Planung als zentraler Qualitätsfaktor
Nachhaltige Sanierungserfolge beginnen mit einer methodisch strukturierten Planung. „Verfahren müssen technisch eindeutig abgegrenzt, Anforderungen klar definiert und Verantwortlichkeiten verbindlich geregelt werden“, erläutert Dipl.-Ing. Michael Hippe, Vorstandsvorsitzender des Verbandes zertifizierter Sanierungs-Berater für Entwässerungssysteme e. V. (VSB). Das Ziel sei es, eine potenziell komplexe Baustellensituation in ein kontrolliertes Projekt mit messbaren Qualitätsparametern zu überführen. Grundlage hierfür ist u.a. eine belastbare Datenerhebung: Moderne optische Inspektionssysteme – etwa 3D-Scanner für Schächte – erfassen Geometrie, Lage und Schadensausprägung in hoher Detailtiefe. Vor-Ort-Prüfungen wie Haftzugtests, Materialentnahmen oder Untersuchungen von Abzweigen, Stutzen und Sohlenbereichen dienen der Absicherung der Planungsgrundlagen und minimieren Unschärfen.
Von der Analyse zur qualitätsorientierten Bauausführung
„Eine fundierte Analyse und Substanzbewertung liefert die objektive Grundlage für jede Sanierungsentscheidung und sollte die Basis eines aussagekräftigen Leistungsverzeichnisses sein – das technische Bindeglied zwischen Planung und Ausführung. Das LV muss eindeutig formuliert sein, um Fehlkalkulationen, Nachträge und Qualitätsabweichungen zu vermeiden“, betont Hippe.
Neben dem Schadensbild müssen hierbei hydraulische Parameter, Materialkompatibilität, Querschnitts- und Richtungsänderungen, Grundwasserverhältnisse sowie verkehrs-, zugangs- und sicherheitsrelevante Rahmenbedingungen bewertet und berücksichtigt werden. „Dieses ganzheitliche Vorgehen stellt sicher, dass technische Lösungen sowohl baulich umsetzbar als auch wirtschaftlich tragfähig sind“, so Hippe. Für die anschließende fachgerechte Bauausführung sei z.B. beim Einbau von Handlaminaten aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) – ein programmatischer Spiegelstrich auf der Agenda des 14. Deutschen Reparaturtages – die Einhaltung der Qualifikations- und Materialvorgaben ebenso entscheidend wie die Kontrolle der Baustellenbedingungen.
„Die Einbauqualität hängt maßgeblich von den Umgebungsbedingungen ab: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Taupunkt, Grundwasserstand, Vorflut und UV-Einstrahlung wirken direkt auf das Material und den Verarbeitungsprozess. Eine vorgelagerte Risikobewertung identifiziert kritische Einflussgrößen und ermöglicht die Planung geeigneter Gegenmaßnahmen“, beschreibt Hippe die notwendige Grundlagenarbeit.
Schachtreparatur im Fokus
Schächte sind kritische Elemente der Kanalinfrastruktur und deshalb folgerichtig ein Schwerpunktthema der Fachveranstaltung. Ihre Instandsetzung beginnt mit präziser optischer Erfassung, gefolgt von gezielten Begehungen und – falls erforderlich – zusätzlichen Untersuchungen. Vorbereitende Maßnahmen wie Reinigung, Abdichtung, Reprofilierung sowie Verkehrs- und Abflusslenkung sind integrale Bestandteile des Prozesses. Vorher-Nachher-Dokumentationen liefern den objektiven Nachweis der erzielten Substanz- und Funktionsverbesserung.
Qualitätssicherung als kontinuierlicher Prozess
Qualität entsteht durch die Kombination klarer Vorgaben, fachgerechter Bauausführung, konsequenter Kontrolle und lückenloser Dokumentation. Sie beginnt mit der Ausschreibung und Planung und endet mit der Abnahme – umfasst aber auch Zwischenprüfungen, Laboranalysen und eine detaillierte Verfahrensdokumentation. „Die Einhaltung aller Prozessschritte stellt sicher, dass Reparaturverfahren keine kurzfristige Lösung darstellen, sondern auch unter realen Betriebsbedingungen langfristig und zuverlässig funktionieren“, so Hippe.
(Quelle: TAH)









