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75 Jahre rbv: Der Blick geht nach vorn

Unsere Zukunft beginnt heute und sie entsteht durch kluge Weichenstellungen im Hier und Jetzt. Dass der Rohrleitungsbauverband e. V. (rbv) diese Haltung seit 75 Jahren mit Leben füllt, erlebten die Teilnehmer:innen auf der rbv-Jubiläumstagung am 8. und 9. Mai 2025 in Bonn. Die sorgfältig vorbereitete Staffelstabübergabe in der Hauptgeschäftsführung und die vielen gut strukturierten Transformationsansätze innerhalb des Verbandes machen deutlich, dass der rbv entschlossen nach vorne blickt und seine Rolle als verlässlicher Partner, Meinungsbildner und Wegbereiter für einen qualitativ hochwertigen Leitungsbau in der Branche festigt.

von | 15.05.25

Die rbv-Führung auf der Jubiläumstagung in Bonn (v. l.): die Vizepräsidenten Dipl.-Ing. Hartmut Wegener und Dipl.-Ing. Andreas Burger sowie rbv-Geschäftsführerin Dipl.-Ing. Martina Buschmann, rbv-Hauptgeschäftsführer Dipl.-Wirtsch.-Ing. Dipl.-Ing. Dieter Hesselmann und rbv-Präsident Dr. Ralph Donath
© rbv/Sabine Grothues

„Wir sind stolz darauf, was der rbv in 75 Jahren erreicht hat, werden unsere Hände aber nicht in den Schoß legen, sondern weiterhin die Stimme aus den Tiefen unserer Gräben erheben und den Verband kontinuierlich nach vorne bringen“, rief rbv-Präsident Dr. Ralph Donath den Mitgliedsunternehmen in Bonn zu. © rbv/Sabine Grothues

Unter dem Motto „Gemeinschaft stärken, Perspektiven bauen, Transformation gestalten“ trafen sich rund 180 Vertreter:innen der rbv-Mitgliedsunternehmen zur Mitgliederversammlung in der ehemaligen Bundeshauptstadt. Das Motto der Jahrestagung ist sowohl eine Standortbestimmung über 75 Jahre Verbandstätigkeit als auch ein Auftrag für die Zukunft. Es spiegelt eine langfristige Vision und Marschroute wider. In Zeiten, in denen die Herausforderungen der Energie- und Wärmewende, des Fachkräftemangels, der Digitalisierung und der sich stetig verändernden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen immer drängender werden, geht es für den rbv darum, die erfolgreiche Weiterentwicklung der Mitgliedsunternehmen und der Branche mit Know-how und Engagement zu unterstützen. „Wir sind stolz darauf, was der rbv in 75 Jahren erreicht hat, werden unsere Hände aber nicht in den Schoß legen, sondern weiterhin die Stimme aus den Tiefen unserer Gräben erheben und den Verband kontinuierlich nach vorne bringen“, rief rbv-Präsident Dr. Ralph Donath den Mitgliedsunternehmen in Bonn zu.

Ein neues Kapitel beginnt

Ein besonderer Moment: Zum letzten Mal trat Dieter Hesselmann als rbv-Hauptgeschäftsführer vor die Mitgliederversammlung. © rbv/Sabine Grothues

Ein wichtiger Meilenstein auf der Transformationsagenda ist die Übergabe der Hauptgeschäftsführung. Nach vielen Jahren unermüdlichen Engagements in verschiedenen Funktionen wurde Dipl.-Wirtsch.-Ing. Dipl.-Ing. Dieter Hesselmann von den Mitgliedern mit stehenden Ovationen aus dem Amt verabschiedet. „Dieter, dein außergewöhnliches Engagement hat den rbv nicht nur begleitet, sondern ganz wesentlich geprägt und inspiriert“, hob Donath hervor.

