Eavor speist seit dem 4. Dezember erstmals erzeugten Strom ins öffentliche Netz ein und markiert damit einen entscheidenden Fortschritt für die Anwendung seiner sogenannten Closed-Loop-Technologie.
„Wir sind stolz darauf, die erfolgreiche Einspeisung der weltweit ersten Elektronen bekannt zu geben, die aus geschlossenen, multilateralen Bohrungen erzeugt wurden“, sagte Mark Fitzgerald, Präsident und CEO von Eavor. „Mit der Inbetriebnahme der Anlage in Geretsried sind wir zuversichtlicher denn je, dass sich unser geschlossenes System – entwickelt für hohe Anpassungsfähigkeit und geeignet für die vielfältigen Regionen der Welt – als führende Lösung für kommerzielle Geothermieanwendungen etablieren wird.“
Die technologischen Besonderheiten des Systems liegen in seiner Unabhängigkeit von Wasserförderung oder -aufbereitung und der Eignung für unterschiedlichste geologische Bedingungen. Dadurch kann Eavor nach eigenen Angaben saubere Energie mit minimalem Landbedarf und kaum Wartungsaufwand bereitstellen. Branchenbeobachter sehen darin einen möglichen Weg, Geothermie in Regionen nutzbar zu machen, die bislang als ungeeignet galten.
Geretsried als globales Modellprojekt?
„Der technologische und kommerzielle Erfolg in Geretsried bestätigt das Projekt als Blaupause für eine breitere europäische und weltweite Umsetzung, da Regionen nach stabilen, lokal erzeugten, kohlenstofffreien Energiequellen mit minimalem Land-und Wasserbedarf suchen“, sagte Fabricio Cesário, Head of Project Delivery and Operations bei Eavor. „Wir sind unseren Projektpartnern besonders dankbar für ihr Vertrauen und ihre frühen Investitionen, die entscheidend dazu beigetragen haben, die Lernphase des ersten Projekts dieser Art voranzutreiben und die Projektentwicklung zu beschleunigen.“
Mit dem Start in Geretsried verfolgt Eavor das Ziel, seine Loop-Technologie international zu skalieren und den Anteil geothermischer Energie im globalen Energiemix zu erhöhen. Das Unternehmen betont, dass die gewonnenen Erkenntnisse aus dem bayerischen Pilotprojekt direkt in zukünftige Projekte einfließen sollen.
Geothermie-Beschleunigungsgesetz und Trinkwasserschutz
Zur selben Zeit gewinnt das Thema Geothermie auch auf politischer Ebene weiter an Dynamik. Am 4. Dezember hat der Bundestag nach zweiter und dritter Lesung dem Geothermie-Beschleunigungsgesetz (GeoBG) zugestimmt. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßte das Gesetzesvorhaben am 4. Dezember im Vorfeld der Bundestagsabstimmung als wichtigen Schritt zur Vereinfachung von Verfahren und zur Stärkung der Rahmenbedingungen für klimaneutrale Wärme. Besonders positiv bewertet der Verband die geplante Einstufung von Geothermieanlagen als Vorhaben im überragenden öffentlichen Interesse.
In seiner Stellungnahme wies der Verband jedoch gleichzeitig darauf hin, dass der Schutz der Trinkwasserressourcen im Gesetz stärker berücksichtigt werden müsse. Im Gesetzentwurf fehlten „leider weiterhin klare Regelungen, die die Vorrangstellung der Trinkwassergewinnung vor der Nutzung von Erdwärme wahren”, so Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Klare rechtliche Vorgaben, die diese Vorrangstellung sichern und sensible Wasserschutzgebiete von der Nutzung ausschließen, seien entscheidend, um Klimaschutz und Ressourcensicherung langfristig miteinander in Einklang zu bringen.
(Quelle: Eavor und BDEW)









