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Einheitliche Fortbildung beim Breitbandausbau

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Autor: Redaktion

Einheitliche Fortbildung beim Breitbandausbau

Seit Jahren verläuft der Breitbandausbau schleppend. Aktuell liegt die Glasfaserausbauquote hierzulande bei 3,6 %. Dabei wächst die Nachfrage nach leistungsfähigen Datennetzen kontinuierlich. Grund hierfür sind nicht zuletzt eine zunehmende Vernetzung unserer Alltagswelt im „Internet of Things“ (IoT) sowie gestiegene Augmented-Reality- und Virtual-Reality-Anwendungen. Diese fortschreitende Digitalisierung hierzulande ist verbunden mit einer Zunahme der täglich produzierten Datenmengen.
Dass der Ausbau einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen digitalen Infrastruktur so schlecht vorankommt, hat viele Ursachen. Eine davon ist der wachsende Fachkräftebedarf. Hier wollen der Rohrleitungsbauverband e. V. (rbv), VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. (Informationstechnische Gesellschaft im VDE – VDE ITG), die DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE sowie der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) nun präzise gegensteuern. Dabei besteht die übergeordnete Zielsetzung der beteiligten Akteure, die mit ihren Berufsbildern die Grundlage für einen Einsatz im Bereich Glasfaser- und Breitbandtechnik legen, in der Schaffung einheitlicher Weiterbildungsstandards. Bislang war das Angebot hier durch eine Vielzahl von Bildungsanbietern und Schulungsträgern gekennzeichnet, die alle nach unterschiedlichen Kriterien und in unterschiedlichen Schwerpunkten schulten. Ein Hemmnis, sowohl für zukünftige Fachkräfte, die sich nachhaltig für den Wachstumsmarkt qualifizieren möchten, als auch für potenzielle Arbeitgeber auf der Suche nach gut ausgebildeten Mitarbeitern.

Weitere Marktteilnehmer einbinden

Um Transparenz sowie eine gleichbleibende Schulungsqualität zu gewährleisten, haben rbv, VDE DKE und ZVEH Anfang 2020 die Gründung des „Gremienverbunds Breitband“ vorbereitet. Die offizielle Gründung der Initiative erfolgte Corona-bedingt erst am 1. Oktober 2020 in Köln. In den neuen Gremienverbund bringen rbv und ZVEH vorrangig ihr fachbezogenes Know-how ein, während der VDE sein technologisches Wissen zur Verfügung stellt. Mit der Einbindung der VDE Tochter DKE soll zudem deren Kompetenz in den Bereichen Normung und Standardisierung genutzt werden. Bei den drei Mitgliedern soll es allerdings nicht bleiben: rbv, VDE DKE und ZVEH laden alle im Glasfaser- und Breitbandbereich tätigen Akteure und Marktteilnehmer ein, in dem Gremienverbund mitzuarbeiten und das Thema Qualifizierung so auf breitere Füße zu stellen.

Leitlinie als erstes Ergebnis

Wie fruchtbar die Arbeit im Gremienverbund bereits ist, zeigt die VDE Leitlinie „Qualifizierungsmuster Breitband – Überblick und Weiterbildungs-Leitlinie für das Basismodul Glasfasertechnik“ (0800-200). Diese wurde in dem Gemeinschaftsarbeitskreis (DKE/GAK 412.0.4) und in enger Zusammenarbeit mit Bildungsträgern, Verbänden und Trainern aus der Telekommunikationsindustrie und dem Bereich Glasfaserausbau erarbeitet. Mit der Leitlinie, die konkrete Anforderungen an Referenten und Bildungsstätten sowie eine theoretische und praktische Testordnung beinhaltet, ist es somit erstmals gelungen, einen einheitlichen Qualitätsrahmen für Weiterbildungsangebote festzuschreiben. Ziel ist, die Leitlinie im vierten Quartal 2020 zu veröffentlichen. „Die Chance, den ersten echten Standard für die Weiterbildung im Glasfaserausbau zu setzen, haben wir genutzt – nun gilt es durchzustarten und die darauf aufbauenden Qualifikationen in Leitlinien zu fassen,“ fordert Thomas Sentko, Normungsmanager bei VDE DKE.

Nächster Schritt: Gründung eines Beirats

Da im Gemeinschaftsarbeitskreis (DKE/GAK 412.0.4) bereits alle relevanten Interessengruppen vertreten sind, soll dieser in einen Beirat überführt werden, um alle Kräfte in Sachen Fachkräfterekrutierung noch besser zu bündeln. Der Beirat soll seine Arbeit nach der konstituierenden Sitzung am 5. November in Frankfurt am Main aufnehmen. „Indem wir das Thema Fachkräftequalifizierung anpacken, schaffen wir eine Grundlage, damit künftig mehr Menschen das notwendige Know-how haben, um den Glasfaser- und Breitbandausbau zu unterstützen“, so Daniel Erdmann, Referent Technik und Wirtschaft beim ZVEH: „Wenn sich hier alle Akteure gemeinsam einbringen, können wir die nicht nur in puncto Digitalisierung dringend benötigte Infrastruktur erfolgreich ausbauen.“ „Für einen qualitätsorientierten und zügigen Breitbandausbau hierzulande ist die neue Leitlinie ein wichtiger Entwicklungsschritt, der dazu beitragen wird, der Branche verstärkt hochqualifizierte personelle Kapazitäten zuzuführen“, äußert sich Dipl.-Ing. Mario Jahn, Geschäftsführer der rbv GmbH, zufrieden über die neue Offensive: „Die hier auf den Weg gebrachte Vereinheitlichung der Qualifizierungsmuster von Garmisch bis nach Flensburg ist für alle im Leitungsbau tätigen Unternehmen ein qualifikatorischer Zugewinn, um das Wissen über die Installation von Glasfasernetzen zu optimieren.“

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