Im Rahmen eines Pilotprojekts verwendet Bochum erstmals Steinwolle zur Wasserspeicherung. Dieses Material kann Regenwasser aufnehmen und es nach und nach an die angrenzenden Bäume abgeben. Unter der Straßenoberfläche funktionieren die mit Steinwolle gefüllten Rigolen wie ein unterirdischer Schwamm. Sie versorgen die Bäume in Trockenphasen mit Feuchtigkeit und tragen durch Verdunstung zur Abkühlung des Mikroklimas bei. Die Rigolen verlaufen mittig in der Straße und betonen so den Alleecharakter noch stärker. Damit das Regenwasser dorthin gelangt, wurde die Straßenoberfläche leicht zur Mitte hin geneigt, sodass das Wasser in die dort angelegten Mulden fließt.
Künftig sollen rund 100 Bäume von diesem Wasserspeicher profitieren; überschüssiges Wasser fließt in den Marbach ab.
Trotz der umfangreichen Erfahrung Bochums mit Schwammstadt-Projekten – etwa an der Hattinger und der Castroper Straße – bringt der Umbau der Alleestraße neue Herausforderungen mit sich. Besonders die Herstellung der Rigolen-Systeme erfordert innovative Bauweisen, da unter der Straße Bauschutt und zahlreiche Versorgungsleitungen liegen.
Der Untergrund ist dadurch zu instabil für klassische Bauverfahren. Abhilfe schafft ein sogenannter Flüssigboden, der den Untergrund zunächst stabilisiert. Nach seiner Aushärtung kann der Boden für die Rigolen ausgehoben werden. Diese Bauweise wurde von der Stadt Bochum gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen entwickelt und gilt als wegweisend für zukünftige Projekte.
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(Quelle: Stadt Bochum)









