Im Mittelpunkt der Kölner Netzmeistertage stehen regelmäßig die aktuellen Entwicklungen und Best-Practice-Lösungen für den beruflichen Alltag von Netzmeistern. Martina Buschmann, Hauptgeschäftsführerin des rbv, hob in ihrer Begrüßung bei der diesjährigen Ausgabe hervor, wie wichtig die Qualifikation der im Leitungsbau tätigen Menschen ist. Um die anstehenden Aufgaben rund um die Energie- und Wärmewende entschlossen anpacken zu können, müssen Technik und Regelwerke sicher beherrscht und Wissen kontinuierlich aktualisiert werden.
„Netze werden gebraucht, gebaut, betrieben und instandgehalten. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie schnell, unter welchen Rahmenbedingungen und mit welchen technischen Anforderungen dies geschieht. Für Netzmeister gibt es viel zu tun“, betonte Buschmann.
Zum Auftakt des ersten Tages ging es um neue DIN-/DVGW-Regelwerke für Gas und Wasser. Clemens Bargsten, Referent Berufsbildung des rbv, und Lothar Schiffmann, langjähriger Vorsitzender des IHK-Prüfungsausschusses Netzmeister, gaben einen Überblick über relevante Neuerungen und deren Bedeutung für die tägliche Arbeit im Netzalltag. Dabei wurde deutlich, welche unmittelbaren Auswirkungen weiterentwickelte Regelwerke auf Bauüberwachung, Dokumentation, Ausbildung und Betriebspraxis haben.
Große Aufgaben für kleine Stadtwerke
Manfred Hochbein von der Gelsenwasser AG zeigte, weshalb insbesondere kleinere Stadtwerke im Zusammenhang mit der Energiewende unter massivem Umsetzungsdruck stehen. Als Mehrspartenunternehmen müssten sie Versorgungssicherheit, Regelkonformität, Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit dauerhaft gewährleisten und zugleich Netzausbau, kommunale Wärmeplanung, neue Lastprofile durch Photovoltaik, Wärmepumpen und Elektromobilität sowie erhebliche Investitionsbedarfe bewältigen.
Andreas Steffens von der RheinNetz GmbH sprach über den notwendigen Ausbau der Fernwärmenetze als tragende Säule künftiger Wärmeversorgung. „Energiewende bedeutet Wärmewende, und Wärmewende bedeutet Ausbau, Verdichtung und sichere Beherrschung der Netze“, so seine Botschaft. Damit verändere sich auch die Rolle der Netzmeister. Sie müssten sich mit mehr Projekten, steigenden Kosten, Lieferengpässen, Fachkräftemangel und begrenzten Kapazitäten sowie anspruchsvollen technischen Rahmenbedingungen auseinandersetzen.
Anwender und Anbieter im direkten Dialog
Der zweite Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen der Industrie. In Vorträgen und einer begleitenden Ausstellung wurden Geräte, Materialien und Verfahren vorgestellt, darunter Überwachungssysteme für Fernenergienetze, Lösungen für kalte Nahwärme und Methoden zur fahrzeuggestützten Rohrnetzinspektion.
Der direkte Dialog zwischen Anwendern und Anbietern sowie zahlreiche Netzwerk-Möglichkeiten sind ein fester Bestandteil der Kölner Netzmeistertage und werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern regelmäßig als besonderer Mehrwert benannt. Für viele Netzmeister ist der kollegiale Kontakt zu Berufskollegen aus anderen Unternehmen und Regionen ein unabhängiger Grund für die Teilnahme.
(Quelle: rbv)






