versorgung ganzer Quartiere.
Mit den vier Fallstudien sollen wissenschaftliche, technische und betriebliche Erkenntnisse entstehen, die eine sichere und breite Anwendung der Technologie in Zukunft unterstützen.
Zahlreiche Partner begleiten das Projekt
Neben den vier Projektpartnern unterstützen zahlreiche Wasserversorgungsunternehmen, Stadtwerke, Verbände und Netzbetreiber das Vorhaben als assoziierte Partner. Zur Inbetriebnahme der Pilotanlage in Lüneburg kamen unter anderem der niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Christian Meyer, sowie Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch.






