Generic filters
FS Logoi

35. Oldenburger Rohrleitungsforum: Zukunftsthemen im Visier

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie haben auch vor dem Oldenburger Rohrleitungsforum nicht haltgemacht. In ihrer 35. Auflage am 27. und 28. Januar 2022 findet die „Kultveranstaltung“ der Tiefbaubranche erstmals in den größeren Weser-Ems-Hallen Oldenburg statt. Unter dem Leitthema „Rohrleitungen und Kabel für eine nachhaltige Zukunftsgesellschaft“ widmet sich das Forum beim kleinen Jubiläum einem Megatrend der nächsten […]

von | 26.11.21

Starkregen Überschwemmung Alexanderstraße

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie haben auch vor dem Oldenburger Rohrleitungsforum nicht haltgemacht. In ihrer 35. Auflage am 27. und 28. Januar 2022 findet die „Kultveranstaltung“ der Tiefbaubranche erstmals in den größeren Weser-Ems-Hallen Oldenburg statt. Unter dem Leitthema „Rohrleitungen und Kabel für eine nachhaltige Zukunftsgesellschaft“ widmet sich das Forum beim kleinen Jubiläum einem Megatrend der nächsten Jahre: Thematisiert werden soll der Umgang der Menschen mit den natürlichen Ressourcen, mit dem Klimawandel, mit dem Wassermangel, aber auch mit der Energiegewinnung und -verteilung.

Das Oldenburger Rohrleitungsforum findet 2022 erstmals in den Weser-Ems-Hallen statt. Foto: Weser-Ems Halle Oldenburg GmbH

„Nach gründlicher Diskussion mit allen Beteiligten mussten wir feststellen, dass die Durchführung der Veranstaltung Ende Januar 2022 im gewohnten Rahmen in den Räumen der Jade Hochschule nicht möglich ist“, sagt Prof. Dipl.-Ing. Thomas Wegener, Vorstandsmitglied des Instituts für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule Oldenburg e. V. und Geschäftsführer der iro GmbH Oldenburg. Das klingt nach Erdrutsch – dennoch war die Neuausrichtung nach Aussage des Hausherrn ohne wirkliche Alternative: Alles, was den Charme des Veranstaltungsortes „Ofener Straße“ ausgemacht hat – von den kurzen Wegen über die persönliche Betreuung durch die studentischen Hilfskräfte bis hin zu dem sprichwörtlichen Gedränge auf den Gängen – war mit Blick auf die zurzeit geltenden Auflagen nicht darstellbar.

Flair soll erhalten bleiben

Vor diesem Hintergrund wurde ein neues, tragfähiges Konzept entwickelt. Ziel dabei war es, Bewährtes mit Augenmaß in eine neue Umgebung zu transferieren. „Wir wollen nicht eine x-beliebige Veranstaltung über die Bühne bringen, sondern alles tun, damit sich unsere Gäste wohl fühlen“, macht Wegener deutlich. Unter anderem sollen themenbezogene Areale geschaffen werden, an denen sich Aussteller und Besucher orientieren können. Möglichst viel vom einmaligen Charme der Veranstaltung soll bewahrt werden. So bleibt die Verantwortlichkeit der handelnden Personen bestehen – und damit auch ein Garant für die persönliche und sympathische Note. Konsequent werden auch weiterhin Studentinnen und Studenten den Charakter des Forums mitprägen. Und wie gewohnt sind neben einer feierlichen Eröffnung am Vorabend und einer Fülle von Fachvorträgen auch der traditionelle „Ollnburger Gröönkohlabend“ geplant.

Aus der Not eine Tugend gemacht

Die Notlösung Weser Ems Hallen schafft allerdings auch hervorragende Perspektiven – insbesondere im logistischen und sicherheitstechnischen Bereich. Mehr Fläche, höhere Räume und eine optimierte Luftqualität sowie großzügige Freiflächen vor den Hallen mit ausreichendem Platz für die dringend benötigten Parkplätze und die Exponate der Aussteller werden letztendlich auch den seit Jahren vorhandenen Wünschen von Dauerkunden nach großzügigeren Standflächen gerecht. Die Nachfrage ist nach Aussage von Prof. Wegener jedenfalls gestiegen – erstmals können auch Anfragen von Unternehmen auf der Warteliste berücksichtigt werden.

