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Antibiotika im Grundwasser

Antibiotika sind nicht nur ein Problem in Oberflächengewässern. Bei Cloppenburg wurden erstmals auch bei Grundwasser-Untersuchungen Antibiotika gefunden.

von | 11.11.14

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Antibiotika im Grundwasser nachgewiesen

Antibiotika sind nicht nur ein Problem in Oberflächengewässern. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) hat jetzt erstmals auch bei Grundwasser-Untersuchungen Antibiotika gefunden. Es handelt sich dabei um Sulfadimidin: Bei gleich drei Proben im Landkreis Oldenburg haben Mitarbeiter des OOWV Antibiotika gefunden. Und zwar Antibiotika, die nach Angaben des OOWV ausschließlich als Tierarzneimittel verwendet werden. Das Medikament wurde in Thülsfelde in drei oberflächennahen Messtellen mit einer Tiefe von zehn Metern gefunden", teilte der Verband mit. Für das Trinkwasser bestehe derzeit aber keine Gefahr.

Minister kündigt eigene Messungen an

Die Messwerte wurden an das niedersächsische Umweltministerium weitergeleitet. Dort reagierte man besorgt. "Die Stoffe gehören definitiv nicht ins Grundwasser", sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Das Land bemühe sich, die eingesetzten Mengen deutlich zu reduzieren. Darüber hinaus werde auch ein Untersuchungsprogramm des Landes starten, um eigene Messungen vorzunehmen. Bislang galt das Grundwasser im Verbandsgebiet des OOWV als unbelastet. Auch der Verband kündigte an, die Messungen auszuweiten. Bereichsleiter Egon Harms warnte allerdings vor Schuldzuweisungen: "Wir brauchen eine sachliche Diskussion über den maßvollen Einsatz von Gülle, Pflanzenschutzmitteln und Medikamenten", sagte Harms. Eine Lösung könne nur gemeinsam mit den Landwirten, der Pharmaindustrie und den Veterinären gefunden werden, so Harms weiter.

Hintergrund: Antibiotika und Grundwasser

Nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurden im Jahr 2012 in Deutschland etwa 1.619 Tonnen Antibiotika an Tierärzte abgegeben. Das entspricht etwa dem Zwei- bis Dreifachen des Antibiotikaeinsatzes in der Humanmedizin (630 Tonnen). Die antibiotischen Wirkstoffe werden nur zu einem geringen Anteil im Organismus abgebaut, sodass je nach Wirkstoff etwa 60 bis 80 Prozent der verabreichten Menge unverändert mit Kot und Urin der Tiere ausgeschieden wird. Mit der Gülle gelangen sie dann auf die Böden und können in ungünstigen Einzelfällen ins Grundwasser ausgewaschen werden. (Quelle: Umweltbundesamt) (Foto: PeterFranz)

Antibiotika im Grundwasser nachgewiesen

Antibiotika sind nicht nur ein Problem in Oberflächengewässern. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) hat jetzt erstmals auch bei Grundwasser-Untersuchungen Antibiotika gefunden. Es handelt sich dabei um Sulfadimidin: Bei gleich drei Proben im Landkreis Oldenburg haben Mitarbeiter des OOWV Antibiotika gefunden. Und zwar Antibiotika, die nach Angaben des OOWV ausschließlich als Tierarzneimittel verwendet werden. Das Medikament wurde in Thülsfelde in drei oberflächennahen Messtellen mit einer Tiefe von zehn Metern gefunden“, teilte der Verband mit. Für das Trinkwasser bestehe derzeit aber keine Gefahr.

Minister kündigt eigene Messungen an

Die Messwerte wurden an das niedersächsische Umweltministerium weitergeleitet. Dort reagierte man besorgt. „Die Stoffe gehören definitiv nicht ins Grundwasser“, sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Das Land bemühe sich, die eingesetzten Mengen deutlich zu reduzieren. Darüber hinaus werde auch ein Untersuchungsprogramm des Landes starten, um eigene Messungen vorzunehmen. Bislang galt das Grundwasser im Verbandsgebiet des OOWV als unbelastet. Auch der Verband kündigte an, die Messungen auszuweiten.

Bereichsleiter Egon Harms warnte allerdings vor Schuldzuweisungen: „Wir brauchen eine sachliche Diskussion über den maßvollen Einsatz von Gülle, Pflanzenschutzmitteln und Medikamenten“, sagte Harms. Eine Lösung könne nur gemeinsam mit den Landwirten, der Pharmaindustrie und den Veterinären gefunden werden, so Harms weiter.

Hintergrund: Antibiotika und Grundwasser

Nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurden im Jahr 2012 in Deutschland etwa 1.619 Tonnen Antibiotika an Tierärzte abgegeben. Das entspricht etwa dem Zwei- bis Dreifachen des Antibiotikaeinsatzes in der Humanmedizin (630 Tonnen). Die antibiotischen Wirkstoffe werden nur zu einem geringen Anteil im Organismus abgebaut, sodass je nach Wirkstoff etwa 60 bis 80 Prozent der verabreichten Menge unverändert mit Kot und Urin der Tiere ausgeschieden wird. Mit der Gülle gelangen sie dann auf die Böden und können in ungünstigen Einzelfällen ins Grundwasser ausgewaschen werden. (Quelle: Umweltbundesamt) (Foto: PeterFranz)

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