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IFAT Munich 2026 zieht Bilanz: Umwelttechnologien als globale Schlüsselindustrie

Die IFAT Munich 2026, seit 60 Jahren globaler Treffpunkt der Umwelttechnologiebranche, zieht Bilanz: Vom 4. bis 7. Mai präsentierten sich in München rund 3.400 Aussteller, rund 142.000 Besucher besuchten die Messe. Unternehmen aus rund 60 Ländern und Regionen zeigten auf einer Fläche von 300.000 Quadratmetern ihre Lösungen für Wasser, Recycling und Circularity.

von | 08.05.26

Rund 142.000 Besucher kamen 2026 zur IFAT nach München
© Messe München GmbH

„Die Rekordbeteiligung auf der IFAT Munich 2026 zeigt deutlich: Kreislauf- und Wasserwirtschaft haben Systemrelevanz und ist die nächste globale Schlüsselindustrie“, fasst Stefan Rummel, CEO der Messe München, zusammen. „Umso wichtiger ist die IFAT Munich als Plattform. Sie ermöglicht den entscheidenden Wissenstransfer und verschafft der Branche die nötige Sichtbarkeit, um gemeinsam mit der Politik in den Dialog zu kommen und die richtigen Weichen zu stellen.“

CEO Stefan Rummel begrüßte rund 3.400 Aussteller in München. © Messe München GmbH

Bundesumweltminister Carsten Schneider im Gespräch mit IFAT Munich-Ausstellern. © Messe München GmbH

Industrie und Politik im Austausch

Neben deutschen Staatsministern und internationalen Ministerdelegationen machte sich 2026 die EU-Kommissarin für Umwelt, Resiliente Wasserversorgung und Wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft, Jessika Roswall, ein Bild von den zukunftsweisenden Lösungen für Wasser, Recycling und Zirkularität. Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte auf der Messe, dass Umwelttechnologien Kernvoraussetzungen für Souveränität, Sicherheit und Wohlstand seien. Dr. Johannes F. Kirchhoff, Vorsitzender des Fachbeirats der IFAT Munich, ergänzte, dass die Transformation zur zirkulären und ressourceneffizienten Wirtschaft Voraussetzung für Stabilität, Rohstoffresilienz, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit ist.

Studie zu Circular Economy vorgestellt

Dem großen wirtschaftlichen Potenzial der Circular Economy hat sich eine Studie der Boston Consulting Group im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) gewidmet. Diese wurde von der IFAT Munich unterstützt und auf der Weltleitmesse vorgestellt. Demnach kann sich die zirkuläre Bruttowertschöpfung in Deutschland von heute 60 Mrd. Euro auf bis zu 125 Mrd. Euro im Jahr 2045 mehr als verdoppeln – und dies innerhalb bestehender Industrie- und Wertschöpfungsstrukturen. Die zusätzliche Wertschöpfung kann sich kumuliert bis 2045 auf bis zu 880 Mrd. Euro summieren, so die Studie. Recycling und Wiederverwendung könnten bis zum Jahr 2045 zwischen 20 und 40 % der strategischen Rohstoffimporte ersetzen.

Bei der Leitungsbau Challenge stellen sich Teams aus Leitungsbauunternehmen, Ausbildungszentren und Netzgesellschaften praxisnahen Herausforderungen: vom Aufbau komplexer Schieberkreuze bis hin zu Reparaturaufgaben an beschädigten Rohrleitungen. Gefragt sind Präzision, Schnelligkeit, technisches Verständnis und Teamgeist.

Elf Teams, bestehend aus Auszubildenden sowie Berufsanfängerinnen und Berufsanfängern, kämpften diesmal auf der IFAT um den Sieg. Den Titel holte die Karl Krumpholz Rohrbau GmbH aus Kronach, dicht gefolgt von der Echterhoff Bau GmbH (Niederlassung Dessau-Roßlau) und dem Bildungsverein der Ver- und Entsorgungsunternehmen Thüringen e. V. mit Sitz in Weimar.

