Generic filters
FS Logoi

Zink Ingenieure gewinnen infra.green.award 2026

Der infra.green.award 2026 des FBS geht an Zink Ingenieure für ein innovatives Schwammstadt-Projekt am Steinbach. Die auf der IFAT ausgezeichnete Lösung verbindet Hochwasserschutz, naturnahe Gewässerentwicklung und den gezielten Einsatz von Betonfertigteilen. Gleichzeitig soll der Award zukunftsweisende Ansätze im Regenwassermanagement sichtbar machen und den Austausch zwischen Kommunen, Planern und Bauwirtschaft fördern.

von | 23.06.26

FBS-Geschäftsführer Dr.-Ing. Markus Lanzerath (r.) überreicht Johannes Sackmann, Mitglied der Geschäftsführung von Zink Ingenieure, den infra.green.award 2026.
Quelle:FBS Bundesfachverband Betonkanalsysteme e.V

Der Bundesfachverband Betonkanalsysteme e.V. (FBS) hat auf der IFAT 2026 in München zum zweiten Mal den infra.green.award verliehen. Die Auszeichnung ging an die Zink Ingenieure aus Lauf für das Projekt „Wie der Steinbach zum Vorbild wird – eine innovative Kombination aus Hochwasserschutz, naturraumgerechter Gewässerentwicklung und intelligenter Nutzung von Betonfertigteilen im Sinne des Schwammstadtkonzepts.“

Mit dem infra.green.award zeichnet der FBS innovative Projekte, Ideen und Konzepte aus, die Betonbauteile für eine nachhaltige und ressourcenschonende Regenwassernutzung einsetzen. Ziel ist es, zukunftsweisende Ansätze für eine klimaangepasste Infrastruktur sichtbar zu machen und deren Umsetzung zu fördern. Teilnahmeberechtigt sind öffentliche Netzbetreiber und Ingenieurbüros, die mit ihren Projekten im Regenwassermanagement zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Hochwasserschutz am Steinbach neu gedacht

Das ausgezeichnete Projekt wurde am Steinbach im Raum Baden-Baden/Bühl umgesetzt. Dort wurde auf einer Länge von rund 340 Metern eine hydraulische Engstelle im Bereich der Sportschule Steinbach beseitigt. Gleichzeitig wurden instabile Böschungen gesichert, um den Gewässerabschnitt gegen ein 100-jährliches Hochwasser zu wappnen und die ökologische Durchgängigkeit zu verbessern.

Grundlage der Maßnahme sind großformatige Betonfertigteile in U-Form. Entwickelt wurde die Lösung gemeinsam vom Zweckverband Hochwasserschutz Raum Baden-Baden/Bühl, dem Ingenieurbüro Zink Ingenieure, dem Betonwerk Beton Müller aus Achern und dem Bauunternehmen Josef Welle GmbH. Die individuell gefertigten U-Profile sorgen für einen sicheren Wasserabfluss bei hohen Wasserständen, erhöhen die Standsicherheit der Ufer und reduzieren den Flächenbedarf sowie Eingriffe in die vorhandene Infrastruktur.

Naturnahe Gestaltung des Gewässers

Neben dem technischen Hochwasserschutz spielte auch die ökologische Aufwertung des Baches eine wichtige Rolle. Der Boden des bisherigen Bachbetts wurde als Substrat im neuen Gewässerprofil wiederverwendet, um die natürlichen Lebensraumbedingungen zu erhalten.

Ergänzend wurden Natursteine als sogenannte Störsteine in den Fließweg eingebaut. Sie schaffen unterschiedliche Strömungsverhältnisse, verhindern die Auswaschung von Substrat und unterstützen die natürliche Entwicklung des Gewässers.

„Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel für interdisziplinäre Zusammenarbeit“, betont Johannes Sackmann, Mitglied der Geschäftsführung von Zink Ingenieure. „Zweckverband, Planer, Betonwerk und Bauunternehmen haben von Beginn an gemeinsam nach der besten Lösung gesucht und gezeigt, wie sich technischer Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung erfolgreich vereinen lassen.“

Auszeichnung für klimaangepasste Infrastruktur

Die Investitionssumme des Projekts liegt bei rund 4,9 Millionen Euro. Gefördert wird die Maßnahme durch das Land Baden-Württemberg. Für den Zweckverband Hochwasserschutz Raum Baden-Baden/Bühl stellt das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit im Verbandsgebiet dar und gilt zugleich als Beispiel für eine moderne Wasserwirtschaft.

