Stephanie von Ahlefeldt, Abteilungsleiterin für Energieeffizienz, Wärme und Energieforschung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, stellte den Teilnehmenden die Eckpunkte des Wärmenetzpakets vor.
Roland Warner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Eins Energie in Sachsen GmbH & Co. KG, und Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke München GmbH, betonten in ihren Vorträgen die Bedeutung von Planungs- und Investitionssicherheit für die Umsetzung der Wärmewende vor Ort.
KWKG-Förderung soll bis 2035 laufen
AGFW-Geschäftsführer Frank Mattat bewertet die vorgelegten Eckpunkte positiv: „Wichtig ist jetzt, ähnlich wie beim Wärmenetzpaket, dass wir schnell in die konkrete Umsetzung kommen. Die vorgesehene Verlängerung des KWKG bis 2035 greift eine unserer zentralen Forderungen auf. Damit erhalten die Unternehmen einen deutlich verlässlicheren Rahmen für Investitionen in KWK-Anlagen und deren Einbindung in die Transformation der Wärmenetze.“
Die Eckpunkte sehen eine Verkürzung der Förderdauer von 30.000 auf 20.000 Vollbenutzungsstunden vor. Gleichzeitig steigt der Fördersatz auf das 1,5-Fache. Die Förderwirkung bleibe grundsätzlich erhalten, zugleich werden stärkere Anreize für einen flexiblen und strommarktorientierten Betrieb der Anlagen gesetzt, so Mattat.
Auch die Förderung von Wärmenetzen und Speichern erhöht sich durch die Novelle. Die maximale Förderung je Wärmenetzprojekt steigt von 50 auf 100 Millionen Euro. Das jährliche Budget für Wärme- und Kältenetze sowie Speicher wächst von 150 auf 400 Millionen Euro. Das Förderverfahren knüpft künftig wieder an die Inbetriebnahme der Anlagen an. Die Fördervoraussetzungen passen sich zudem an die EED-Kriterien für effiziente Fernwärme an.
AGFW sieht offene Punkte bei den Eckpunkten
Die Eckpunkte greifen mehrere Anliegen des AGFW auf. Der Verband benennt zugleich Punkte, die aus seiner Sicht offen bleiben. Dazu zählen die weitere Begrenzung der förderfähigen Vollbenutzungsstunden, zusätzliche Anforderungen an Modernisierungen sowie eine stärkere Einschränkung der Förderung bei niedrigen Strompreisen.
Am ersten Tag des Kolloquiums geht es um den Stand der kommunalen Wärmeplanung und die Fortschreibung der Wärmepläne. Am zweiten Tag stehen Praxisberichte aus Unternehmen und Kommunen im Mittelpunkt, unter anderem zur Fernwärmetransformation und -erzeugung sowie zu digitalen Wärmenetzen.






