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Abwasserwärme nutzen: Broschüre gibt praktische Hilfestellung

Die Gewinnung von Wärme aus Abwasser gilt als wichtiger Baustein für die Wärmewende in Nordrhein-Westfalen. Die Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz NRW.ENERGY4CLIMATE hat nun eine Broschüre herausgegeben, die Kommunen und Unternehmen Möglichkeiten für die Umsetzung entsprechender Projekte aufzeigt.

von | 17.11.25

Aus warmem Abwasser lässt sich Wärme wiedergewinnen
Quelle: Unsplash/Caleb Wright

Mit Wärmetauschern und Wärmepumpen lässt sich die Energie aus warmem Abwasser zurückholen und zum Heizen von Gebäuden nutzen. Wie die Initiative „Abwasserwärme NRW“ festhält, stehen „Unternehmen und Kommunen vor vielen Fragen“, wenn sie Projekte dieser Art umsetzen möchten: „Wer muss mit ins Boot? Wer trägt welche Kosten? Welche Verträge werden benötigt?“

Vorhabenträgern soll mit der neuen Broschüre „Betreibermodelle für Abwasserwärmeprojekte in Kanälen“, für die Fachleute aus Kanalnetzbetrieben, Stadtwerken, Wohnungswirtschaft und Technologielieferanten ihre Erfahrungen gebündelt haben, der Einstieg in das Thema erleichtert werden. Die konkrete Aufgabenverteilung bei der Nutzung von Abwasserwärme und damit das zugrunde liegende Betreibermodell hängen laut „Abwasserwärme NRW“ stark von den kommunalen Gegebenheiten ab.

Unabhängig von der jeweiligen Organisationsform ist jedoch stets ein zentraler Akteur beteiligt: der Kanalnetzbetreiber. Ihm gehört das Kanalnetz, in dem das energetisch nutzbare Abwasser fließt, und er muss daher in jedes Projekt eingebunden werden, so die Initiative weiter.

Praktische Umsetzung: Welche Wege gibt es?

Je nach Struktur und Verantwortlichkeiten nennt „Abwasserwärme NRW“ verschiedene Wege, die Aufgaben zu verteilen. Eine Möglichkeit besteht darin, einen erfahrenen Contractor zwischen Wärmekunde und Kanalnetzbetreiber einzuschalten. Dieser übernimmt die Investitionen in die Technik, regelt die vertraglichen Beziehungen zu beiden Seiten und sorgt so für eine reibungslose Umsetzung – wie beim Projekt Quartier LÜCK in Köln-Ehrenfeld.

Alternativ kann der Kanalnetzbetreiber eine eigene Tochtergesellschaft gründen, die speziell mit der Planung, Umsetzung und dem Betrieb solcher Anlagen betraut ist. In diesem Fall wird zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft eine Nutzungsvereinbarung über den Einsatz der Wärmetauscher im Kanal geschlossen. Als Beispiel für dieses Modell nennt „Abwasserwärme NRW“ die Abwasserwärmenutzung am Seniorenheim Westerholz in Dortmund.

In einigen Städten liegen Energieversorgung und Kanalbetrieb wiederum in einer Hand, nämlich bei den Stadtwerken, wie die Broschüre weiter informiert. Diese Doppelfunktion erleichtert die Koordination und führt zu effizienteren Prozessen, wie das Beispiel Mönchengladbach zeigt. Dort versorgt das städtische Energieunternehmen den Kunden – hier das Immobilienunternehmen Catella – über einen Wärmeliefervertrag.

Die Broschüre stellt darüber hinaus weitere Modelle, Praxisbeispiele und Handlungsempfehlungen bereit, die von der Vertragsgestaltung bis zur technischen Umsetzung reichen.

 

Zur Broschüre

 

(Quelle: NRW.ENERGY4CLIMATE)

 


 

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