Generic filters
FS Logoi

14. Deutscher Reparaturtag: Reparatur mit System

Der langfristige Erfolg einer Kanalsanierung beruht auf präzisen, exakt aufeinander abgestimmten Prozessabläufen. Hierzu zählen eine belastbare Zustandserfassung des Bauwerks und – mit Blick auf die Auswahl eines geeigneten Reparaturverfahrens – eine analytisch fundierte Risikobewertung. Hinzukommen detaillierte Leistungsbeschreibungen und eine fachkundige Bauausführung. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass nicht alle Glieder dieser Kette stets vollständig berücksichtigt werden. Dies ist ein thematischer Schwerpunkt des 14. Deutschen Reparaturtages, der am 17. September 2025 in Fulda stattfindet.

von | 22.08.25

Der 14. Deutsche Reparaturtag bietet auch in diesem Jahr fundierte Informationen und praxisnahe Einblicke
Foto: TAH

Planung als zentraler Qualitätsfaktor

Nachhaltige Sanierungserfolge beginnen mit einer methodisch strukturierten Planung. „Verfahren müssen technisch eindeutig abgegrenzt, Anforderungen klar definiert und Verantwortlichkeiten verbindlich geregelt werden“, erläutert Dipl.-Ing. Michael Hippe, Vorstandsvorsitzender des Verbandes zertifizierter Sanierungs-Berater für Entwässerungssysteme e. V. (VSB). Das Ziel sei es, eine potenziell komplexe Baustellensituation in ein kontrolliertes Projekt mit messbaren Qualitätsparametern zu überführen. Grundlage hierfür ist u.a. eine belastbare Datenerhebung: Moderne optische Inspektionssysteme – etwa 3D-Scanner für Schächte – erfassen Geometrie, Lage und Schadensausprägung in hoher Detailtiefe. Vor-Ort-Prüfungen wie Haftzugtests, Materialentnahmen oder Untersuchungen von Abzweigen, Stutzen und Sohlenbereichen dienen der Absicherung der Planungsgrundlagen und minimieren Unschärfen.

Von der Analyse zur qualitätsorientierten Bauausführung

„Eine fundierte Analyse und Substanzbewertung liefert die objektive Grundlage für jede Sanierungsentscheidung und sollte die Basis eines aussagekräftigen Leistungsverzeichnisses sein – das technische Bindeglied zwischen Planung und Ausführung. Das LV muss eindeutig formuliert sein, um Fehlkalkulationen, Nachträge und Qualitätsabweichungen zu vermeiden“, betont Hippe.

Neben dem Schadensbild müssen hierbei hydraulische Parameter, Materialkompatibilität, Querschnitts- und Richtungsänderungen, Grundwasserverhältnisse sowie verkehrs-, zugangs- und sicherheitsrelevante Rahmenbedingungen bewertet und berücksichtigt werden. „Dieses ganzheitliche Vorgehen stellt sicher, dass technische Lösungen sowohl baulich umsetzbar als auch wirtschaftlich tragfähig sind“, so Hippe. Für die anschließende fachgerechte Bauausführung sei z.B. beim Einbau von Handlaminaten aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) – ein programmatischer Spiegelstrich auf der Agenda des 14. Deutschen Reparaturtages – die Einhaltung der Qualifikations- und Materialvorgaben ebenso entscheidend wie die Kontrolle der Baustellenbedingungen.

„Die Einbauqualität hängt maßgeblich von den Umgebungsbedingungen ab: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Taupunkt, Grundwasserstand, Vorflut und UV-Einstrahlung wirken direkt auf das Material und den Verarbeitungsprozess. Eine vorgelagerte Risikobewertung identifiziert kritische Einflussgrößen und ermöglicht die Planung geeigneter Gegenmaßnahmen“, beschreibt Hippe die notwendige Grundlagenarbeit.

