Generic filters
FS Logoi

Unterschätzte Überflutungsszenarien im Zusammenhang mit Bautätigkeiten

Kleinräumig und lokal auftretende Starkregenereignisse gefährden nicht nur existierende, sondern auch im Entstehen begriffene urbane Strukturen. Urbane Transitionen, damit verbundene Aktivitäten und deren Umgebungen bedürfen des Überflutungsschutzes, denn die Gefahr durch Starkregen ist allgegenwärtig und wird in einer durch den Klimawandel geprägten Zukunft noch intensiver.   Bautätigkeiten als Ursache für bis dato unbekannte Überflutungshotspots Konkret […]

von | 12.04.21

Überflutete Baugrube (links im Bild) und oberflächliche Fließwege während der Baumaßnahme

Kleinräumig und lokal auftretende Starkregenereignisse gefährden nicht nur existierende, sondern auch im Entstehen begriffene urbane Strukturen. Urbane Transitionen, damit verbundene Aktivitäten und deren Umgebungen bedürfen des Überflutungsschutzes, denn die Gefahr durch Starkregen ist allgegenwärtig und wird in einer durch den Klimawandel geprägten Zukunft noch intensiver.

 

Bautätigkeiten als Ursache für bis dato unbekannte Überflutungshotspots

Konkret sollen hier Bautätigkeiten und die damit verbundenen, oft temporären infrastrukturellen Änderungen betrachtet werden, die entscheidenden Einfluss auf den urbanen Wasserhaushalt haben können. Man denke an Absperrungen und/oder Umleitungen in Kanalsystemen, die hydraulische Überrechnungen im Rahmen eines Generalentwässerungsplans (GEP) ungültig werden lassen können. Auch oberflächliche Veränderungen, wie massive temporäre Verbauungen z. B. aus Spund-wänden, Betonformteilen usw. zum Zwecke der Verkehrsumleitung und -sicherung, Hangsicherung o. ä., können neben ihrem eigentlichen Zweck auch eine massive Änderung der Oberflächenabflusscharakteristiken des Gebietes um eine Baustelle verursachen. Des Weiteren können auch gemeinhin weniger mit Überflutung in Verbindung gebrachte Umstände wie z. B. temporär zwischengelagerter Erdaushub ähnliche Folgen nach sich ziehen.

Ein auf einen solchen Transitionszustand treffender lokaler Starkregen kann verheerende Folgen haben. Nicht nur für die Bautätigkeit selbst (volllaufende Baugruben, Abtrag von zu erhaltenden Bodenschichten, Überflutungsschäden an Ausrüstung und Baumaterial, und nicht zuletzt die hohen durch Ausfallzeiten verursachte Kosten), sondern auch für die in der Entwicklung befindliche Stadt in der näheren oder sogar weiteren Umgebung der Baustelle. Durch ein Zusammenspiel von temporären oberflächen- und kanal-abflusstechnischen Änderungen mit persistenten urbanen Gegebenheiten können sich also Überflutungshotspots auch in weiterer Entfernung von der Baustelle ergeben, die massives Risiko und Schädigungspotential bergen, aber dem Stadtplaner zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch gar nicht bekannt sind.

 

Identifikation von Gefährdungshotspots, Risikoanalyse und Optimierung von Gegenmaßnahmen

3D-Modell des betroffenen Einzugsgebietes mit Darstellung der kritischen Wasserstände

Für dieses Problem existiert eine Lösung. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Bautätigkeiten im Zeit-alter von Klimawandel und vermehrt auftretenden Starkregenereignissen ist möglich: ++SYSTEMS von tandler.com erlaubt eine vollständig bi-direktional gekoppelte, hydraulische Überrechnung des Kanals und der Oberfläche des entsprechenden urbanen Gebiets, beaufschlagt mit einer Auswahl möglicher lokalisierter Starkregenereignisse.

Durch eine solche Analyse können u. a. zwei grundsätzlich verschiedene Arten von Problem-situationen aufgedeckt, analysiert und behoben werden:

  1. Oberflächliche Abflussgegebenheiten führen zu Gefährdungssituationen durch Wasser, das den Kanal nie erreicht hat (wie 2016 in Simbach am Inn aufgetreten) und
  2. Durch entsprechend temporär geänderte kanalabfluss- und oberflächenabfluss-technische Gegebenheiten kommt es zu einer (Teil-)Überlastung des Kanal-systems, Austrittsereignissen von Wasser, ein entsprechend weiterer Abfluss des ausgetretenen Wassers auf der Oberfläche und zu damit verbundenen oberflächlichen Schäden.

