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Studie: Kabel-Pipeline-Transportsystem kann Energie effizienter nutzen

Eine am 11. September veröffentlichte Kurzstudie der Beratungsgesellschaft E-Bridge im Auftrag von AquaVentus Förderverein e.V. kommt zu dem Ergebnis, dass der Ertrag erneuerbarer Windenergie in weit entfernte Regionen durch eine „integrierte Vernetzung mittels einer Kombination aus Pipeline und Kabel“ erhöht werden kann. Gleichzeitig sei es möglich, die Erzeugungs- und Transportkosten für grünem Wasserstoff deutlich zu senken, was unter anderem eine Kostensenkung beim Ausbau der Transportinfrastruktur mit sich bringe.

von | 17.09.24

Kombinierte Anschlusskonzepte: Die Abriegelung von Offshore-Strom wird deutlich verringert, da der Strom direkt auf See in H2 umgewandelt wird
Foto: AquaVentus

Kombinierte Anschlusskonzepte für mehr Leistung bei Transportinfrastruktur

Bei der Errechnung des „höchsten sozioökonomischen Nutzen verschiedener Anschlusskonzepte“ zeigt die Studie „Bewertung von Anschlusskonzepten für weit entfernte Offshore-Windgebiete in der deutschen Nordsee für eine effiziente Energiewende“ die effizienteste Lösung mit „einer kombinierten Anbindung von Offshore-Windparks via der im H2-Kernnetz verankerten Pipeline AquaDuctus sowie Stromkabeln in geringerer Dimensionierung“ (für Offshore-Windparks auf See in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone AWZ) auf:

„Durch „Kombinierte Anschlusskonzepte“ wird die Abriegelung von Offshore-Strom (Curtailment) deutlich verringert, weil der Strom direkt auf See in Wasserstoff umgewandelt und per AquaDuctus-Pipeline ins H2-Kernnetz abtransportiert wird“, so AquaVentus zu den Ergebnissen. „In Zeiten hoher Strompreise wird allerdings ein Teil der Energie als Strom zum Festland transportiert. Weiterhin wird in Phasen von Stromüberschuss und geringen sowie negativen Strompreisen mehr Wasserstoff produziert. Denn: Kombinierte Anschlusskonzepte machen den bidirektionalen Energiefluss in zwei Richtungen erst möglich. Diese Nutzung optimiert Auslastung sowohl der Offshore-Elektrolyseure als auch der Transportinfrastruktur erheblich, wie die Studie zeigt.“

Bedeutung für die Energiewende

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Erlöspotenzial wasserstoffzentrierter kombinierter Anschlusslösungen im Vergleich zu einer reinen Strom- oder Wasserstoffanbindung wesentlich höher ausfällt, was die „gesellschaftlich zu tragenden Kosten für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie in der Nordsee um rund 31 Milliarden Euro verringern könne.

Um den Weg für dieses Nutzungskonzept freizumachen, engagiert sich der AquaVentus-Vorsitzende Jörg Singer für eine Änderung des Wind-See-Gesetzes (WindSeeG):

„Die Studie zeigt klare Handlungsempfehlungen: Wir brauchen erstens eine gesetzliche Änderung, um diese sozioökonomischen Potentiale heben zu können. In allen anderen Nordsee-Anrainerstaaten ist das möglich. Als zweites benötigen wir weitere Anstrengungen, um die Technologie der Wasserstofferzeugung auf See in großer Skalierung zu ermöglichen.“

Die Bundesregierung strebt an, 1 GW Offshore-Wasserstoffproduktion aus der Nationalen Wasserstoffstrategie zu erreichen, was laut Singer zunächst „Offshore-Pilotanlagen inklusive einer zielgerichteten Anschubfinanzierung, ein leistungsfähiges Auktionsdesign für Flächen wie SEN-1 mit der Projektrealisierung im Mittelpunkt sowie eine klare Perspektive“ erfordern würde.

Die Studie kann hier abgerufen werden.

(Quelle: AquaVentus)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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