Rahmenprogramm soll möglichst bestehen bleiben

Auch 2022 bildet eine feierliche Eröffnung im Sitzungssaal des ehemaligen Landtags am 26. Januar 2022 den Auftakt für die Veranstaltung. Der geplante Einführungsvortrag mit dem Titel „Digitalisierung für saubere und bezahlbare Energie in einer nachhaltigen Zukunftsgesellschaft“ soll dabei für ersten Diskussionsstoff sorgen und auf wichtige Themen des 35. Oldenburger Rohrleitungsforums einstimmen. Neben der Frage der Digitalisierung und der Nachhaltigkeit unseres Tuns ist auch die Entwicklung der Energiewende ein Schwerpunktthema der kommenden Veranstaltung. Tut sich da eigentlich noch was, wie ist der Stand der Dinge, bewegen wir uns in die richtige Richtung, erreichen wir die gesteckten Ziele oder verläuft vieles im Sand? „Fragen wie diese werden inhaltlich an vergangene Veranstaltungen anknüpfen und den fachlichen Austausch weiter befruchten“, ist Wegener überzeugt, nach dessen Meinung Politik und Versorger damit begonnen haben, beim Thema Wasserstoff tragfähige Konzepte und Strategien auf den Weg zu bringen.

Wasserstoff, das chemische Element mit dem Symbol H und der Ordnungszahl 1, wird als Energieträger in der Zukunft für viele Experten eine große Rolle spielen. Foto: ©iStock / davidf

Ökologischer Fußabdruck

Das chemische Element mit dem Symbol H und der Ordnungszahl 1 wird nach Einschätzung vieler Experten als Energieträger in der Zukunft eine große Rolle spielen. Wasserstoff hinterlässt beim Verbrennen praktisch keine Abgase. Das macht das Gas zum idealen Substitut für Kohle, Öl und Erdgas in Industrie und Verkehr somit zu einem idealen Medium für die Umsetzung der Energiewende. Die Anwendungsmöglichkeiten scheinen vielfältig: Wasserstoff kann beispielsweise tagsüber mittels Solarenergie erzeugt und gespeichert werden, um in der Nacht elektrische Energie zu liefern. Dass Wasserstoff darüber hinaus den Gasherd befeuern, ein Auto antreiben und vieles mehr kann, macht ihn zu einem der übergeordneten Themen des Forums, das nicht nur die Gaser mit Spannung verfolgen werden. Hinzu kommen Schlagwörter wie Klimawandel, Wassermangel, Energiegewinnung und -verteilung.

„Letztlich geht es um den Umgang der Menschen mit den natürlichen Ressourcen“, macht Wegener deutlich. „Es geht um den ökologischen Fußabdruck, es geht um das, was jeder von uns mit seinem Handeln oder Nichthandeln an Folgen für die Nachwelt hinterlässt. Dabei spielt unter anderem die Stromwirtschaft und damit das Kabel mit dem Kabelleitungsbau eine große Rolle, denn Kabel und Rohre bilden nur gemeinsam eine gute Grundlage für einen Erfolg unserer Anstrengungen.“

Regenwassermanagement in einer neuen Dimension: Zwei Rigolenkörper sorgen im Starnberger Baugebiet „Am Wiesengrund“ für eine gezielte Sammlung und Ableitung des anfallenden Niederschlagswassers. Foto: Funke Kunststoffe

Aus der Praxis für die Praxis

Vor diesem Hintergrund gibt das Motto „Rohrleitungen und Kabel für eine nachhaltige Zukunftsgesellschaft“ den passenden Rahmen für die in fünf Handlungsstränge eingeteilten Vortragsblöcke. Fachleute der Branche berichten vom Einfluss des Klimawandels auf Wasser- und Abwassernetze. Starkregen, Dürre, Wasserstress oder sinkende Grundwasserspiegel – wie gehen Ver- und Entsorger mit diesen Herausforderungen um, und wie werden die Netze fit für die Zukunft gemacht? Bekannte Protagonisten von Hamburg Wasser, hanseWasser Bremen oder dem im Nordwesten Deutschlands bedeutsamen OOWV Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband schildern Ihre Erfahrungen mit dem Regenwassermanagement in der wassersensiblen Stadtentwicklung oder mit dem Dauerthema Instandhaltung von Kanälen.

