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Geprüfte Qualität: hier Endkontrolle des IMPREG-Liners
Foto: IMPREG GmbH

21. Schlauchlinertag und 12. Reparaturtag in Düsseldorf

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Autor: Kathrin Mundt

Am 19. und 20. September 2023 finden der 21. Schlauchlinertag und der 12. Reparaturtag im CCD Congress Center Düsseldorf statt. Auf die Teilnehmer warten interessante Vorträge und aktuelle Informationen über die Entwicklungen der Branche, darüber hinaus können sie sich auf ein intensives Netzwerken freuen. Während am ersten Veranstaltungstag die Entwicklung des Schlauchlinings im Fokus steht, geht es am Folgetag um die Reparatur im Spiegel der Nachhaltigkeit. „Wir wollen alle relevanten Aspekte einer in Richtung Qualität, Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit orientierten Kanalsanierung aufgreifen und gemeinsam darüber diskutieren, ob es noch Entwicklungspotenzial beim Schlauchliner und den Reparaturverfahren gibt“, sagt Dr.-Ing. Igor Borovsky, Vorsitzender der Technischen Akademie Hannover e. V. (TAH) und Geschäftsführer des Verbandes zertifizierter Sanierungs-Berater für Entwässerungssysteme e. V. (VSB). Wie in den Vorjahren werden beide Veranstaltungen von begleitenden Fachausstellungen flankiert. Auch bekannte Bausteine wie ein Einsteigerforum oder die moderierten Außenvorführungen werden nicht fehlen.

Zukunft des Schlauchliners

Mit Hilfe eines Synthesefaserliners in Kombination mit Warmwasserhärtung wurden in Hannover 683 m in den Nennweiten DN 1000 bis DN 1200 saniert. Das Besondere: Die Renovierung konnte von einem Schacht aus in drei Haltungen erfolgen. Foto: Aarsleff Rohrsanierung GmbH

Als vor über 50 Jahren die ersten Schlauchliner eingebaut wurden, ahnte wohl kaum jemand, welchen Stellenwert dieses Verfahren zur grabenlosen Sanierung von erdverlegten, drucklosen Entwässerungsleitungen einmal einnehmen würde. Aufgrund seiner vielfältigen Vorteile hat sich das Schlauchlining zu dem Renovierungsverfahren schlechthin entwickelt. Kurze Bauzeiten, Verfahrenssicherheit durch kontinuierliche Kontrolle der Verfahrensparameter im Einbau- und Aushärtungsprozess, die Messtechnik sowie Qualitätsanforderungen und automatisierte Produktionsverfahren haben maßgeblich dazu beigetragen. Hier setzt der 21. Deutsche Schlauchlinertag schon bei der Eröffnung mit einer Zukunftsdiskussion Schlauchliner einen ersten Akzent. Sind wir auf dem richtigen Weg, sind die Grenzen der Anwendbarkeit erreicht? – lauten kritische Fragen, die in der Kongress-Location in Düsseldorf für ersten Diskussionsstoff sorgen werden. „Schlauchlinersysteme spielen ihre Vorteile nicht nur über schnelle Einbauzeiten aus, sondern insbesondere auch über ihre Dauerhaftigkeit und die damit verbundenen langen Abschreibungszeiten“, erklärt Dipl.-Ing. Franz Hoppe, Gründervater des Schlauchlinertages und ehemals bei der Hamburger Stadtentwässerung tätig. „Diese sind allerdings nur realistisch, wenn das Verfahren fachgerecht ausgeführt wird“, nennt Hoppe ein wichtiges Kriterium, das aufgrund von Preisdruck oder Personalmangel nicht immer selbstverständlich ist.

Es ist noch Luft nach oben

Folgerichtig und konsequent greift der Schlauchlinertag auch alle potenziellen Problemlagen und Fehlerquellen im Zusammenhang mit dem Bauverfahren auf: Diskutiert wird deshalb über Schlauchlining in der Ausschreibung und Bauüberwachung. Hier soll es um die Beantwortung der Frage gehen, ob der Preiskampf in der Planungsphase zu Lasten der Qualität geht. Mangelndes Know-how oder Personalmangel in der Planung sind schon zu diesem frühen Zeitpunkt mögliche Störfaktoren, die sich im Verlauf der Baumaßnahme fortpflanzen und ein negatives Licht auf das gesamte Verfahren werfen können. Denn schon im Vorfeld geht es darum, die richtige Entscheidung zu treffen, ob eine Renovierung oder doch eine Erneuerung die richtige Wahl darstellen. Das setzt ein hohes Maß an Fachwissen voraus; auf der anderen Seite muss es mit Blick auf den herrschenden Fachkräftemangel überhaupt jemanden geben, der über die ausreichende Kompetenz verfügt. Ausgesuchte Referenten werden im Rahmen der Veranstaltung über ihre Erfahrungen berichten, wobei auch das Thema Arbeitssicherheit zur Sprache kommen wird. Kurzvorträge von Herstellern zum aktuellen Stand ihrer Produkte, eine Vielzahl weiterer Praxisbeispiele und die Außenvorführungen runden das Programm des 21. Schlauchlinertages ebenso ab wie das Einsteigerforum, in dem Themen wie Schlauchlining in Hauptkanälen und auf Grundstücken angeschnitten werden und über Grundlagen, Einsatzgrenzen und Erfahrungen berichtet wird. Darüber hinaus laden die Stände der Unternehmen und Verbände in der begleitenden Fachausstellung die Besucher zur intensiven Diskussion ein.

