Generic filters
FS Logoi

Fachtage Fernwärme: Branchentreffen traf auf große Resonanz

Die Fachtage Fernwärme, die am 28. und 29. April in Kassel stattfanden, waren laut Veranstalter AGFW | Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V. „ein voller Erfolg“. Mehr als 1.100 Expertinnen und Experten waren der Einladung des Energieeffizienzverbandes ins Kongress Palais gefolgt.

von | 30.04.26

Fachtage Fernwärme: Zahlreiche Seminaren und Workshops rückten Themen rund um die Fernwärme in den Fokus
Bildquelle: AGFW

In 16 verschiedenen Seminaren und Workshops diskutierten die Teilnehmer über die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, neue technologische Innovationen und tauschten Erfahrungen zu weiteren Themen aus, wie der kommunalen Wärmeplanung, aus. Eine große Fachausstellung, unter Schirmherrschaft der Stadtwerke Gießen, mit 60 Ständen rundete die Veranstaltung ab. AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch und sein Nachfolger Frank Mattat freuten sich über die große Resonanz.

Hohe Relevanz der Fernwärme für Energie- und Wärmewende

„Die Koalition in Berlin räumt der Fernwärme selbst großen Stellenwert ein, was wir grundsätzlich begrüßen. Zugleich lassen wichtige gesetzliche Regelungen auf sich warten, wodurch der Hochlauf der Wärmewende ausgebremst wird“, so AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch. Bestes Beispiel dafür sei die Wärmelieferverordnung, deren Novelle seit Langem angekündigt werde, ohne dass konkret etwas passiere. „Die Unternehmen erwarten von der Politik hier konkrete Zusagen, dass das Kostenneutralitätsgebot geändert wird, weil ansonsten der Ausbau von Wärmenetzen nicht gelingen wird.“ Auch die Kraft-Wärme-Kopplung als wichtige Effizienztechnologie sei für die Versorgungssicherheit – gerade in der aktuellen Zeit geopolitischer Krisen – immens wichtig.

Mehr Mut und Geschwindigkeit gefordert

Fernwärme als „entscheidender Faktor für das Gelingen der Energiewende“ müsse „weitaus stärker als bisher flankiert und unterstützt werden“, wie der neue AGFW-Geschäftsführer Frank Mattat von der Bundesregierung forderte. Nur so könne die Branche „die großen Herausforderungen der Wärmewende erfolgreich bewältigen“. Weiter forderte er „verlässliche Rahmenbedingungen“, um künftig  „die notwendigen Milliardeninvestitionen stemmen zu können“. Die Branche sei auf „einen stabilen Förderrahmen durch die Bundesförderung effiziente Wärmenetze angewiesen“.

Auch Gebäudemodernisierungsgesetz und Wärmepaket im Fokus

„Bei der Ausgestaltung des Gebäudemodernisierungsgesetzes ist unsere Erwartung, dass nunmehr ein Level Playing Field geschaffen wird. Fernwärme darf durch einen unausgewogenen Rahmen nicht weiter diskriminiert werden“, so Frank Mattat weiter. „Das angekündigte Wärmepaket enthält für unsere Branche wichtige Punkte; das begrüßen wir. Allerdings können wir uns gerade mit Blick auf die notwendigen Anpassungen der Wärmelieferverordnung keinen weiteren Aufschub leisten, wenn die Wärmewende gelingen soll“.

Über den AGFW

Der AGFW vertritt mit seiner technischen, betriebswirtschaftlichen, juristischen, energie- und umweltpolitischen Expertise die Interessen von mehr als 740 Unternehmen der Wärmewirtschaft und blickt auf über 50 Jahre Verbandsarbeit zurück. Der in Frankfurt am Main ansässige Verband vereint neben einer Vielzahl von Stadtwerken auch Energiedienstleister und Unternehmen, die mit der Planung, Entwicklung und Herstellung von Wärme-/Kälteerzeugungs- und Verteilungsanlagen befasst sind. Darüber hinaus ist der AGFW mit seinem fernwärmespezifischen Regelwerk wichtiger Regelsetzer und standardisiert die Fern-wärmetechnik national und international.

