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Südfriedhof Leipzig: Langlebiger Gasliner seit 2003

Vor über 20 Jahren setzte die Netz Leipzig GmbH auf dem Südfriedhof in Leipzig erstmals auf eine grabenlose Sanierung von Gasleitungen unter Einsatz eines Inliner-Systems – aus heutiger Sicht ein frühes Beispiel für den erfolgreichen Einsatz moderner Sanierungstechnik unter besonderen Rahmenbedingungen wie dem Denkmalschutz.

von | 23.03.26

Damals wie heute wird das Drahtseil für die Liner-Installation bei der Kamerabefahrung mit eingezogen
© Leipziger Gruppe

Im Herbst 2003 erneuerten die Leipziger Stadtwerke gemeinsam mit der damals neu gegründeten Rädlinger primus line GmbH eine mehr als 1 km lange Gasleitung DN 300, die unter dem denkmalgeschützten Friedhof verläuft. Eine offene Bauweise kam wegen der geschützten Parkanlage nicht infrage. Stattdessen wurde das Inlinersystem Primus Line® eingesetzt – ein Verfahren, das den Einzug eines flexiblen Liners in das bestehende Rohr ermöglicht, ohne dieses auszugraben.

Holger Thieme, damals wie heute Abteilungsleiter Netzbetrieb Gas bei Netz Leipzig, fasst die Gründe für die Verfahrenswahl mit „schnell, unkompliziert und geringer Aufwand“ zusammen. Schnell, weil die Sanierung innerhalb weniger Tage durchgeführt werden konnte, unkompliziert und geringer Aufwand, da dafür nur wenige und relativ kleine Baugruben notwendig waren. Das Altrohr konnte an Ort und Stelle verbleiben. Trotz der technischen Herausforderungen – darunter die Reinigung stark inkrustierter Altrohre aus den 1950er Jahren – verlief das Projekt erfolgreich. Die Leitung ist bis heute in Betrieb und wird mit 3 bar Druck betrieben.

„Die sanierte Gasleitung ist nach wie vor mit einem Druck von 3 bar in Betrieb“, so Thieme. „Es gab in über 20 Jahren keine Schäden. Die Leitung wird zweimal pro Jahr an den Riechrohren entsprechend dem DVGW-Regelwerk kontrolliert. Einen Gasaustritt konnten wir nicht feststellen, es findet also kaum Permeation statt.“

Sehr hohe Einzugskräfte bei flachen Linern: Die Anlieferung auf der Trommel erfolgt mittlerweile mit U-förmig gefaltetem Liner

Auch für den Hersteller brachte das Pilotprojekt wertvolle Erkenntnisse. So wurden Einzugskräfte, Reinigungsverfahren und Installationsabläufe seither kontinuierlich weiterentwickelt. Der Liner wird heute in U-Form gefaltet, mit Umlenkrollen und Drallfängern eingezogen und durch optimierte Frästechnik besser vorbereitet.

Der auf dem Südfriedhof verlegte Gas-Liner hat fast die Hälfte seiner vorgesehenen Lebensdauer von 50 Jahren erreicht – ohne Störungen oder Materialschäden, so das Fazit. Das Projekt gilt für Rädlinger primus line und die Netz Leipzig als Beleg dafür, dass grabenlose Verfahren gerade in sensiblen oder geschützten Umgebungen eine langlebige und umweltverträgliche Lösung darstellen.

(Quelle Rädlinger primus line / Bilder: © Leipziger Gruppe)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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