Die Reparatur im Spiegel der Nachhaltigkeit

Spachtel- und Verpressverfahren, S10.1: Spachteln eines Querrisses. Foto: Güteschutz Kanalbau

Reparaturverfahren unter besonderer Betrachtung von Nachhaltigkeitsaspekten wird laut Dipl.-Ing. Michael Hippe, Vorstandsvorsitzender des Verbandes zertifizierter Sanierungs-Berater für Entwässerungssysteme e. V. (VSB), den roten Faden des 12. Deutschen Reparaturtags bilden. Damit greift die Veranstaltung ein Thema auf, das bei näherem Hinsehen eine Vielzahl an Facetten aufweist. Viele Kanäle sind in die Jahre gekommen und müssen ständig saniert werden, um eine zuverlässige Abwasserentsorgung sicherzustellen. Damit diese langfristig bezahlbar und vor allem umweltschonend wird, zählt die Wahl des richtigen Sanierungsverfahrens zu den Grundvoraussetzungen für den Sanierungserfolg. „Erneuern, reparieren, renovieren – für eine nachhaltige Kanalsanierung gibt es verschiedene Herangehensweisen“, so Hippe weiter. „Je nach Art und Umfang der Schäden gilt es, die individuellen Anforderungen zu analysieren und dann passende Verfahren auszuwählen. Was ist notwendiges Handeln im Sinne der nachfolgenden Generationen? Diese Frage stellt einen Dreh- und Angelpunkt beim Umgang mit der unterirdischen Kanalinfrastruktur dar. „Bei einer Reparatur habe ich einen sehr geringen Ressourcenverbrauch, mit dem ich den Wert der geschädigten Leitung kurzfristig erhalten kann“, so Hippe. Doch erfüllt das schon den Anspruch an Nachhaltigkeit? Schließlich und endlich besteht die Aufgabe darin, vorausschauend zu planen und zu investieren.

Hintergründe beleuchten

Kritischen Fragen wie diesen soll laut Hippe auf dem diesjährigen Reparaturtag in Düsseldorf auf den Grund gegangen werden. Was ist die richtige Strategie, um das Kanalnetz in einem guten Zustand zu halten? Bei der Beantwortung dieser Frage herrscht mittlerweile Einigkeit in der Branche, dass im Vorfeld dem Planer eine entscheidende Rolle zukommt, wenn es um die Qualität und damit auch Nachhaltigkeit der Sanierung geht. Anschauen, analysieren und die richtige Entscheidung treffen – in dieser Hinsicht weist der Reparaturtag durchaus Schnittmengen zum Schlauchlinertag auf. Wie man die Reparatur als Strategie einsetzen kann und wie vertragsgerechte Kanalsanierung in einer großen Kommune abläuft, macht der Eröffnungsvortrag deutlich. Im Weiteren geht es um das Erkennen, Bewerten und Beherrschen der Risiken einer Reparatur oder – beispielhaft – um die Tücken des Materials Kunststoff von F wie Fräsen bis K wie Kleben. Hinzu kommt mit einem Vortrag über Handlaminat in der Praxis – der schwierige qualitätsgerechte Einbau ein Themenbereich, der nach wie vor nicht ausreichend geregelt ist. „Die Lücke kann nur geschlossen werden, wenn alle Beteiligten sich austauschen und gemeinsam daran arbeiten“, ist Hippe überzeugt. „Und gerade hierfür bietet der Reparaturtag die perfekte Plattform für ausgiebiges Netzwerken, welches immer wieder für die nötigen Impulse sorgt.“

Aus der Praxis für die Praxis

Wie immer berichten Fachleute aus der Praxis: Die richtige Vorbehandlung ist die Basis des Reparaturerfolges beim Kurzliner lautet eine Botschaft an die Teilnehmer. Kann man eine Reparatur als Investition betrachten? Auch darüber soll diskutiert werden, ebenso wie über das Dauerthema Schachtreparatur. Zukunftsweisend wird außerdem die Nutzung künstlicher Intelligenz in der Kanalsanierung unter die Lupe genommen. Kurze Fachvorträge von Herstellern über Innovationen für die Praxis sowie die interessanten Außenvorführungen stellen weitere Bausteine des 12. Reparaturtages dar, der mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Was ist nachhaltiger: Die konsequente Reparatur zum Werterhalt oder die vorausschauende Investition zum Substanzerhalt?“ den Schlusspunkt setzt.

Weitere Informationen: www. schlauchliner.de / www.reparaturtag.de

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