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Digitalisierung revolutioniert Energiebranche

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Autor: Redaktion

Digitalisierung revolutioniert Energiebranche

Heizungen lassen sich per Smartphone von unterwegs regulieren, intelligente Stromnetze gleichen die zunehmenden Lastschwankungen aus und Smart Meter ermöglichen die Entwicklung von neuen Dienstleistungen und Services auf Basis der individuellen Verbrauchsdaten – während Smartphone und Tablet aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, steht die Energiewirtschaft noch am Anfang eines fundamentalen Wandels.
Gerade im Bereich Industrie 4.0 bieten sich enorme Chancen für die Branche. „Die Rolle der Digitalisierung von Kommunikation, Marketing und Vertrieb als Schnittstelle zum Kunden wird von Energieunternehmen im Gesamtkontext der digitalen Transformation aus unserer Sicht noch stark unterschätzt”, so Johann Huber (Industry Manager Energy, Google Germany GmbH). Thomas Zimmermann (CEO der Business Unit Smart Grid Solutions & Services in der Siemens-Division Energy Management) ergänzt: „Daten sind der neue Rohstoff der Energiewirtschaft. Mit dem klugen Einsatz von Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung im Verbund schaffen wird aus ihnen ein mächtiges Werkzeug für den effizienten Betrieb und eine Basis für neue Geschäftsmodelle.“
Gerade im Bereich „Share Economy“ sehen Experten großes Potenzial. So lassen sich beispielweise dezentrale Erzeugungs- und Speichereinheiten in Privathaushalten zu einem virtuellen Kraftwerk vernetzen. Eine Software überwacht dabei automatisch das Angebot an erneuerbaren Energien, den individuellen Verbrauch sowie die aktuellen Strompreise: Gibt es an Tagen mit viel Sonne und Wind einen Energieüberschuss, wird die Energie gespeichert, ist die Strompreisentwicklung an der Börse günstig, wird der Strom verkauft. Digitale Transformation erfordert neue Allianzen Eigenheimbesitzer, IT-Experten, Energieversorger – im Zuge der Digitalisierung bilden sich neue Allianzen. Die Bedeutung der Kunden und ihr Einfluss auf die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen steigen. Der Kunde wird zum so genannten Prosumer, der Energie nicht nur verbraucht, sondern mit Unterstützung einer intelligenten Steuerung auch erzeugt.
„Energieversorger müssen Fähigkeiten aufbauen, um Kunden und ihre Präferenzen besser verstehen zu können“, ist Sev K-H Keil (Chairman & CEO, TrueChoice Solutions Inc., New York, USA) überzeugt. „Nur so kann die Produktentwicklung zielgerichtet erfolgen, Fehlinvestitionen vermieden und ein personalisiertes Einkaufserlebnis in digitalen Vertriebskanälen geschaffen werden. CRM Systeme und Big Data Mining alleine liefern hier keine hinreichende Lösung, da Informationen über die wirklichen Kundenpräferenzen oftmals schlichtweg fehlen.”
Während bisher wenige große Energieversorger ihre Kunden mit Strom und Gas belieferten, werden in Zukunft die Zahl der dezentralen Kraftwerke und der Anteil der Eigenstromerzeugung weiter zunehmen. Hier ist die Expertise der Energieversorgungsunternehmen gefragt, um die Abläufe zu optimieren. Virtuelle Kraftwerke, Demand Side Management, Energieeffizienz – statt auf Kraftwerke setzen immer mehr Unternehmen auf Dienstleistungen.
„Die digitale Transformation wird große Auswirkungen darauf haben, was wir als Energieunternehmen künftig machen und wie wir etwas machen“, meint Matthias Brückmann (stv. Vorsitzender des Vorstandes EWE AG). „Die bisherigen Treiber in unseren heutigen Geschäftsmodellen werden perspektivisch eine untergeordnete Rolle spielen. Es wird darauf ankommen, ein neues Verständnis im Umgang mit Informationen zu entwickeln, denn diese sind der neue Rohstoff für anwendungsgetriebene Geschäftsmodelle.“
In der Übersicht:
Wann? 8.6-9.6.2015
Wo? Steigenberger Hotel Berlin, Los-Angeles-Platz 1, 10789 Berlin

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