Generic filters
FS Logoi

Rund 400 Teilnehmer und 50 Aussteller beim Dresdner Fernwärme-Kolloquium

Das 28. Dresdner Fernwärme-Kolloquium war ein voller Erfolg: Mehr als 350 Teilnehmer vor Ort, 50 Online-Teilnehmer und 50 Aussteller waren der Einladung des AGFW zum traditionellen jährlichen Branchentreff gefolgt. Vertreter aus Politik, Mitgliedsunternehmen und Verband diskutierten am 19. und 20. September im Dresdner World-Trade-Center über aktuelle Herausforderungen, neue Technologien und Lösungen für die Wärmewende. Im […]

von | 26.09.23

V.l.: AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch, Laudator Udo Wichert, AGFW-Präsident Dr.-Ing. Hansjörg Roll sowie Preisträger Prof. Dr. Matthias Koziol
Silke Laufkötter

Das 28. Dresdner Fernwärme-Kolloquium war ein voller Erfolg: Mehr als 350 Teilnehmer vor Ort, 50 Online-Teilnehmer und 50 Aussteller waren der Einladung des AGFW zum traditionellen jährlichen Branchentreff gefolgt. Vertreter aus Politik, Mitgliedsunternehmen und Verband diskutierten am 19. und 20. September im Dresdner World-Trade-Center über aktuelle Herausforderungen, neue Technologien und Lösungen für die Wärmewende. Im Fokus dabei: Die Transformationsplanungen der Fernwärmebranche, die kommunale Wärmeplanung, der Erfahrungsaustausch zur Nutzung erneuerbarer Energien in der Fernwärme sowie zahlreiche Innovationen im Bereich der Digitalisierung und Betriebsoptimierung.

Die Branche steht vor großen Herausforderungen

AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch wertete den starken Zuspruch in der Rückschau auf die beiden Kongresstage als positives Signal. „Die Branche steht vor großen Herausforderungen. Erfahrungsaustausch und Vernetzung sind hier wichtige Elemente. Unsere Mitgliedsunternehmen, darunter zahlreiche Stadtwerke aus ganz Deutschland, haben in den vergangenen Jahren bereits große Summen in die Dekarbonisierung ihrer Wärmenetze investiert. Diese Transformation hin zu einer klimaneutralen, grünen Fernwärmeversorgung werden sie engagiert fortsetzen. Allerdings sind sie dabei auf Unterstützung durch die Politik und passende Förderkonditionen angewiesen.“ Die Klimaziele der Bundesregierung blieben trotz der großen Auswirkungen der Ukrainekrise auf den deutschen Energiesektor weiterhin bestehen, so Lutsch. „Damit uns die Balance aus Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung und Bezahlbarkeit der Wärme gelingt, benötigen wir ein Umdenken, gesamtgesellschaftlich, aber auch politisch. Wenn die Fernwärme als bevorzugte Lösung zur Dekarbonisierung der Innenstädte angesehen wird, müssen Fördervolumina auch dementsprechend zur Verfügung stehen.“

Betonung der Relevanz von Fernwärme

Christian Maaß (li.), Leiter der Abteilung Energiepolitik – Wärme und Effizienz im Bundeswirtschaftsministerium mit AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch

Lutsch begrüßte in diesem Zusammenhang die Äußerungen von Christian Maaß, Leiter der Abteilung Energiepolitik – Wärme und Effizienz im Bundeswirtschaftsministerium auf dem diesjährigen Kolloquium. Dieser hatte die Relevanz der Fernwärme für das Gelingen der Wärmewende betont. Fernwärme sei die einfachste Lösung zur Dekarbonisierung der Innenstädte zu vertretbaren Preisen. Er ermunterte die Unternehmen, die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) in Anspruch zu nehmen und entsprechende Anträge zu stellen. Wenn die Nachfrage stimme, könne auch über eine Ausweitung des bisherigen Fördervolumens gesprochen werden. AGFW-Präsident Dr.-Ing. Hansjörg Roll forderte diese Erhöhung des BEW Fördervolumens als wichtiges Signal an die Unternehmen ein. Zudem sollte das Programm nicht länger haushaltsabhängig sein, was einen Unsicherheitsfaktor für Investitionen darstelle. Außerdem müsse die Wärmelieferverordnung angepasst werden, da sie nach wie vor den Ausbau und die Modernisierung der Fernwärme bremse.

Die kommunale Wärmeplanung spielt derzeit eine wichtige Rolle

Städte und Gemeinden in ganz Deutschland beschäftigen sich aktuell mit der kommunalen Wärmeplanung. Parallel sind die Versorger mit ihren Transformationsplanungen weit fortgeschritten. Wie wichtig hierbei die frühzeitige Einbeziehung und „Verdrillung“ sämtlicher relevanter Akteure ist, verdeutlichte die von Harald Rapp, AGFW-Bereichsleiter Stadtentwicklung, moderierte Diskussionsrunde mit Spitzenvertretern der wohnungswirtschaftlichen Verbände. Speziell die Perspektiven von Kommune, Versorger, Wohnungswirtschaft und Energieagenturen im gemeinsamen Zusammenspiel seien entscheidend, damit am Ende ein für die Bürger tatsächlich gut nutzbares Konzept entstehe, so der einhellige Tenor der Diskussionsteilnehmer.