Ab dem 1. Juni 2025 wird Dipl.-Ing. Martina Buschmann die Hauptgeschäftsführung übernehmen. Hesselmann bleibt dem Verband als Berater und politischer Impulsgeber weiterhin verbunden. Donath: „Bei aller Wehmut über das Ausscheiden von Dieter Hesselmann sehen wir den Wechsel auch als Chance, unsere Strukturen und Ziele mit neuem Schwung und frischen Ideen von Martina Buschmann weiter voranzubringen.“

„Danke für die hervorragende Zusammenarbeit“

Mit stehenden Ovationen verabschiedete die rbv-Mitgliederversammlung den scheidenden Hauptgeschäftsführer Dieter Hesselmann. © rbv/Sabine Grothues

Es war ein besonderer, hochemotionaler Moment, als Dieter Hesselmann am 9. Mai zum letzten Mal als Hauptgeschäftsführer vor die rbv-Mitgliederversammlung trat, um wichtige Themenschwerpunkte Revue passieren zu lassen. „Wir haben uns räumlich, strukturell und strategisch neu aufgestellt, um als Verband für die nächsten zehn bis 20 Jahre gut aufgestellt zu sein“, beschrieb er einleitend den Transformationsprozess im Haupt- und Ehrenamt. In Zeiten vielfältiger Krisen und großer Umbrüche positioniert sich der rbv als starke, kompetente und moderne Interessenvertretung des Leitungsbaus. „Wir leben in einer Zeit, die von Komplexität, schnellen Informationswechseln und hohen Transformationsanforderungen geprägt ist. Diesen Herausforderungen müssen wir auch auf Verbandsebene organisatorisch gestärkt begegnen.“

Da eine Person in der Funktion der Hauptgeschäftsführung der zunehmenden Komplexität der Branche nicht mehr gerecht werden kann, wurde im Rahmen der „Strategie rbv 2030“ das Hauptamt gestärkt und mit den Bereichsleitungen eine zweite Führungsebene eingeführt. „Auch die technischen Gremien des Verbandes wurden teilweise umgebaut. Hier sind kleinere und agilere Arbeitsgruppen entstanden, die schlagkräftig und handlungsstark auftreten.“ Zugleich soll die nächste Generation in den Mitgliedsunternehmen noch zielgerichteter einbezogen werden und mehr Verantwortung übernehmen. „Wir wollen, dass sich der junge rbv langfristig intensiv in die Weiterentwicklung unseres Verbandes einbringt.“

Hohe Intensität in der politischen Kommunikation

Die mit der „Strategie rbv 2030“ einhergehenden Veränderungen schaffen auch Raum für mehr politische Schlagkraft. Hesselmann: „Die Intensität unserer politischen Kommunikation war selten so hoch wie in den vergangenen Monaten. Noch nie war der Leitungsbau auch über die Grenzen der Branche hinaus so präsent wie heute.“ Gemeinsam mit dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und weiteren Partnerverbänden erarbeitet der rbv klar strukturierte Vorschläge und Entscheidungsvorlagen für eine technisch sinnvolle und sozial verträgliche Umsetzung der Energie- und Wärmewende.

Die designierte Hauptgeschäftsführerin Martina Buschmann nutzte die Mitgliederversammlung, um ihre Zukunftspläne kurz zu skizzieren. © rbv/Sabine Grothues

Die designierte Hauptgeschäftsführerin Martina Buschmann nutzte die Mitgliederversammlung, um ihre Zukunftspläne kurz zu skizzieren. „Wir alle agieren in herausfordernden Zeiten einer sich verändernden Weltordnung, einem zunehmenden Klimawandel und den aus der Energie- und Wärmewende resultierenden Erfordernissen“, sagte sie. „Mit diesem Bewusstsein werden wir in der Geschäftsstelle auch unter meiner hauptamtlichen Führung daran arbeiten, den rbv organisatorisch und personell für die Zukunft fit zu machen. Wir setzen alles daran, ihren Erwartungen weiterhin gerecht zu werden – als kompetenter und aktiver Partner, Technikversteher, Qualitäts-sicherer, Ratgeber, Meinungsbildner und Bildungsanbieter.“