Nachwuchswettbewerb: Leitungsbau Challenge 2026

Leitungsbau Challenge des rbv: Die Teams waren mit vollem Einsatz dabei. Foto: rbv/Sabine Grothues

Das Unternehmen Karl Krumpholz Rohrbau hat die auf der IFAT am 5. und 6. Mai ausgetragene Leitungsbau Challenge 2026 gewonnen. Der Nachwuchswettbewerb war vom Rohrleitungsbauverband (rbv) organisierte worden.

„In einer Branche, die angesichts des Fachkräftemangels auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen ist, setzt die Leitungsbau Challenge ein sichtbares Zeichen. Der Beruf des Leitungsbauers ist attraktiv – und die nächste Generation ist bereit“, sagt Martina Buschmann, Hauptgeschäftsführerin des rbv.

Die Leistung der Nachwuchskräfte überzeugte auch den Bayerischen Rundfunk, der in der Abendschau über die IFAT und die Leitungsbau Challenge berichtete. Der Wettbewerb wird vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) unterstützt und von der rbv-Nachwuchsinitiative #pipeline31 präsentiert.

Geschlossene Stoffkreisläufe: mehr Ressourcensicherheit

Im Fokus der IFAT standen effiziente Ressourcennutzung, geschlossene Stoffkreisläufe und reduzierte Abhängigkeit von Primärrohstoffen.

„Die IFAT zeigt, dass wir in Deutschland in der Lage sind, eine weltführende Position in der Kreislaufwirtschaft nicht nur zu verteidigen, sondern sogar auszubauen“, sagt Remondis-Vorstand Thomas Conzendorf. „Denn die Ausstellerzahlen liegen mittlerweile höher als vor Corona. Wir arbeiten also in einer echten Zukunftsbranche. Das sollte uns allen Mut machen, zuversichtlich und positiv in die Zukunft zu schauen.“

Resilienz der Wasserinfrastrukturen im Fokus

Auch die Resilienz von Leitungen und Wassersystemen gehört zu den großen Herausforderungen der Zeit. Zum einen braucht es effektiven Schutz vor gezielten Eingriffen in die Infrastruktur, etwa durch physische Sabotage oder Cyberangriffe, aber auch resiliente Lösungen mit Blick auf Starkregen, Überschwemmungen, extreme Hitze und Wassermangel.

„Die IFAT Munich 2026 hat erneut eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll sie als Weltleitmesse für den Austausch und die Weiterentwicklung zentraler Zukunftsthemen ist“, sagt Rainer Köhler, Vorstand Technologie Huber SE. „Die Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie die Abfall- und Recyclingbranche spielen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, Kreislaufwirtschaft und Klimaresilienz nachhaltig zu stärken. Wasser, Energie, Umwelt und Klima gehören zu den drängendsten Aufgaben unserer Zeit – und genau hier setzt die IFAT wichtige Impulse.“

Auf dem Freigelände waren mehr als 110 Maschinen und Fahrzeuge im Einsatz. © Messe München GmbH

Hohe internationale Resonanz auch nach 60 Jahren

Laut IFAT ist „der internationale Anteil von über 50 % bei Ausstellern und Besuchern trotz der aktuellen Energiekrise und geopolitischen Konflikte ungebrochen hoch“. Auf den oberen Plätzen rangierten in diesem Jahr auch Deutschland, Italien, China und die Niederlande.

„Im 60. Jubiläumsjahr zeigt sich nicht nur eindrucksvoll, wie stark die IFAT Munich international verankert ist, sondern sie verzeichnet Spitzenwerte und Effizienzgewinne für Besucher und Aussteller bei gekürzter Laufzeit“, sagt Exhibition Director Philipp Eisenmann. „Umwelttechnologien sind, entgegen dem Trend in vielen anderen Branchen, ein relevanter Wachstumsmarkt – und die IFAT Munich ist seit sechs Jahrzehnten die zentrale Plattform dafür.“

Die nächste IFAT Munich findet vom 29. Mai bis 1. Juni 2028 in München statt.

(Quellen: IFAT Munich und rbv)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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