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Extremwetter im Sommer 2025: Wirtschaftliche Folgen für die EU-Länder

Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen haben im Sommer 2025 rund ein Viertel der EU-Regionen betroffen. Eine neue erweiterte Studie von Dr. Sehrish Usman von der Universität Mannheim und Ökonomen der Europäischen Zentralbank zeigt, dass die wirtschaftlichen Folgen erheblich sind.

von | 18.09.25

Die wirtschafltichen Folgen von Extremwetter in Europa im Sommer 2025 sind laut einer neuen Studie deutlich messbar
Quelle: Pixabay/LucyKaef
Extremwetterereignisse

Die neue Studie „Dry-roasted NUTS: early estimates of the regional impact of 2025 extreme weather”, die in der Fachzeitschrift European Economic Review veröffentlicht wurde, zeigt erstmals anhand aktueller Wetterdaten und historischen Vergleichswerten, wie stark einzelne Regionen in der Europäischen Union bereits heute von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Usman, Post-Doktorandin am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Corporate Governance der Universität Mannheim, war maßgeblich an der Studie beteiligt.

Ziel der Studie war es, die gesamtwirtschaftlichen Verluste durch Hitze, Trockenheit und Überschwemmungen möglichst zeitnah zu beziffern – ein wichtiges Werkzeug für politische Entscheidungsträger. Am 15. September haben Dr. Sehrish Usman und ihre Co-Autoren die Ergebnisse der Studie Mitgliedern des Europäischen Parlaments, Vertretern der EU-Kommission sowie führenden Klimaforschenden in Brüssel vorgestellt. Dabei zeigen sie, wie stark Wetterextreme nicht nur direkt, sondern auch über längere Zeiträume hinweg Volkswirtschaften beeinträchtigen können.

„Die tatsächlichen Kosten extremer Wetterereignisse werden erst nach und nach sichtbar, da diese Ereignisse das Leben und den Lebensunterhalt der Menschen über eine Vielzahl von Kanälen beeinflussen, die über die unmittelbaren Auswirkungen hinausgehen. Offizielle Schätzungen der Auswirkungen erfolgen oft mit Verzögerung. Unser Rahmenkonzept nutzt aktuelle Wetterdaten und neu veröffentlichte Erkenntnisse zu regionalen Auswirkungen aus unserer früheren Studie, um zeitnahe Schätzungen darüber zu liefern, wie sich die Extremereignisse im Sommer 2025 auf die Wirtschaftstätigkeit ausgewirkt haben“, so Usman.

Südeuropa von Folgen besonders betroffen

Die Studie basiert auf Wetterdaten für den Zeitraum Juni bis August 2025. Anhand dieser Daten wurden 1160 europäische Regionen („NUTS3“, vergleichbar mit Landkreisen in Deutschland) untersucht. Besonders stark betroffen waren laut Autoren Regionen in Südeuropa, etwa in Spanien, Italien, Portugal, Griechenland und Südfrankreich. Nördliche Länder, wie Dänemark, Schweden und Deutschland weisen relativ geringere Schäden auf, aber die Häufigkeit und das Ausmaß extremer Wetterereignisse, insbesondere Überschwemmungen, nehmen in diesen Regionen zu. Kleinere Volkswirtschaften wie Bulgarien, Malta und Zypern sind besonders anfällig und erleiden im Verhältnis zur Bruttowertschöpfung große Verluste.

Wie die Studie darlegt, waren insgesamt 96 Regionen von Hitzewellen, 195 von Dürre und 53 von Überschwemmungen betroffen. Alle drei Ereignisarten beeinträchtigen die wirtschaftliche Aktivität auf unterschiedliche Weise: Hitze führt zu Produktivitätsverlusten, etwa im Bau- und Gastgewerbe, während Dürren vor allem die Landwirtschaft treffen. Überschwemmungen verursachen direkte Schäden an Infrastruktur und Gebäuden – aber auch mittelbare Verluste, etwa durch unterbrochene Lieferketten.

Diese wirtschaftlichen Verluste sind laut Studie deutlich messbar: In Italien lagen beispielsweise die geschätzten Einbußen bei 11,9 Mrd. Euro für 2025 und werden bis 2029 bei 34,2 Mrd. Euro liegen. Das entspricht 0,6 bzw. 1,75 % der italienischen Wirtschaftsleistung des Jahres 2024. In Frankreich beliefen sich die Schäden auf 10,1 Mrd. Euro (2025) und werden auf 33,9 Mrd. Euro im Jahr 2029 geschätzt.

Tatsächlichen Schäden wohl noch höher

Die Forschenden betonen, dass ihre Berechnungen eher konservativ sind: Waldbrände, Hagel oder Sturmereignisse wurden in der Analyse nicht berücksichtigt. Auch sogenannte „Verbundereignisse“, also das gleichzeitige Auftreten von Hitzewellen und Dürren, wurden einzeln bewertet – obwohl sie gemeinsam oft schwerere Schäden verursachen.

Fazit der Studie

Die Studie macht deutlich: Extreme Wetterereignisse sind keine weit entfernte Bedrohung mehr – sie beeinflussen bereits heute die wirtschaftliche Entwicklung in Europa.

„Durch zeitnahe Abschätzungen der Auswirkungen können politische Entscheidungsträger ihre Unterstützung gezielt einsetzen und Strategien anpassen, während sich die Folgen extremer Ereignisse noch entfalten“, betont Usman.

Die Forschenden plädieren daher für eine verstärkte Investition in Klimaanpassungen, wie etwa Hitzeschutz in Städten oder verbesserte Wasserbewirtschaftung.Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass Anpassungsmaßnahmen selbst hohe Kosten verursachen und nicht immer die produktivste Verwendung öffentlicher Mittel darstellen. Es brauche daher genauere wirtschaftliche Analysen, um politische Maßnahmen effektiv und sozial gerecht zu gestalten.

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Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Sehrish Usman
Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Corporate Governance
Universität Mannheim
E-Mail: sehrish.usman@uni-mannheim.de

Fabio Kratzmaier
Forschungskommunikation
Universität Mannheim
Tel: +49 621 181-3268
E-Mail: fabio.kratzmaier@uni-mannheim.de
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Originalpublikation:
Usman, S., Parker, M. & Vallat, M. (2025). Dry-roasted NUTS: early estimates of the regional impact of 2025 extreme weather. European Economic Review.

Link zur Studie: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5484206

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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