„Für mich sind immer die direkt betroffenen Anwohner wichtig – und auch die sind hier in Steinbach sehr zufrieden“, unterstreicht Viviane Walzok, Geschäftsführerin des Zweckverbandes.

Auch Joachim Strack, Geschäftsführer von Beton Müller, hebt die Bedeutung des Projekts hervor: „Dieses Projekt zeigt beispielhaft, wie man die Stärken des mineralischen Baustoffs Beton nutzen kann, um Hochwasserschutz und Umweltbelange miteinander zu verbinden. Beton wird hier nicht als Gegensatz zur Natur verstanden, sondern als konstruktiver Möglichmacher für mehr Sicherheit, ökologische Vielfalt und Klimaanpassung.“

Mit der Auszeichnung des Projekts „Wie der Steinbach zum Vorbild wird“ unterstreicht der infra.green.award 2026 die Bedeutung innovativer Betonanwendungen für eine nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung und eine klimaresiliente Infrastruktur.

Weitere Informationen

Quelle:FBS

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Stadtentwässerungen rüsten sich gegen Trockenheit und Fachkräftemangel
Stadtentwässerungen rüsten sich gegen Trockenheit und Fachkräftemangel

Trockene Sommer und ein wachsender Fachkräftemangel setzen kommunale Abwasserbetriebe unter Druck. Das Institut für Unterirdische Infrastruktur (IKT) hat mit 2 Initiativen im Rahmen des KomNetABWASSER reagiert: einem Strategiedialog zu Trockenheit und Hitze sowie einer neuen berufsbegleitenden Studienreihe für Fachkräfte in der Stadtentwässerung. Beide Angebote richten sich an kommunale Betriebe, die sich auf veränderte Bedingungen einstellen müssen.

mehr lesen
Krankenhaus schließt an neues Fernwärmenetz an
Krankenhaus schließt an neues Fernwärmenetz an

Das Klinikum Bremen-Nord hat seine Wärmeversorgung von Erdgas auf Fernwärme umgestellt. Das hat Enercity Contracting am 2. September mitgeteilt. Seit dem 22. Juni hat das Krankenhaus Wärme aus dem Ersatzbrennstoff-Heizkraftwerk im Wollkämmerei-Quartier über das neue Netz bezogen. Die Umstellung hat jährlich 7,7 Millionen Kilowattstunden Erdgas und rund 1.500 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Der Anschluss markiert zugleich den Abschluss des ersten Bauabschnitts des Wärmenetzes in Bremen-Nord.

mehr lesen
Wie lässt sich die Regenwasserbewirtschaftung digital planen?
Wie lässt sich die Regenwasserbewirtschaftung digital planen?

Der AquaFlowManager von Funke Kunststoffe unterstützt die digitale Planung und Dimensionierung von Anlagen zur Regenwasserbewirtschaftung. Das webbasierte Tool führt Planer, Kommunen und ausführende Unternehmen von der Berechnung über Produktauswahl und Kostenabschätzung bis zur Dokumentation.

mehr lesen
Neues Vortriebsverfahren für HGÜ-Leitungen überzeugt
Neues Vortriebsverfahren für HGÜ-Leitungen überzeugt

Bei einer zweiwöchigen Vorführkampagne am Standort Suhl/Thüringen präsentierte die allunderground GmbH im Juli 2026 erstmals einem breiten Fachpublikum ihr einstufiges, grabenloses Bohrverfahren im Live-Betrieb: Das Kabelschutzrohr dient dabei zugleich als Vortriebsrohr. Rund 15 Unternehmen und Organisationen verfolgten eine 70-m-Bohrung im Buntsandstein, darunter drei der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber, die DB InfraGO sowie führende Leitungsbauunternehmen. Der Beitrag von Christian Pietrulla beschreibt Verfahren, Maschinentechnik und die Resonanz der Fachbesucher.

mehr lesen

Publikationen zum Thema