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Seewassernutzung für Wärmepumpentechnologie am Genfer See

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Autor: Kathrin Mundt

Seewassernutzung für Wärmepumpentechnologie am Genfer See
Die vormontierte Leitung wurde 20 km über den Genfer See zum Einsatzort gezogen. Fotos: Hydrokarst Swiss

Das Arbeitgeberzentrum „Centre Patronal“ ist eine Schweizer Arbeitgeberorganisation mit Sitz in Lausanne. Die Stadt liegt am Genfer See im französischsprachigen Schweizer Kanton Waadt. Um der CO2-Neutralität ein Stück näher zu kommen, investierte man in eine zukunftsträchtige Umwelttechnologie.

Mit der Nutzung des Tiefenwassers aus dem Genfer See kann nun umweltschonend geheizt und gekühlt werden. AGRU Kunststofftechnik lieferte für die Seewassernutzung passende Rohrleitungen aus dem Hochleistungskunststoff PE 100-RC. Die Berufstaucher der Schweizer Firma Hydrokarst Swiss installierten die Rohrleitung und senkten sie auf den Seegrund ab.

See und Flüsse als Wärmespeicher

Das Funktionsprinzip der Seewassernutzung ist einfach erklärt: Mittels Wärmepumpe wird dem Wasser Energie entzogen, die durch Verdichtung auf ein höheres, nutzbares Temperaturniveau angehoben wird. Dabei wird ein Vielfaches der für die Wärmepumpe eingesetzten elektrischen Leistung als Wärme erzeugt und der Energieaufwand für die Heizung um bis 50 % gesenkt. Mit Seen und großen Flüssen stehen bisher kaum genutzte, gigantische Wärmespeicher zur Verfügung. Dabei kann selbst ein zugefrorener See im tiefen Winter umweltfreundliche Heizenergie liefern. Das Prinzip der Wärmepumpe verwendet man auch zum Kühlen und kann damit stromfressende Klimaanlagen komplett einsparen.

Genfer See zum Kühlen und Heizen

Der Genfer See liegt an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich. Er ist der größte See in beiden Ländern. Seine mit 310 m tiefste Stelle liegt vor der Stadt Lausanne. Hier befindet sich das Arbeitgeberzentrum Centre Patronal. Es investiert in eine neue Anlage, die das Wasser des Genfer Sees zur Kühlung und Heizung des Gebäudes nutzt. Dazu wird Tiefenwasser angesaugt, mit Wärmepumpentechnik erwärmt oder gekühlt und nach der Nutzung wieder dem See zugeführt.

AGRU lieferte gedrückte Bögen für die Seewassereinlaufleitung

800 m Rohrleitung aus PE-100 RC

AGRU lieferte für die von September 2020 bis März 2021 laufenden Bauarbeiten insgesamt 800 lfm AGRULINE Rohrleitung mit Außendurchmessern von 500 mm in SDR 11.
Die mit der Verlegung beauftragte Firma Hydrokarst Swiss verschweißte im Mündungsdelta der Rhone, des wasserreichsten Flusses Frankreichs, die von AGRU angelieferten Rohrstangen zu Einlauf- und Auslaufleitungen. AGRU lieferte beeindruckende Sonderteile, wie beispielsweise 6 m hohe, gedrückte Bögen, die sich durch sehr geringen Fließwiderstand auszeichnen. Die fertig montierte Leitung wurde mit Betonballast versehen und über eine Distanz von 20 km bis zum Einsatzort auf der Wasseroberfläche gezogen. Um Knickstellen zu vermeiden, senkten die Spezialtaucher die Leitungen in einer S-förmigen Kurve bis auf 80 m Tiefe ab. Dort herrscht ganzjährig eine annähernd konstante Temperatur zwischen 4 und 8 °C, die ideal geeignet zum Betrieb einer Wärmpumpe ist.

Markus Ebster, Leiter BU XXL Piping Systems erzählt: „Der Wettbewerb für dieses spannende Projekt war groß, AGRU punktete durch Qualität, Engineering und technischen Support während der Planung und Realisierung. Wir konnten bereits vor Beginn den Planer von den Vorteilen unserer vollwandextrudierten Kunststoffrohrlösung gegenüber der ursprünglich geplanten GFK-Rohre überzeugen. Das Ende der fossilen Brennstoffe ist absehbar, AGRU liefert die Technologie aus technischem Kunststoff für eine klimaneutrale Energieversorgung.“

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