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Kommunen starten gemeinsame Petition für Vorrang von Erdverkabelung

Wie die Stadt Lengerich (Kreis Steinfurt) am 24. Juli bekanntgab, haben Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Interessengemeinschaften im Raum Ladbergen, Lengerich, Lienen und Tecklenburg (NRW) eine Petition zur Berücksichtigung einer Erdverkabelung für die Höchstspannungsleitung des Vorhabens 89 „Westerkappeln-Gersteinwerk“ auf den Weg gebracht.

von | 29.07.24

Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Interessengemeinschaften, die sich mit dem Vorhaben 89 beschäftigen, haben gemeinsam mit Yara Jebsen (2. stellv. Bürgermeisterin der Stadt Tecklenburg, l.), Wilhelm Möhrke (Bürgermeister der Stadt Lengerich, 2.v.l.), Torsten Buller (Bürgermeister der Gemeinde Ladbergen, 2.v.r.) und Arne Strietelmeier (Bürgermeister der Gemeinde Lienen, r.) die Unterschriftensammlung für die gemeinsame Petition an den Deutschen Bundestag gestartet
Foto: Moritz Fähser

Die Unterschriftensammlung für das sogenannten Vorhabens 89 an den Deutschen Bundestag wurde am 19. Juli in der Bodelschwingh-Kirche in Lengerich-Wechte gestartet.

Initiiert wurde diese durch die Interessengemeinschaften aus der Region, die sich mit dem Vorhaben 89 beschäftigen, sowie durch die Stadt- und Gemeinderäte und die Bürgermeister der „Triple L-T“-Kommunen Ladbergen, Lengerich, Lienen und Tecklenburg.

Um für den Ausbau der Höchstspannungsleitung eine Erdverkabelung vorschreiben zu können, bedarf es einer Änderung des Bundesbedarfsplangesetztes.

„Das ist auch der Grund, weshalb wir eine gemeinsame Petition an den Bundestag vorbereiten“, erklärt Bürgermeister Wilhelm Möhrke stellvertretend für seine Kollegen: „Eine einheitliche und eindeutige Anregung, die von tausenden Menschen unterzeichnet worden ist, hat mehr Gewicht als zwanzig unterschiedliche Forderungen.“

Die Petition soll bis Ende August in den Rathäusern ausliegen. Die beteiligten Interessengemeinschaften bringen sie gleichzeitig zusammen mit der Unterschriftenliste in Umlauf. Nach Ablauf der Frist werden die Bürgermeister die Übergabe der Petition an den Bundestag vorbereiten.

Stadt Lengerich erläutert Hintergründe

„Die Amprion GmbH hat die Aufgabe, die Übertragungskapazität innerhalb Nordrhein-Westfalens zu erhöhen. Das Vorhaben zum Neubau der 380-kV-Höchstspannungsfreileitung mit dem Namen „Westerkappeln – Gersteinwerk” ist seit Mitte 2022 gesetzlich als Vorhaben 89 im Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) verankert. Als zuständiger Übertragungsnetzbetreiber ist Amprion mit dem gesetzlichen Auftrag betraut, dieses Netzausbauprojekt zu planen, umzusetzen und die Leitung anschließend zu betreiben.

Der Ausbau soll als Höchstspannungsfreileitung erfolgen. Dazu werden derzeit mögliche Ausbaukorridore der Öffentlichkeit vorgestellt. Gegen diesen Ausbau formieren sich nun zahlreiche Interessengemeinschaften in den Kommunen. Unter anderem wird kritisiert, dass der Ausbau nicht vorrangig in Gestalt einer Erdverkabelung geplant wird.

Aufgrund entsprechender Ratsbeschlüsse stellen die Bürgermeister der Kommunen Ladbergen, Lienen, Lengerich und Tecklenburg (‚Triple L-T‘) eine Petition gemäß Art. 17 GG zur Verlegung von Höchstspannungsleitungen als Erdkabel im südlichen Tecklenburger Land beim Deutschen Bundestag.“

Petition im Wortlaut:

Zum Erhalt der gesunden Wohn- und Lebensverhältnisse der Bürgerinnen und Bürger sowie zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der Natur im südlichen Tecklenburger Land fordern wir für die Verlegung der Höchstspannungsleitung des Vorhabens 89 (Westerkappeln – Gersteinwerk) nach dem Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) in der „Anlage (zu §1 Absatz 1) Bundesbedarfsplan“ das Vorhaben 89 mit dem Kennzeichen „F“ zu versehen, um eine Erdverkabelung als Pilotprojekt im Ganzen oder in Teilbereichen zu ermöglichen.

(Quelle: Stadt Lengerich)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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