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Pilotanlage gewinnt Wärme aus dem Trinkwassernetz

Auf dem Gelände eines Wasserwerks in Lüneburg ist am 24. Juli eine Pilotanlage zur Wärmegewinnung aus Trinkwasser in Betrieb gegangen. Die Inbetriebnahme markiert einen Meilenstein im Forschungsprojekt WaTsup, in dem IWW Zentrum Wasser und Ostfalia Hochschule gemeinsam mit den Versorgungsunternehmen Avacon Wasser und swb Services zusammenarbeiten. Ziel ist es, Trinkwassernetze künftig als regenerative Wärmequelle für die Wärmewende zu erschließen.

von | 30.07.26

Vertreter von Avacon, BDEW, Land Niedersachsen und Stadt Lüneburg nehmen die Pilotanlage zur Wärmegewinnung aus Trinkwasser in Betrieb.
© Avacon GmbH
Pilotanlage gewinnt Wärme aus dem Trinkwassernetz

Das Forschungsprojekt WaTsup (Wärmegewinnung aus Trinkwasser: sicher und praktikabel) ist im Mai gestartet. Das Vorhaben soll das bislang ungenutzte Potenzial von Trinkwasser als regenerative Wärmequelle für die Wärmewende erschließen. Gleichzeitig sollen die Anforderungen an Trinkwasserhygiene und Versorgungssicherheit erhalten bleiben. Nun haben die Projektpartner die Anlage zur Wärmegewinnung aus dem Trinkwassernetz in Betrieb genommen.

Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung gehört zu den zentralen Aufgaben der kommenden Jahrzehnte. In dicht besiedelten Gebieten stehen für Geothermie und andere erneuerbare Wärmequellen häufig nur begrenzte Flächen zur Verfügung. Trinkwassernetze bieten dagegen eine flächendeckend vorhandene Infrastruktur mit einem vergleichsweise stabilen Temperaturniveau.

Das Projekt WaTsup untersucht, wie sich Wärme aus Trinkwasser künftig sicher, wirtschaftlich und nachhaltig nutzen lässt. Neben dem Beitrag zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung kann die Technologie den klimawandelbedingten Temperaturanstieg im Trinkwasserverteilnetz begrenzen.

Vier Fallstudien liefern Praxisdaten

Die Forschungsarbeiten stützen sich auf insgesamt vier Fallstudien. Die neue Pilotanlage in Lüneburg dient als Demonstrations- und Forschungsstandort für den Einsatz der Technologie unter realen Betriebsbedingungen.

Ergänzend begleitet das Projektteam zwei bestehende Anlagen in Warringholz und Neumünster wissenschaftlich. Am Beispiel Bremen untersucht das Projekt zudem das Potenzial einer großskaligen Wärmegewinnung aus Trinkwasser für die Versorgung ganzer Quartiere.

Mit den vier Fallstudien sollen wissenschaftliche, technische und betriebliche Erkenntnisse entstehen, die eine sichere und breite Anwendung der Technologie in Zukunft unterstützen.

Zahlreiche Partner begleiten das Projekt

Neben den vier Projektpartnern unterstützen zahlreiche Wasserversorgungsunternehmen, Stadtwerke, Verbände und Netzbetreiber das Vorhaben als assoziierte Partner. Zur Inbetriebnahme der Pilotanlage in Lüneburg kamen unter anderem der niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Christian Meyer, sowie Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch.

 

(Quelle:  IWW Wasserforschung /2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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