Neu erschienen ist das DVGW-Arbeitsblatt GW 120 „Netzdokumentation in Versorgungsunternehmen“.
Die Netzdokumentation in Versorgungsunternehmen erfolgt i. d. R. unter Nutzung geographischer Informationssysteme (GIS). Auf der Basis von georeferenzierten Informationen dient die Netzdokumentation der Abbildung von Netzinfrastrukturdaten. Die Netzdokumentation unterstützt Aufgaben und Prozesse in Versorgungsunternehmen (z. B. Planung, Bau, Betrieb und Asset-Management). Weiterhin erfüllt Sie die Anforderungen Dritter, die sich aufgrund gesetzlicher Vorgaben und im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht ergeben.
Die DVGW GW 120 (A) beschreibt die bei der Netzdokumentation zu berücksichtigenden Mindestanforderungen und Standards.
Dieses Arbeitsblatt gilt für das Einmessen von Leitungen, Einbauteilen und Anlagen der Gas- und Wasserverteilung sowie der Rohrfernleitungen, für die Neuerstellung und Fortführung einer digitalen Netzdokumentation beim Einsatz eines GIS sowie für die Bereitstellung und Präsentation dieser Daten. Sofern die Dokumentation analog oder mit digitalen Systemen (z. B. CAD) geführt wird, können die Regelungen der DVGW GW 120 (A) herangezogen werden.
Dieses Arbeitsblatt wurde vom Projektkreis „GW 120“ im Technischen Komitee „Netzdokumentation“ überarbeitet.
Die DIN 2425 Teil 1 und Teil 3 wurde im Jahr 1974 für die analoge Erstellung und Fortführung von Rohrnetzplänen der öffentlichen Gas- und Wasserversorgung und Plänen für Rohrfernleitungen in Kraft gesetzt. Aufgrund der technologischen Entwicklung, insbesondere der Einführung und Nutzung von Geo-Informationssystemen, entsprechen die dort getroffenen Regelungen nicht mehr dem Stand der Technik. Die DVGW GW 120 in der Fassung von 1998 stellte für den Teil 1 der DIN 2425 eine Ergänzung und Kommentierung dar. Die Fortschreibung der DVGW GW 120 zum Arbeitsblatt im November 2010 trug der technologischen Entwicklung Rechnung und bildete die Grundlage für eine digitale Netzdokumentation.
Die Neufassung der DVGW GW 120 (A) wurde mit den Inhalten der DIN 2425 Teil 1 und Teil 3 abgeglichen und ergänzt. Darüber hinaus werden erweiterte Anforderungen der digitalen Netzdokumentation berücksichtigt.
Gegenüber DVGW-Arbeitsblatt GW 120:2010-11 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) inhaltliche Überarbeitung
b) Aufnahme der analogen Dokumentation
c) Abgrenzung von einfachen und komplexen vermessungstechnischen Arbeiten in 6.3.3
d) Anpassung der Musterpläne
Facts
38 Seiten
Ausgabe 12/21
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Neu erschienen ist außerdem das DVGW-Merkblatt GW 116 “Verfahren zur Fortführung der Netzdokumentation”
Die Netzdokumentation in einem Versorgungsunternehmen (VU) auf der Grundlage der DVGW GW 120 (A) erfordert je nach Aufgabenstellung unterschiedliche Herangehensweisen an die Fortführung. Hierzu gehören interne Anweisungen und Prozesse zur Netzdokumentation, aber auch die Betrachtung unterschiedlicher Anlässe, die eine Anpassung der Netzdokumentation erforderlich machen.
Geodaten können in Versorgungsunternehmen aufgrund ihrer Entstehungsprozesse in unterschiedlicher Lagegenauigkeit vorliegen. Es kann zu Spannungen und Widersprüchen kommen, die in der graphischen Darstellung des Planwerks zunächst nicht erkennbar sind.
In diesen Fällen kann durch den Einsatz von Homogenisierungs- und Transformationsverfahren die Lagegenauigkeit verbessert und ein homogener Datenbestand erzielt werden. Der Einsatz solcher Verfahren erfordert Fachkenntnisse über die Historie der Netzdokumentation sowie der eingesetzten Rechenalgorithmen und deren Konfiguration.
Dieses Merkblatt beinhaltet Aussagen zu den Randbedingungen und Verfahren. Beispiele aus der Praxis mit unterschiedlichen Ausgangssituationen und Aufgabenstellungen verdeutlichen diese Grundsätze.
Es gilt für das Anwenden von Fortführungs-, Homogenisierungs- und Transformationsverfahren der Netzdokumentation in Versorgungsunternehmen unter Einsatz eines GIS. Sofern die Dokumentation analog geführt wird, sind die Regelungen der DVGW GW 120 (A) maßgeblich.
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48 Seiten
Ausgabe 12/21
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