Gemeinsam wurde der Übergabeprozess eingeleitet und der Wissenstransfer gestartet. Buschmann: „Dafür möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. Allen voran beim Präsidium und der Hauptgeschäftsführung, die mir mit ihrem Vorschlag ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Und natürlich beim Vorstand, der mir auf seiner Sitzung im März 2024 einstimmig sein Votum erteilt hat und mich damit noch einmal in der Entscheidung bestärkt hat, die mit dieser verantwortungsvollen Position verbundenen Herausforderungen anzunehmen. Mein besonderer Dank gilt Dieter Hesselmann, denn es gehört viel dazu, einen Schritt zur Seite zu treten und Raum für Entwicklung zu lassen. Nicht zuletzt bedanke ich mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen in der Geschäftsstelle, die mit ihrem Engagement das hauptamtliche Herz des rbv bilden.“

„Wir sind technisch und organisatorisch hervorragend aufgestellt“

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung richtete rbv-Präsident Dr. Ralph Donath den Blick nach vorn. Die Pläne der neuen Bundesregierung – insbesondere das 500 Mrd. Euro schwere Sondervermögen Infrastruktur – gäben Anlass zur Hoffnung. Hoffnung auf Wachstum und neue Impulse, auf Stabilität und Planungssicherheit sowie auf eine Zukunft, die die Bauwirtschaft gemeinsam gestalten könne. „Die Bauindustrie spricht davon, dass wir derzeit eine Gesamtleistung von 160 Mrd. im Jahr erbringen und eine Auslastung von 70 % haben. Das heißt, diese zusätzlichen Summen sollten kein Problem sein. Wenn es mehr Nachfrage gibt, werden wir Lösungen finden“, so Donath.

Für die Umsetzung der Energie- und Wärmewende wünschen sich der rbv und seine Mitgliedsunternehmen von der Regierung mehr Transparenz und Planbarkeit sowie ein pragmatischeres und weniger ideologiegetriebenes Vorgehen als in den vergangenen Jahren. Wichtige Weichenstellungen stehen noch aus. Die Pläne für das Wasserstoff-Kernnetz sind verabschiedet, insgesamt herrscht aber im Bereich des Gasverteilnetzes noch völlige Orientierungslosigkeit, so Donath. „Gleichwohl sehe ich, dass wir für die kommenden Aufgaben gut gerüstet sind. 77 % unserer Mitgliedsunternehmen verfügen über eine Zulassung für Gas, 94 % über eine Zulassung für Wasser. Das sollte uns zuversichtlich stimmen, wir sind technisch und organisatorisch hervorragend aufgestellt. Wir sind bereit für die Zukunft. Und wir haben allen Grund, mit Stolz und Zuversicht nach vorne zu blicken.“

Partner und Weggefährten gratulieren

Die Jubiläumstagung in Bonn war geprägt von zahlreichen festlichen Höhepunkten und einer deutlich spürbaren Aufbruchstimmung, die sich auch in den Grußworten der Partnerverbände widerspiegelte. „Infrastrukturen sind das Herzstück unserer modernen Gesellschaft. Alle Wenden, die wir nun vollziehen müssen – ob Energie-, Wärme oder Mobilitätswende – stehen und fallen mit dem Engagement der Bauindustrie. Die Aufgaben für die Verbände werden immer größer und drängender. Wir gehen diesen Weg gemeinsam mit dem rbv“, sagte HDB-Vizepräsidentin Jutta Beeke.

DVGW-Präsident Jörg Höhler betonte den Schulterschluss zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern. „Ohne ihre Mitgliedsunternehmen kann die Anpassung der Infrastruktur an den Klimawandel nicht gelingen. rbv und DVGW müssen mit einer gemeinsamen Stimme sprechen und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen unserer Branche entwickeln.“ figawa-Vizepräsident Jörn Winkels ergänzte: „Ohne ihr Engagement hätte unsere Gesellschaft kein Wasser, keinen Strom, keine Wärme und keine Daten. Sie prägen ein positives Bild ihrer Branche und ihre besondere Wertekultur ist das Fundament ihres Verbandes.“

(Quelle: rbv)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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