Die 19. Auflage des Praxistags Korrosionsschutz verdeutlichte in diesem Jahr mit 300 Teilnehmern ein weiteres Mal die ungebrochene Relevanz der Veranstaltung für die deutschsprachige Korrosionsschutzbranche. Fachexperten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Beneluxländern und Frankreich nutzten die Gelegenheit zum intensiven Erfahrungsaustausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich des passiven und kathodischen Korrosionsschutzes von Rohrleitungen.
Die 25 Aussteller präsentierten ein breites Spektrum innovativer Lösungen und Technologien: von modernster Messtechnik bis hin zu neuen Korrosionsschutzmaterialien. Die begleitende Fachausstellung bot den idealen Rahmen für den direkten Dialog zwischen Herstellern und Anwendern.
Bereits am Vorabend der Veranstaltung traf man sich bei hochsommerlichen Temperaturen und leckeren Köstlichkeiten zum Netzwerken und zum gemütlichen Erfahrungsaustausch in der Grillakademie Ruhr in Bochum-Wattenscheid. Ein Höhepunkt des Abends war auch in diesem Jahr das „Kickerturnier powered by Steffel“.
Hochkarätige Referenten und praxisnahe Themen
Das Vortragsprogramm zeichnete sich durch seine hohe Praxisrelevanz und wissenschaftliche Fundierung aus. Besonders die Fachbeiträge zu neuen messtechnischen Verfahren stießen auf großes Interesse bei den Teilnehmern. Die Diskussionen zu innovativen Bewertungsmodellen und digitalen Dokumentationslösungen verdeutlichten die Dynamik der Branche im Zeitalter der Digitalisierung.
Die Veranstaltung bot auch in diesem Jahr eine Plattform für den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis. Die rege Beteiligung der Teilnehmer an den Diskussionen und die intensive Nutzung der Networking-Möglichkeiten bestätigten das hohe Niveau des Fachforums.
Anspruchsvolles Vortragsprogramm und Schwerpunktthemen
Pünktlich um 9:00 Uhr begrüßten Moderator Marc Lemkemeyer (Westnetz GmbH, Dortmund) und 3R-Chefredakteur Nico Hülsdau das Fachpublikum im großen Saal des RuhrCongress Bochum.
Im Anschluss hielt Dr. Markus Büchler (SGK Schweizerische Gesellschaft für Korrosionsschutz, Zürich) den Eröffnungsvortrag zum Thema „Die Ermittlung des IR-freien Potenzials an Umhüllungsfehlstellen von Rohrleitungen“. Der Vortrag legte die wissenschaftlichen Grundlagen für die weiteren Präsentationen und erläuterte die Bedeutung präziser Messverfahren für einen wirkungsvollen Korrosionsschutz.
Thorsten Weilekes (Weilekes Elektronik GmbH, Gelsenkirchen) stellte anschließend „Neue messtechnische Möglichkeiten bei der IFO und der Intensivmessung zur Lokalisierung kleinster Umhüllungsfehlstellen“ vor. Seine Ausführungen zu hochauflösenden Messverfahren und neuen Softwarealgorithmen zeigten Wege zur Optimierung bestehender Prüftechniken auf.
Der Schwerpunkt des folgenden Vortrags von Mark Glinka (EMPIT GmbH, Berlin) und Markus Ruhe (Thyssengas GmbH, Duisburg) lag auf den Ergebnissen des DVGW-Forschungsprojekts NEMEK. Die Vorstellung der Strommagnetometrie (CMI) als hochauflösendes Verfahren zur Fehlstellenlokalisierung stieß bei ihrem Vortrag „Korrosionsschutz neu: Verfahren und Ergebnisse aus dem DVGW-Forschungsprojekt NEMEK“ auf großes Interesse und verdeutlichte das Potenzial innovativer Prüftechnologien.
Ulrich Bette (IfB Wuppertal) behandelte die „Bewertung der Wechselstrom-Korrosionsgefahr von Umhüllungsfehlstellen innerhalb von Mantelrohren“ und stellte ein neues Bewertungsmodell vor, das in Zusammenarbeit mit der Evonik Operations GmbH entwickelt wurde.
Die Praxiserfahrungen der Open Grid Europe GmbH standen im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Ashokanand Vimalanandan (OGE, Essen), der „Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus der Maßnahme Freilegungen bei nichtmolchbaren Leitungen“ präsentierte. Seine Ausführungen zu knapp 2.000 km untersuchten Leitungen lieferten wertvolle Einblicke in die praktische Anwendung der Korrosionsschutzprüfung.

Mittagspause: Besuch der Fachausstellung mit regem Austausch. Foto: Vulkan Verlag/3R
Nach der Mittagspause mit einem Besuch der Fachausstellung eröffnete Holger Haßdenteufel (TÜV Saarland Holding GmbH, Sulzbach/Saar) das Nachmittagsprogramm: Er stellte die innovative EMUS-Technologie (elektro-magnetischer Ultraschall) vor, die eine zerstörungsfreie Rohrprüfung im laufenden Betrieb ermöglicht und dabei den Anforderungen der EU-Methanverordnung gerecht wird.
Der Umgang mit komplexen Anlagensituationen wurde von Dirk Krümmel (Steffel KKS GmbH, Lachendorf) in seinem Vortrag über „Fremdkathoden innerhalb komplexer Anlagen mit kathodischem Korrosionsschutz“ behandelt. Auch seine Praxiserfahrungen und Lösungsansätze stießen auf reges Interesse.
Den Abschluss bildete der Vortrag von Dr. Thomas Löffler (DENSO Group Germany, Leverkusen). Löffler erläuterte die „Erleichterte Auswahl von Korrosionsschutzmaterialien für Leitungsnachumhüllungen“ anhand des Merkblatts GW 32 und zeigte auf, wie neue Bauwerkskategorien die Materialauswahl vereinfachen können.
Die Veranstaltung endete um ca. 17:00 Uhr mit einem regen Austausch zwischen Referenten und Teilnehmern.
Fazit und Ausblick
Der 19. Praxistag Korrosionsschutz 2025 bestätigte seinen Ruf als wichtigste Fachveranstaltung der Korrosionsschutzbranche im deutschsprachigen Raum. Die hohe Teilnehmerzahl von rund 300 Fachexperten und die Präsenz von 25 Ausstellern unterstreichen die Bedeutung der Veranstaltung für den Wissenstransfer und die Weiterentwicklung der Branche. Die vorgestellten innovativen Mess- und Bewertungsverfahren zeigen deutlich, dass die Korrosionsschutztechnik vor wichtigen technologischen Entwicklungen steht, die sowohl die Effizienz als auch die Zuverlässigkeit der Prüfverfahren erheblich verbessern werden.
Die Veranstaltung bot eine ideale Plattform für den Dialog zwischen Forschung und Praxis und trug erneut maßgeblich zur Weiterentwicklung der Korrosionsschutzbranche bei.
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Die Korrosionsschutzbranche erwartet bereits jetzt mit Spannung die Jubiläumsauflage im kommenden Jahr: Am 17. Juni 2026 wird der Praxistag Korrosionsschutz 20 Jahre!
Weitere Informationen:
Nico Hülsdau, Chefredakteur 3R
Tel.: +49 201 82002-33
E-Mail: n.huelsdau@vulkan-verlag.de









