Generic filters
FS Logoi

Abwasser-Monitoring: Rückblick auf Online-Konferenz

Mit der Veranstaltung brachte das Technologieland Hessen Unternehmen und Wissenschaftler aus den Bereichen Abwasserbehandlung, PCR-Analytik und Data Sciences mit Vertretern aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst zusammen, um gemeinsam über die Herausforderungen und Lösungsansätze beim Aufbau eines Abwasser-Monitoring-Systems zu diskutieren.

von | 22.04.21

Mit der Veranstaltung brachte das Technologieland Hessen Unternehmen und Wissenschaftler aus den Bereichen Abwasserbehandlung, PCR-Analytik und Data Sciences mit Vertretern aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst zusammen, um gemeinsam über die Herausforderungen und Lösungsansätze beim Aufbau eines Abwasser-Monitoring-Systems zu diskutieren.

Am Ende waren sich die Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden einig: Abwassermonitoring kann entscheidend zur Bewältigung der Covid-19-Pandemie beitragen. Zudem lässt sich das Verfahren in Zukunft auch auf andere Erreger übertragen. Auf dem Weg zu einem abwasserbasierten Frühwarnsystem gilt es nun, die letzten Hürden zu bewältigen.

Infektionsgeschehen über das Abwasser überwachen 

Am 9. und 10. Februar 2021 begrüßte das Technologieland Hessen über 125 Teilnehmer aus 18 Nationen zur internationalen Online-Konferenz „Monitoring von SARS-CoV-2 im Kanalnetz“. Bereits während der Science Session wurde klar: Es ist möglich, das Infektionsgeschehen über eine Beprobung und Analytik des Abwassers begleitend zu überwachen. Pandemiewellen sowie das Auftreten von Mutationen lassen sich so frühzeitig erkennen. Denn die Ergebnisse der Wissenschaftler aus Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Großbritannien und Schweden zeigten übereinstimmend, dass die im Abwasser gemessenen Mengen an Viren-RNA das Infektionsgeschehen gut wiedergeben – und zwar schneller als über die Testung von Einzelpersonen. Dabei basiert die Abwasseranalytik wie die klinische Diagnostik auf PCR-Tests. Mit Sequenzierungstechniken lassen sich zudem Mutationen im Abwasser nachweisen. 

Herausforderungen eines Monitoringsystems 

Für eine effizientes Abwassermonitoring müssen die Ergebnisse jetzt aus der Forschung in die Praxis überführt werden. Der Fokus des zweiten Konferenztages lag daher auf diversen Instrumenten, die das Monitoring entlang einer Prozesskette von der Beprobung und Analytik bis zur Datennutzung unterstützen könnten. Diskutiert wurden digitale Modelle von Kanalnetzen, bioanalytische Instrumente, die Software Nextstrain zur Visualisierung des Mutationsgeschehens und das Datenmanagement-System SORMAS, auf das die Hälfte der deutschen Gesundheitsämter bereits zugreifen kann. Als größte Herausforderung wurde dabei die Notwendigkeit einer globalen Standardisierung der Analytik identifiziert, um ein international einheitliches Vorgehen sicherzustellen. Aber auch die enge Kooperation zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen sowie zwischen Wissenschaft, Industrie und Behörden sind unerlässlich. Das Technologieland Hessen steht den Akteuren auf diesem Weg als Partner zur Seite und wird die weitere Entwicklung tatkräftig unterstützen.

Den Ergebnisbericht bzw. Workshop-Report der Online-Konferenz finden Sie hier.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre
Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre

Zahlreiche Kunststoffrohrleitungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren haben ihre ursprünglich auf 50 Jahre veranschlagte Mindestlebensdauer erreicht. Netzbetreiber stehen deshalb vor der Entscheidung, ob sie ihre Rohrsysteme weiter nutzen oder sanieren. Um Betreiber bei der Frage zu unterstützen, hat das Kunststoff-Zentrum SKZ ein Prüf- und Analyseverfahren entwickelt. Mit diesem können Netzbetreiber den tatsächlichen Zustand der Rohrsysteme bewerten und Investitionen gezielter planen. 

mehr lesen
Gasaufbereitung sichert Wasserstoffqualität für den Leitungstransport
Gasaufbereitung sichert Wasserstoffqualität für den Leitungstransport

Die Gasaufbereitungsanlage im Energiepark Bad Lauchstädt hat die H₂-Dichtheitsprüfung des TÜV Thüringen bestanden und ist damit bereit für den stufenweisen Hochlauf. Die Anlage bringt Wasserstoff aus einem 30-MW-Elektrolyseur auf einen Reinheitsgrad von 99,97 Prozent, bevor das Gas über eine rund 25 Kilometer lange Leitung zur TotalEnergies-Raffinerie in Leuna transportiert wird.

mehr lesen
Wasserstoffproduktion aus kommunalem Abwasser
Wasserstoffproduktion aus kommunalem Abwasser

Das Forschungsprojekt reSYNERGY stärkt die Resilienz von Wasser- und Energiesystemen durch die Nutzung von Abwasser für die grüne Wasserstoffproduktion. Geleitet wird das Projekt vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE).

mehr lesen
Korrosionsgeschütztes Kanalrohr gewinnt Wärme aus Abwasser
Korrosionsgeschütztes Kanalrohr gewinnt Wärme aus Abwasser

Die Bernhard Müller Betonsteinwerk GmbH hat ein korrosionsgeschütztes Kanalrohr mit integriertem Wärmetauscher auf den Markt gebracht. Das Rohr gewinnt Wärme direkt aus dem durchfließenden Abwasser, ohne den Kanalbetrieb einzuschränken. Städte und Gemeinden erhalten damit eine zusätzliche Option für die kommunale Wärmeplanung.

mehr lesen
Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein
Rheinwassertransportleitung erhält Verteilbauwerk am Rhein

Die RWE Power AG hat am 6. Juli mit dem Bau eines Verteilbauwerk für eine Rheinwassertransportleitung in Grevenbroich-Allrath gestartet. Ab 2030 soll das Bauwerk eine Bündelungsleitung vom Rhein mit zwei Trassen zu den künftigen Tagebauseen Hambach und Garzweiler verbinden. So soll Rheinwasser in die beiden Tagebauseen geleitet werden und damit die geplante Flutung der Restlöcher ermöglichen.

mehr lesen

Publikationen zum Thema