Geringe Preissteigerungen, hohe Entlastung
In 18 bayerischen Wärmenetzen mit Nutzung tiefer Geothermie blieben laut Marktanalyse die Preise im Durchschnitt nahezu unverändert, nachdem sie im Vorjahr bereits um rund 3,4 % gesunken waren. In Beispielrechnungen für ein Einfamilienhaus mit 27.000 kWh Jahresverbrauch ergibt sich nur ein minimaler durchschnittlicher Preisanstieg von 0,08 %, für eine Wohnung mit 16.000 kWh liegen die Mehrkosten bei 0,54 %. Demgegenüber stehen kräftige Aufschläge bei fossilen Heizarten: Für Gasheizungen wurde ein Preisanstieg von etwa 15 % ermittelt, bei Wärmepumpen von 5 %, bei Ölheizungen von 3 Prozent und bei konventioneller Fernwärme aus überwiegend fossilen Brennstoffen von rund 2 %.
Unterschiede zwischen den Netzen
Innerhalb der geothermisch versorgten Netze fallen die stärksten Preissenkungen bei drei Anlagen im Landkreis München an: Die AFK-Geothermie in Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim senkte ihre Tarife um 5,8 %, Taufkirchen um 2,9 % und Ismaning um 1,8 %. Die Einsparungen summieren sich je nach Versorger in der Einfamilienhaus-Beispielrechnung auf 70 bis 270 Euro pro Jahr. Trotz eines Anstiegs um 8 % gehört Waldkraiburg mit 12,60 Cent pro kWh weiter zu den günstigeren Anbietern und liegt nur knapp hinter Kirchweidach, Grünwald, Unterföhring, Pullach und Garching.
Die Analyse weist zugleich auf große Preisunterschiede zwischen den Netzen hin: Für ein Einfamilienhaus mit 27.000 kWh Jahresverbrauch kann die jährliche Belastung je nach Standort um mehr als 1.700 Euro differieren. Als Hauptgründe nennt das Praxisforum die stark variierenden Rahmenbedingungen, etwa ob ein bestehendes Fernwärmenetz genutzt werden kann oder ein neues Netz mit hohen Anfangsinvestitionen aufgebaut werden muss. Auch der Anteil der geothermischen Leistung am gesamten Wärmemix wirkt sich auf die Wirtschaftlichkeit aus, da zusätzliche fossile Spitzenlastkessel die Kosten erhöhen.
Politische und rechtliche Rahmenbedingungen
Neben der aktuellen Preisentwicklung verweist die Marktanalyse auf verbesserte gesetzliche und fördertechnische Rahmenbedingungen, darunter das Geothermie-Beschleunigungsgesetz, ein neues Förderprogramm mit Fündigkeitsversicherung über die KfW sowie die Explorationsinitiative Geothermie. Studien zufolge könnte tiefe Geothermie langfristig bis zu ein Viertel des deutschen Wärmebedarfs decken. Der Medianpreis für Fernwärme aus Tiefengeothermie liegt mit rund 13,4 Cent pro kWh mehr als 20 % unter dem bundesweiten Medianpreis für Fernwärme, der im April 2025 bei etwa 17 Cent pro kWh lag.
(Quelle: Enerchange)









