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Sensorlösung detektiert Wasserstoff in Erdgas

Die Nutzung bestehender Erdgaspipelines für den Transport von Wasserstoff soll künftig neue Möglichkeiten für die Industrie eröffnen. Damit ein solches Mischsystem – also ein variabler Wasserstoffanteil im Erdgas von 0 bis 100 % – funktioniere, so das auf Mikrosensorik (MEMS) spezialisierte Unternehmens Archigas (Rüsselsheim), sei eine präzise, schnelle und zuverlässige Messung der Wasserstoffkonzentration notwendig. Mit seinen Gasanalysegeräte möchte Archigas mit einer weiterentwickelten Methode der Wärmeleitfähigkeitsmessung genau diese Anforderungen erfüllen. Test der niederländischen Forschungseinrichtung VSL haben die hohe Leistungsfähigkeit dieser Geräte auch für den Einsatz in gemischten Gasleitungen betätigt, so das Unternehmen.

von | 17.04.25

Archigas-Geschäftsführerduo Wladimir Barskyi und Illya Kaufman: „Der Bedarf an Optionen zur Messung von H2 in CH4 ist enorm.“
Quelle: Archigas GmbH

Gründe für die H2-Beimischung in Erdgas sind vielfältig: Durch die Beimischung von Wasserstoff ins Erdgas kann der CO2-Ausstoß gesenkt werden, was sowohl dem Klimaschutz dient als auch Kosten für CO2-Abgaben reduziert. Gleichzeitig steigt der Brennwert des Gases, was die Energieeffizienz erhöht – besonders relevant für energieintensive Industrieprozesse. Wird der Wasserstoff aus überschüssigem Ökostrom erzeugt, lassen sich zudem erneuerbare Energien effizient in das Gasnetz einbinden und speichern.

Archigas TCD3000 SiA. Quelle: Archigas GmbH

Damit das alles sicher und effektiv funktioniert, ist eine genaue Messung des Wasserstoffanteils im Erdgas essenziell. Allerdings stellen Faktoren wie Feuchtigkeit, Partikel, unbekannte Gaszusammensetzungen und hohe Drücke große Herausforderungen für herkömmliche Sensoren dar. Hier bringt sich Archigas mit der optimierten Wärmeleitfähigkeitsmessung (WLD) ins Spiel – etwa im neuen Gasanalysator TCD3000 SiA. Das Gerät sei für den vollen Messbereich von 0–100 % Wasserstoff geeignet, robust gegenüber Feuchte und Partikeln, druckbeständig bis 200 bar und liefere durch präzise Kalibrierung zuverlässige und genaue Messergebnisse.

„Der Bedarf an Optionen zur Messung von H2 in CH4 ist enorm, wie wir aufgrund dringlicher Anfragen von Interessenten aus verschiedenen Ländern wissen. Allerdings gibt es bis dato kaum technische Lösungen, erst recht nicht welche, die in-line messen und bereits am Markt erhältlich wären. Inzwischen belegen langfristige Praxisanwendungen, wie sie unter anderem ein namhafter Kunde und Hersteller von Erdgasanlagen aus Italien durchgeführt hat, dass die Gasanalyse von Archigas ihre spezifischen Charakteristika auch in diesem Anwendungsbereich ausspielen kann“, berichtet jetzt das Geschäftsführerduo Wladimir Barskyi und Illya Kaufman.

Leistungsfähigkeit zur Detektion von H2 in CH4 (Methan) getestet

Wie Archigas am 15. April mitteilte, habe ein Vergleichstest, den die niederländische Forschungseinrichtung VSL kürzlich im Rahmen eines EMPIR-Dekarbonisierungsprojekts durchgeführt hatte, ebenfalls das Potenzial der weiterentwickelten WLD-Technologie für die präzise und anspruchsvolle Messung von Wasserstoff in Erdgas bestätigt.

„Wir haben uns hier bei Archigas die Ergebnisse dieser Untersuchung in Hinblick auf unser Gerät natürlich genau angeschaut. Zu unterstreichen ist aus unserer Sicht einmal mehr die außerordentlich kurze Reaktionszeit: Während bei der anderen geprüften Technologie die t95 Zeit in Minuten angegeben wird, liegt der t95 Wert bei unserem Messgerät innerhalb einer Sekunde, sobald das Gas das Gerät erreicht. Das ist im Prinzip eine Liveüberwachung“, kommentiert Barskyi die Resultate. „Um von der hohen Messpräzision unserer Sensorlösung in der Praxis optimal profitieren zu können, empfiehlt sich natürlich eine Kalibrierung vor Anwendung. In diesem Test wurde unser Gerät aufgrund des Untersuchungsdesigns lediglich unkalibriert erprobt, worauf auch die Tester hinweisen, und blieb selbst unter diesen Voraussetzungen bei einer Standardabweichung von deutlich unter 10 Vol.% – wohlgemerkt ohne Kalibrierung. Mit einer solchen liegt die Präzision bei unter 1 % des Messbereichs, wie wir aus jahrelanger Erfahrung wissen“, so Barskyi stolz.

(Quelle: Archigas)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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