Generic filters
FS Logoi

32. Lindauer Seminar zeigte praktische Kanalisationstechnik

Beim 32. Lindauer Seminar am 14. und 15. März waren 26 Referenten, 84 Aussteller und 518 Teilnehmer. Diese drei Zahlen zeigen, dass technisch intakte und zukunftsfähige öffentliche und private Entwässerungssysteme nach wie vor eine hohe wasserwirtschaftliche, aber auch gesellschaftliche Bedeutung haben.

von | 03.06.19

Der Klimawandel sowie seine Auswirkungen auf Struktur, Planung, Betrieb und Management von Entwässerungssystemen waren Themen beim 32. Lindauer Seminar
Das 32. Lindauer Seminar in der Lindauer Inselhalle. Klaus Tappeser, Regierungspraesident des Regierungsbezirks Tuebingen, haelt die Eroeffnungsrede zum Klimawandel

Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Max Dohmann, Univ.-Prof. Dr.-Ing. F. Wolfgang Günthert, Prof. Dr.-Ing. Karsten Kerres und Univ.-Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer wurden auf dem diesjährigen Lindauer Seminar zunächst der Klimawandel als solcher sowie insbesondere seine Auswirkungen auf Struktur, Planung, Betrieb und Management von Entwässerungssystemen erörtert. Weitere Themenblöcke hatten die Finanzierung einer nachhaltigen Netzinstandhaltung und die damit in Zusammenhang stehenden erforderlichen personellen Ressourcen zum Inhalt. Erstmals und mit großem Erfolg fand auf dem Lindauer Seminar außerdem ein Ausstellerforum statt.
Im Laufe der Tagung wurden zunächst die aktuellen und zukünftigen Rahmenbedingungen aus politischer Perspektive aufgezeigt. Herr Klaus Tappeser, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Tübingen, stellte dar, dass das Thema Klimawandel mit seinen neuen Herausforderungen in der Gesellschaft angekommen sei. Neben den Aufgabenfeldern einer Verwaltungsbehörde zur Entwicklung von Anpassungsstrategien beleuchte Herr Tappeser im Besonderen die Maßnahmen der Wasserwirtschaft als Reaktion auf den Klimawandel. Im Fokus standen hierbei der Hochwasserschutz, das Hochwasserrisikomanagement, die Starkregenvorsorge, der Grundwasserschutz und die Wasserversorgung.
Im Folgenden wurden Strategien zur Netzinstandhaltung vor dem Hintergrund angespannter Marktsituation vorgestellt: Um als Netzbetreiber trotz Personalnotstand und überhitzter Baukonjunktur eine zunehmende Anzahl von Aufgaben und Baumaßnahmen bewältigen zu können, werden zunehmend Kooperationen mit privaten Generalunternehmen in Betracht gezogen. Dabei soll der externe Projektträger sämtliche Bauherrenfunktionen sowie die vollständige Bauherrenverantwortung übernehmen. Erste Erfahrungen dazu werden in den nächsten Jahren vorliegen und sicherlich Thema der kommenden Lindauer Seminare sein.
Diskutiert wurden darüber hinaus neue Möglichkeiten, die sich für den Netzbetreiber durch die Einführung von BIM, einer zunehmenden Digitalisierung bei Planung, Bau und Betrieb (Wasserwirtschaft 4.0) ergeben. So können Maßnahmen effizienter und mit hoher Qualität durchgeführt werden. Neben technischen Aspekten wurde dabei die Notwendigkeit der Weiterbildung und Qualifikation auf allen Seiten angesprochen: Der Weg müsse vom Entwässerungstechnologe hin zum Infrastrukturmanager führen.
Schwerpunkte des zweiten Seminartages waren Forschungsvorhaben zum Themenfeld der Kanalinstandhaltung. So wurden sowohl aus wissenschaftlicher Sicht als auch aus Betreiberperspektive Kosten und Nutzen von neuartigen Kanalreinigungssystemen und einer bedarfsgerechten Kanalunterhaltung unter Nutzung von Betriebsführungssystemen ebenso dargestellt wie der Stand der Forschung im Zusammenhang mit automatisierter Zustandserfassung von Kanalhaltungen. Im Weiteren wurde über Forschungsvorhaben zur strategischen Sanierungsplanung bzw. dem Asset Management sowie über aktuelle Warentests als unterstützendes Element zu Sanierungsplanung berichtet.
Zusammenfassend wurden also auch bei dem diesjährigen Lindauer Seminar alle Facetten einer zukunftsfähigen Siedlungsentwässerung aus Sicht der Gesetzgebung, der Betreiber, der Planer und der Anwender vorgestellt und von den Teilnehmern angeregt diskutiert. Ein besonderer Dank geht im Namen aller Teilnehmer an die Familie Jöckel und alle Mitarbeiter der Fa. JT-elektronik GmbH für die hervorragende Gestaltung und Organisation des Seminars. Das 33. Lindauer Seminar 2020 “Praktische Kanalisationstechnik – Zukunftsfähige Entwässerungssysteme“ findet am 12. und 13. März 2020 in Lindau statt. Die Details finden Sie unter www.jt-elektronik.de.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Live-Webinar: Muffensysteme für einen effizienten Wärmenetzausbau
Live-Webinar: Muffensysteme für einen effizienten Wärmenetzausbau

Wie lassen sich Fern- und Nahwärmenetze unter hohem Zeit- und Kostendruck effizient realisieren? Dieser Frage widmet sich das Live-Webinar von BGS am 12. November 2026 um 11 Uhr. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Muffensysteme und ihr Einfluss auf Montageaufwand, Baustellenablauf und Wirtschaftlichkeit.

mehr lesen
IKT-Konferenz zu KI, Drohnen, Robotern weltweit: Was ist neu im Kanal?
IKT-Konferenz zu KI, Drohnen, Robotern weltweit: Was ist neu im Kanal?

Das IKT lädt Fachleute aus aller Welt zur dritten internationalen Konferenz „AI, Drones, Sensors and Robots for Smart Sewers and Urban Drainage“ ein. Am 3. und 4. Februar 2027 in Gelsenkirchen geht es um neue Technologien für Kanalnetze und Stadtentwässerung – und um die Frage, was sie in der Praxis leisten. Präsentationsvorschläge sind bis zum 31. Oktober 2026 willkommen.

mehr lesen
Ingenieure ohne Grenzen verbessern weltweit Lebensbedingungen
Ingenieure ohne Grenzen verbessern weltweit Lebensbedingungen

Der gemeinnützige Verein Ingenieure ohne Grenzen e. V. hat seit seiner Gründung im Jahr 2003 gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen im Globalen Süden zahlreiche Infrastrukturprojekte in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung, Energie und Bildung realisiert. Rund 900 Ehrenamtliche haben sich dafür in 28 deutschen Regionalgruppen organisiert. Aktuelle Projekte sind unter anderem in Sierra Leone, Tansania, Simbabwe, Uganda und Kenia entstanden.

mehr lesen

Publikationen zum Thema