(Quelle: AGFW)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Wärmewende: Studie bestätigt Rolle von Wärmepumpen und Wärmenetzen
Wärmewende: Studie bestätigt Rolle von Wärmepumpen und Wärmenetzen

Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE und Öko-Institut haben die zweite Ausgabe ihrer Studie zur kommunalen Wärmeplanung vorgelegt. Darin haben sie die Ergebnisse aus rund 380 Wärmeplänen von etwa 940 Kommunen ausgewertet. Die Untersuchung bestätigt, dass Wärmepumpen und Wärmenetze die tragenden Säulen der künftigen Wärmeversorgung in Deutschland bilden, zeigt jedoch weiterhin Lücken bei den Annahmen zu Gebäudesanierung, Biomasseeinsatz und industrieller Prozesswärme.

mehr lesen
Behörde benennt Prüfstelle für Niederschlagswasser an Bahnanlagen
Behörde benennt Prüfstelle für Niederschlagswasser an Bahnanlagen

Das Eisenbahn-Bundesamt hat das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur als Prüfstelle für dezentrale Niederschlagswasserbehandlungsanlagen an Bahnanlagen benannt, wie das Institut am 5. August mitgeteilt hat. Hersteller können die Reinigungsleistung ihrer Systeme damit künftig für den Einsatz an Gleisanlagen nachweisen lassen, wo neben Schwermetallen auch Herbizide im Abfluss auftreten können.

mehr lesen
CO2-Bilanzierungsregeln bestimmen Wirtschaftlichkeit von Elektrolyseanlagen
CO2-Bilanzierungsregeln bestimmen Wirtschaftlichkeit von Elektrolyseanlagen

Forschende der Universität Mannheim haben berechnet, wie sich CO₂-Bilanzierungsregeln auf die Wirtschaftlichkeit von Power-to-Gas-Anlagen auswirken. Die im Nature Communications veröffentlichte Studie nimmt dabei die Perspektive gewinnorientierter Unternehmen ein. Die Ergebnisse zeigen: Strenge Regeln bieten ausreichende Investitionsanreize bei Renditen von 8 bis 15 Prozent, garantieren aber keinen kohlenstoffarmen Wasserstoff. Weniger strenge Regeln erhöhen die Renditen auf bis zu 23 Prozent.

mehr lesen
WONKa: Bundesnetzagentur ordnet Wasserstoffnetzkosten und Kapitalverzinsung neu
WONKa: Bundesnetzagentur ordnet Wasserstoffnetzkosten und Kapitalverzinsung neu

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 29. Juli ein Verfahren zur Neuregelung der Netzkosten und der Kapitalverzinsung für Wasserstoffnetze eingeleitet. Die „Festlegung für einen Wasserstoff-Ordnungsrahmen zu den Netzkosten und Methoden der Kapitalverzinsung” (WONKa) löst die bisherige „Verordnung über die Kosten und Entgelte für den Zugang zu Wasserstoffnetzen“ (WasserstoffNEV) ab und soll eine Regelungslücke bei den Zinssätzen für die Kapitalverzinsung schließen. Sie soll für die Kostengenehmigungsverfahren ab dem Jahr 2028 in Kraft treten. Ein Konsultationsentwurf ist für Dezember angekündigt.

mehr lesen
Erfolgreiche Kanalsanierung ist kein Zufall
Erfolgreiche Kanalsanierung ist kein Zufall

Schlauchlining ist eines der wichtigsten Verfahren der grabenlosen Kanalsanierung. Doch was entscheidet darüber, ob aus einem bewährten Verfahren auch eine dauerhaft erfolgreiche Sanierungsmaßnahme wird? Genau dieser Frage widmet sich der 24. Deutsche Schlauchlinertag am 8. September 2026 im Kongress Palais Kassel.

mehr lesen

Publikationen zum Thema