Daneben wird den sogenannten Klassikern wie gewohnt ausreichend Platz eingeräumt. Hersteller von Rohrsystemen aus den bekannten Werkstoffen stellen Ihre neusten Entwicklungen vor und kommen genauso zu Wort wie die Anbieter von grabenlosen Verlegetechniken. Digitalisierungsthemen, die Vorstellung außergewöhnlicher Bauprojekte sowie Spezialthemen wie Fernwärme und Schweißtechnik runden das zweitägige Forum inhaltlich ab.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Die Überflutung ganzer Ortschaften aufgrund überlasteter Kanalisationssysteme ist eine Auswirkung des Klimawandels. Foto: Thomas Husmann

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Kommunen bekämpfen Wassermangel durch anhaltende Trockenheit mit fünf Maßnahmen
Kommunen bekämpfen Wassermangel durch anhaltende Trockenheit mit fünf Maßnahmen

Sinkende Pegel an Rhein und Donau haben die Wasserversorgung deutscher Kommunen unter Druck gesetzt. Die Stadt Stuttgart hat deshalb seit Ende Juni die Wasserentnahme aus Flüssen und Seen eingeschränkt. Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat prognostiziert, dass mehr als die Hälfte der Kommunen im Land den Trinkwasser-Spitzenbedarf bis 2050 unter heutigen Bedingungen nicht mehr decken kann. Deshalb hat Drees & Sommer Maßnahmen für Kommunen und Industrie zusammengestellt, mit denen sich Wasserverluste im Leitungsnetz senken und Ressourcen mehrfach nutzen lassen.

mehr lesen
Horizontalspülbohrung schließt Lücke in Wasserstoff-Pipeline unter dem Dortmund-Ems-Kanal
Horizontalspülbohrung schließt Lücke in Wasserstoff-Pipeline unter dem Dortmund-Ems-Kanal

Thyssengas stellt für eine Wasserstoff-Pipeline im Münsterland eine 2009 unterbrochene Kanalquerung wieder her. Das neue Stück der Coesfeld-Rinkerode Leitung entsteht im Horizontalspülbohrverfahren unter dem Dortmund-Ems-Kanal. Bei einer Baustellenbesichtigung haben sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft am 16. Juli über den Fortschritt der Arbeiten informiert. Insgesamt rüstet der Netzbetreiber eine 45 Kilometer lange ehemalige Mineralölleitung auf den Transport von Wasserstoff um.

mehr lesen
IKT sucht kommunale Vorbilder:  „Goldener Kanaldeckel 2026“ – jetzt bewerben
IKT sucht kommunale Vorbilder: „Goldener Kanaldeckel 2026“ – jetzt bewerben

Das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur schreibt zum 19. Mal den Preis „Goldener Kanaldeckel“ aus. Ausgezeichnet werden Mitarbeiter:innen von Stadtentwässerungen, Tiefbauämtern und Stadtwerken, die mit einem konkreten Projekt die kommunale Abwasserwirtschaft vorangebracht haben. Bewerbungen und Vorschläge können bis zum 31. August 2026 eingereicht werden.

mehr lesen
Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre
Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre

Zahlreiche Kunststoffrohrleitungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren haben ihre ursprünglich auf 50 Jahre veranschlagte Mindestlebensdauer erreicht. Netzbetreiber stehen deshalb vor der Entscheidung, ob sie ihre Rohrsysteme weiter nutzen oder sanieren. Um Betreiber bei der Frage zu unterstützen, hat das Kunststoff-Zentrum SKZ ein Prüf- und Analyseverfahren entwickelt. Mit diesem können Netzbetreiber den tatsächlichen Zustand der Rohrsysteme bewerten und Investitionen gezielter planen. 

mehr lesen

Publikationen zum Thema