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Geothermie laut Studie in Deutschland wenig bekannt

Die Universität Leipzig hat eine Teilstudie zur Bekanntheit von Geothermie in Deutschland abgeschlossen. Diese hatte das Ziel, „den Status quo der öffentlichen Wahrnehmung und Akzeptanz der oberflächennahen Geothermie zu erfassen. Die Ergebnisse fließen bei der Entwcicklung neuer Kommunikationsformate in das Teilprojekt EASyQuart-Plus ein.

von | 31.10.25

Doppelkopfbohrgerät für Geothermie- und Brunnenbohrungen in Schkeuditz
Foto: HTWK Leipzig

Die Erhebung zeigt, dass erneuerbare Energien von der Mehrheit der Befragten positiv bewertet werden. Im Vergleich zu Solar- und Windenergie erhält die Geothermie jedoch die geringsten Zustimmungswerte. Ein wesentlicher Grund liegt laut Autoren im begrenzten Wissen über das Verfahren und in bestehenden Fehlannahmen. So werden Risiken der Tiefengeothermie, beispielsweise mögliche Erdbeben, teilweise irrtümlich auch der oberflächennahen Geothermie zugeschrieben.

Die Untersuchung hebt hervor, dass Kommunikation eine wichtige Rolle für die gesellschaftliche Akzeptanz der Wärmewende spielt. Geothermie wird häufig als langfristig verfügbare und regionale Energiequelle eingeschätzt. Gleichzeitig werden hohe Investitionskosten und bauliche Voraussetzungen als zentrale Herausforderungen wahrgenommen. Zudem zeigt die Studie, dass die Einstellung zu Wärmepumpen eng mit der Bewertung der Geothermie verknüpft ist. Soziodemografische Faktoren wie Alter, Geschlecht oder Bildungsstand haben dagegen nur geringen Einfluss.

Auf Basis dieser Ergebnisse wird im Teilprojekt von EASyQuart-Plus an neuen Kommunikationsformaten gearbeitet, die die Funktionsweise oberflächennaher Geothermie anschaulich vermitteln sollen. Geplant sind unter anderem 3D-Visualisierungen und Virtual-Reality-Anwendungen, um Prozesse im Untergrund sichtbar und verständlich zu machen – sowohl für Fachpublikum als auch für interessierte Bürgerinnen und Bürger.

EASyQuart-Plus: Hintergrund und Beteiligte

Das Verbundprojekt EASyQuart-Plus hat das Ziel, Planungsprozesse für geothermische Heiz- und Kühlsysteme in Stadtquartieren zu verbessern. Unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Anke Bucher, Professorin für Angewandte Mechanik an der HTWK Leipzig, entwickeln die Projektpartner digitale Modelle zur Vereinfachung und Effizienzsteigerung von Planung und Betrieb. Ein zentrales Element ist dabei die Verknüpfung von Simulationen der unterirdischen Vorgänge mit den thermischen Prozessen in Gebäuden und Versorgungsnetzen. Diese Integration mündet in sogenannte digitale Zwillinge von Erdwärmesondensystemen.

EASyQuart-Plus – Energieeffiziente Auslegung und Planung dezentraler Versorgungsnetze zum geothermischen Heizen und Kühlen von Stadtquartieren – Digitalisierung und Praxiswirksamkeit“ wird von Januar 2024 bis Dezember 2026 durchgeführt und mit 2,2 Mio. Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Beteiligt sind neben der HTWK Leipzig das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig. Praxispartner sind die Unternehmen geoENERGIE Konzept und heatbeat engineering.

Die Weishaupt Gruppe, insbesondere mit der Tochter BauGrund Süd, ist als assoziierter Partner eingebunden. Auf dem neuen Standort in Schkeuditz werden Messdaten aus einer Anlage mit oberflächennaher Geothermie erhoben und mit den Simulationsergebnissen verglichen. Diese Datengrundlage soll dazu beitragen, die Planung und den Betrieb von Erdwärmesondenanlagen weiter zu optimieren und praxisnahe Erkenntnisse zu gewinnen.

 

Zur Studie

 

(Quelle: Uni Leipzig)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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