Schachtreparatur im Fokus

Schächte sind kritische Elemente der Kanalinfrastruktur und deshalb folgerichtig ein Schwerpunktthema der Fachveranstaltung. Ihre Instandsetzung beginnt mit präziser optischer Erfassung, gefolgt von gezielten Begehungen und – falls erforderlich – zusätzlichen Untersuchungen. Vorbereitende Maßnahmen wie Reinigung, Abdichtung, Reprofilierung sowie Verkehrs- und Abflusslenkung sind integrale Bestandteile des Prozesses. Vorher-Nachher-Dokumentationen liefern den objektiven Nachweis der erzielten Substanz- und Funktionsverbesserung.

Qualitätssicherung als kontinuierlicher Prozess

Qualität entsteht durch die Kombination klarer Vorgaben, fachgerechter Bauausführung, konsequenter Kontrolle und lückenloser Dokumentation. Sie beginnt mit der Ausschreibung und Planung und endet mit der Abnahme – umfasst aber auch Zwischenprüfungen, Laboranalysen und eine detaillierte Verfahrensdokumentation. „Die Einhaltung aller Prozessschritte stellt sicher, dass Reparaturverfahren keine kurzfristige Lösung darstellen, sondern auch unter realen Betriebsbedingungen langfristig und zuverlässig funktionieren“, so Hippe.

(Quelle: TAH)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Gasaufbereitung sichert Wasserstoffqualität für den Leitungstransport
Gasaufbereitung sichert Wasserstoffqualität für den Leitungstransport

Die Gasaufbereitungsanlage im Energiepark Bad Lauchstädt hat die H₂-Dichtheitsprüfung des TÜV Thüringen bestanden und ist damit bereit für den stufenweisen Hochlauf. Die Anlage bringt Wasserstoff aus einem 30-MW-Elektrolyseur auf einen Reinheitsgrad von 99,97 Prozent, bevor das Gas über eine rund 25 Kilometer lange Leitung zur TotalEnergies-Raffinerie in Leuna transportiert wird.

mehr lesen
Wasserstoffproduktion aus kommunalem Abwasser
Wasserstoffproduktion aus kommunalem Abwasser

Das Forschungsprojekt reSYNERGY stärkt die Resilienz von Wasser- und Energiesystemen durch die Nutzung von Abwasser für die grüne Wasserstoffproduktion. Geleitet wird das Projekt vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE).

mehr lesen
Korrosionsgeschütztes Kanalrohr gewinnt Wärme aus Abwasser
Korrosionsgeschütztes Kanalrohr gewinnt Wärme aus Abwasser

Die Bernhard Müller Betonsteinwerk GmbH hat ein korrosionsgeschütztes Kanalrohr mit integriertem Wärmetauscher auf den Markt gebracht. Das Rohr gewinnt Wärme direkt aus dem durchfließenden Abwasser, ohne den Kanalbetrieb einzuschränken. Städte und Gemeinden erhalten damit eine zusätzliche Option für die kommunale Wärmeplanung.

mehr lesen
Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein
Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein

Die RWE Power AG hat am 6. Juli mit dem Bau eines Verteilbauwerk für eine Rheinwassertransportleitung in Grevenbroich-Allrath gestartet. Ab 2030 soll das Bauwerk eine Bündelungsleitung vom Rhein mit zwei Trassen zu den künftigen Tagebauseen Hambach und Garzweiler verbinden. So soll Rheinwasser in die beiden Tagebauseen geleitet werden und damit die geplante Flutung der Restlöcher ermöglichen.

mehr lesen
Spatenstich für erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten
Spatenstich für erste Wasserstoffpipeline im Nordwesten

Mit dem symbolischen Spatenstich für „H₂Coastlink 1“ startet EWE NETZ den Bau einer 24 km langen Wasserstoffleitung zwischen Emden und Leer. Sie verbindet künftig den Elektrolyseur in Emden mit dem Wasserstoff-Kernnetz. An die Leitung sollen weitere Leitungen des Wasserstoff-Kernnetzes angeschlossen werden.

mehr lesen

Publikationen zum Thema