Mit ++SYSTEMS sind Anwender aber nicht auf Analysen des Ist-Zustandes beschränkt. Sind Gefahren und Hotspots identifiziert, können mit damit mögliche Lösungsansätze generiert werden: entsprechend geänderte Szenarien für Kanalsperrungen und -Umleitungen, sowie oberflächliche temporäre Verbauungen können überrechnet, analysiert und optimiert werden. Eine ebenfalls mit ++SYSTEMS mögliche zusätzliche Risikoanalyse erlaubt die Berücksichtigung kritischer Infrastrukturelemente und anderer urbaner Assets. Kindergärten, Altenheime, aber auch Industrieanlagen, wertvolle Baudenkmäler und weitere kritische Infrastrukturen können so mit erhöhter Priorität geschützt werden.

Das Ergebnis ist eine Baustelle, die selbst für Starkregenereignisse gerüstet ist, und die zusätzlich ihre unmittelbare und auch weiter entfernte Umgebung keiner verstärkten Gefahr durch Starkregenereignisse aussetzt. Der Einsatz von ++SYSTEMS führt also zu einer massiven Reduktion der durch Starkregen verursachten Kosten und nicht zuletzt zum Schutz von Leib und Leben der Bevölkerung.

 

Kontakt

 tandler.com GmbH

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Überflutete Baugrube (links im Bild) und oberflächliche Fließwege während der Baumaßnahme

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Kommunen bekämpfen Wassermangel durch anhaltende Trockenheit mit fünf Maßnahmen
Kommunen bekämpfen Wassermangel durch anhaltende Trockenheit mit fünf Maßnahmen

Sinkende Pegel an Rhein und Donau haben die Wasserversorgung deutscher Kommunen unter Druck gesetzt. Die Stadt Stuttgart hat deshalb seit Ende Juni die Wasserentnahme aus Flüssen und Seen eingeschränkt. Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat prognostiziert, dass mehr als die Hälfte der Kommunen im Land den Trinkwasser-Spitzenbedarf bis 2050 unter heutigen Bedingungen nicht mehr decken kann. Deshalb hat Drees & Sommer Maßnahmen für Kommunen und Industrie zusammengestellt, mit denen sich Wasserverluste im Leitungsnetz senken und Ressourcen mehrfach nutzen lassen.

mehr lesen
Horizontalspülbohrung schließt Lücke in Wasserstoff-Pipeline unter dem Dortmund-Ems-Kanal
Horizontalspülbohrung schließt Lücke in Wasserstoff-Pipeline unter dem Dortmund-Ems-Kanal

Thyssengas stellt für eine Wasserstoff-Pipeline im Münsterland eine 2009 unterbrochene Kanalquerung wieder her. Das neue Stück der Coesfeld-Rinkerode Leitung entsteht im Horizontalspülbohrverfahren unter dem Dortmund-Ems-Kanal. Bei einer Baustellenbesichtigung haben sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft am 16. Juli über den Fortschritt der Arbeiten informiert. Insgesamt rüstet der Netzbetreiber eine 45 Kilometer lange ehemalige Mineralölleitung auf den Transport von Wasserstoff um.

mehr lesen
IKT sucht kommunale Vorbilder:  „Goldener Kanaldeckel 2026“ – jetzt bewerben
IKT sucht kommunale Vorbilder: „Goldener Kanaldeckel 2026“ – jetzt bewerben

Das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur schreibt zum 19. Mal den Preis „Goldener Kanaldeckel“ aus. Ausgezeichnet werden Mitarbeiter:innen von Stadtentwässerungen, Tiefbauämtern und Stadtwerken, die mit einem konkreten Projekt die kommunale Abwasserwirtschaft vorangebracht haben. Bewerbungen und Vorschläge können bis zum 31. August 2026 eingereicht werden.

mehr lesen
Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre
Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre

Zahlreiche Kunststoffrohrleitungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren haben ihre ursprünglich auf 50 Jahre veranschlagte Mindestlebensdauer erreicht. Netzbetreiber stehen deshalb vor der Entscheidung, ob sie ihre Rohrsysteme weiter nutzen oder sanieren. Um Betreiber bei der Frage zu unterstützen, hat das Kunststoff-Zentrum SKZ ein Prüf- und Analyseverfahren entwickelt. Mit diesem können Netzbetreiber den tatsächlichen Zustand der Rohrsysteme bewerten und Investitionen gezielter planen. 

mehr lesen

Publikationen zum Thema