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DWA-Entwässerungspass: Klarheit beim Umgang mit Grundstücksentwässerungsanlagen

Der Entwässerungspass der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) schafft einheitliche Standards und mehr Rechtssicherheit im Umgang mit Grundstücksentwässerungsanlagen. Angesichts unterschiedlicher landesrechtlicher und kommunaler Vorgaben sowie steigender Anforderungen an Betrieb, Nachweisführung und Objektschutz bietet die DWA mit dem im November 2025 veröffentlichten Instrument eine praxisnahe Lösung für Eigentümer, Kommunen und Fachbetriebe.

von | 01.06.26

Grundstücksentwässerung: Der DWA-Entwässerungspass sorgt für mehr Klarheit
© MWB

Undichte Anlagen bergen erhebliche Risiken für Boden, Grundwasser und Infrastruktur: Exfiltration kann Gewässer verunreinigen, Infiltration erhöht die Belastung von Kanalnetzen und Kläranlagen und kann zu Schäden an Gebäuden führen. Zudem steigt durch Starkregen die Überflutungsgefahr. Entsprechend gewinnen Rückstausicherung, regelmäßige Prüfungen und belastbare Zustandsnachweise an Bedeutung – auch für Industrie- und Gewerbebetriebe mit zusätzlichen Anforderungen wie dem Betrieb von Abscheideranlagen.

Die wichtigsten Fakten zum Entwässerungspass

Der DWA-Entwässerungspass dient als standardisiertes Nachweis- und Kontrollsystem zur strukturierten Erfassung, Bewertung und Dokumentation von Anschlusskanälen und Grundstücksentwässerungsanlagen. Grundlage ist eine bundesweit einheitliche Checkliste, die technische und rechtliche Anforderungen zusammenführt. Damit lassen sich Zustand und Funktionsfähigkeit nachvollziehbar dokumentieren, Prüfzyklen transparent abbilden und gesetzliche Vorgaben nach Wasserhaushaltsgesetz und Landesrecht einfacher erfüllen.

Ausgestellt werden darf der Entwässerungspass ausschließlich von nach RAL-GZ 968 zertifizierten Fachbetrieben. Das Gütezeichen steht für geprüfte Fachkompetenz sowie kontinuierliche Eigen- und Fremdüberwachung. Kommunen, Ingenieurbüros oder Eigentümer selbst sind nicht ausstellungsberechtigt.

Die Nachweispflicht kann insbesondere Privateigentümer, aber auch Gewerbe, Industrie und öffentliche Einrichtungen betreffen. Dann müssen sie den ordnungsgemäßen Zustand ihrer Anlagen sicherstellen und regelmäßig prüfen lassen. Der Entwässerungspass fungiert dabei als anerkanntes Dokument gegenüber Behörden sowie bei Immobilientransaktionen. Für Aktualisierung und Fortschreibung gelten die jeweiligen landes- und kommunalrechtlichen Fristen; ergänzend kann DIN 1986-30 herangezogen werden (in der Regel 20 Jahre, bei nachweislich geprüften Neuanlagen bis zu 30 Jahre).

Praxisbeispiele aus kommunalen Netzwerken zeigen, dass standardisierte Checklisten und modulare Pässe die Umsetzung erleichtern, Transparenz schaffen und Risiken sowie Folgekosten deutlich reduzieren können.

Aus der Praxis: Zuleitungskanalüberwachung in Kassel Mucahit Özgür (oben) und Tino Pingel (unten), beide Kasselwasser

„Laut Statistiken befindet sich der überwiegende Teil von Grundstücksentwässerungen in einem schlechten Zustand“, halten Dipl.-Ing. Mucahit Özgür (Foto r.o.) und Dipl.-Ing. Tino Pingel (Foto r.u.) von Kasselwasser in ihrem Fachbericht in der 3R 01/02-2026 fest. „Dies bestätigen optische Inspektionen von Zuleitungskanälen in Kassel der letzten 18 Jahre von rund 5.000 Grundstücken und einer inspizierten Länge von rund 165 km: Die Schadensquote liegt bei etwa 70 %. Auf Grundlage der gesetzlichen Vorgaben lässt Kasselwasser bürgerfreundlich die privaten Abwasserleitungen in einen ordnungsgemäßen Zustand versetzen. Nach Abschluss der Arbeiten erhalten die Grundstückseigentümer den Entwässerungspass als Nachweis für den ordnungsgemäßen Zustand.“

Hier geht es zum kostenlosen Download des Fachberichts Zuleitungskanalüberwachung in Kassel – von der Untersuchung bis zum Entwässerungspass von Mucahit Özgür und Tino Pingel (erschienen in der 3R 01/02-2026):

 

Fachbericht herunterladen

 

Der Entwässerungspass als Qualitätsmerkmal für Sicherheit, Daniela Muhly, MWB – Mittelhessische Wasserbetriebe, GießenNachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit

„Zuleitungskanäle bilden das Bindeglied zwischen privaten Grundstücksentwässerungsanlagen und dem öffentlichen Kanalnetz“, betont Dipl.-Ing. (FH) Daniela Muhly (Foto re.) von den Mittelhessischen Wasserbetrieben Gießen in ihrem Fachbericht in der 3R 04/05-2026. „Sie bestehen aus den Grundleitungen und dem Anschlusskanal bis zur Anbindung an den öffentlichen Kanal und übernehmen eine zentrale Funktion bei der ordnungsgemäßen Abwasserableitung und dem nachhaltigen Schutz des Grundwassers.“

Hier geht es zum kostenlosen Download des Fachberichts Der Entwässerungs-Pass – Qualitätsmerkmal für nachhaltige, sichere und wirtschaftliche Abwasserentsorgung von Daniela Muhly (erschienen in der 3R 04/05-2026):

 

Fachbericht herunterladen

 

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