Für seine langjährigen Verdienste um die Fernwärme wurde Prof. Dr. Matthias Koziol im Rahmen des Kolloquiums mit dem 9. ETA-Ehrenpreis des AGFW ausgezeichnet. Laudator Udo Wichert, selbst AGFW Ehrenmitglied und 8. ETA-Ehrenpreisträger, dankte Prof. Koziol stellvertretend für den Verband für das große Engagement. Koziol habe es stets geschafft, akademisches Wissen in Projekte vor Ort zu übertragen. Der Preisträger hat die Weiterentwicklung der Fernwärme in den verschiedensten Funktionen in der Wissenschaft, als politischer Berater und auch in der direkten Projektarbeit bei den AGFW Mitgliedsunternehmen spürbar geprägt. Prof. Koziol bedankte sich für die Auszeichnung und betonte seinerseits die Relevanz einer ehrlichen Diskussion, um Dinge voranzubringen. Diese Offenheit habe er stets bei den vielen Mitstreitern im Verband und aus den Unternehmen gefunden. Sie trage zu dem guten Ruf bei, den die Fernwärme heute zu Recht besitze.

(Quelle: AGFW)

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Talsperren bewahren die Ruhr vor dem Trockenfallen
Talsperren bewahren die Ruhr vor dem Trockenfallen

Im Einzugsgebiet der Ruhr sind im Juli nur 22 Millimeter Niederschlag gefallen, 77 Prozent weniger als üblich, wie der Ruhrverband am 7. August mitgeteilt hat. Ohne den Ausgleich durch das Talsperrensystem wäre der Fluss am Pegel Villigst bei Schwerte an 18 von 31 Tagen streckenweise trockengefallen.

mehr lesen
Wärmewende: Studie bestätigt Rolle von Wärmepumpen und Wärmenetzen
Wärmewende: Studie bestätigt Rolle von Wärmepumpen und Wärmenetzen

Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE und Öko-Institut haben die zweite Ausgabe ihrer Studie zur kommunalen Wärmeplanung vorgelegt. Darin haben sie die Ergebnisse aus rund 380 Wärmeplänen von etwa 940 Kommunen ausgewertet. Die Untersuchung bestätigt, dass Wärmepumpen und Wärmenetze die tragenden Säulen der künftigen Wärmeversorgung in Deutschland bilden, zeigt jedoch weiterhin Lücken bei den Annahmen zu Gebäudesanierung, Biomasseeinsatz und industrieller Prozesswärme.

mehr lesen
Behörde benennt Prüfstelle für Niederschlagswasser an Bahnanlagen
Behörde benennt Prüfstelle für Niederschlagswasser an Bahnanlagen

Das Eisenbahn-Bundesamt hat das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur als Prüfstelle für dezentrale Niederschlagswasserbehandlungsanlagen an Bahnanlagen benannt, wie das Institut am 5. August mitgeteilt hat. Hersteller können die Reinigungsleistung ihrer Systeme damit künftig für den Einsatz an Gleisanlagen nachweisen lassen, wo neben Schwermetallen auch Herbizide im Abfluss auftreten können.

mehr lesen
CO2-Bilanzierungsregeln bestimmen Wirtschaftlichkeit von Elektrolyseanlagen
CO2-Bilanzierungsregeln bestimmen Wirtschaftlichkeit von Elektrolyseanlagen

Forschende der Universität Mannheim haben berechnet, wie sich CO₂-Bilanzierungsregeln auf die Wirtschaftlichkeit von Power-to-Gas-Anlagen auswirken. Die im Nature Communications veröffentlichte Studie nimmt dabei die Perspektive gewinnorientierter Unternehmen ein. Die Ergebnisse zeigen: Strenge Regeln bieten ausreichende Investitionsanreize bei Renditen von 8 bis 15 Prozent, garantieren aber keinen kohlenstoffarmen Wasserstoff. Weniger strenge Regeln erhöhen die Renditen auf bis zu 23 Prozent.

mehr lesen
WONKa: Bundesnetzagentur ordnet Wasserstoffnetzkosten und Kapitalverzinsung neu
WONKa: Bundesnetzagentur ordnet Wasserstoffnetzkosten und Kapitalverzinsung neu

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 29. Juli ein Verfahren zur Neuregelung der Netzkosten und der Kapitalverzinsung für Wasserstoffnetze eingeleitet. Die „Festlegung für einen Wasserstoff-Ordnungsrahmen zu den Netzkosten und Methoden der Kapitalverzinsung” (WONKa) löst die bisherige „Verordnung über die Kosten und Entgelte für den Zugang zu Wasserstoffnetzen“ (WasserstoffNEV) ab und soll eine Regelungslücke bei den Zinssätzen für die Kapitalverzinsung schließen. Sie soll für die Kostengenehmigungsverfahren ab dem Jahr 2028 in Kraft treten. Ein Konsultationsentwurf ist für Dezember angekündigt.

mehr lesen

Publikationen zum Thema