Generic filters
FS Logoi

Branchenverbände fordern Bundestag zu BEW-Erhöhung auf

Effiziente Wärmenetze sind ein Schlüsselbaustein für die Transformation und den Ausbau nachhaltiger Versorgungsnetze. In einem offenen Brief, appelliert der Rohrleitungsbauverband (RBV) zusammen mit 18 weiteren Branchenverbänden an die Bundesregierung, die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) deutlich zu erhöhen. Ziel ist es, den Ausbau sozialverträglich und mit Planungssicherheit voranzutreiben. Dies gab der RBV am 15. November bekannt.

von | 19.11.24

„Effiziente Wärmenetze sind ein zentraler Hebel auf dem Weg zur Klimaneutralität." (RBV-Hauptgeschäftsführer Dipl.-Ing. Dieter Hesselmann)
Foto: pixabay

Der Rohrleitungsbauverband hat gemeinsam mit einer Allianz von 19 Verbänden in einem offenen Brief an den Deutschen Bundestag eine deutliche Aufstockung der BEW-Mittel auf mindestens 3,4 Milliarden Euro pro Jahr gefordert. Diese Erhöhung sei unerlässlich, um den Ausbau der Fernwärme maßgeblich voranzubringen und die Wärmewende zugleich sozialverträglich zu gestalten. Die Verbände betonen, dass nur so der dringende Handlungsbedarf im Bereich der Wärmewende angemessen berücksichtigt werden kann.

„Die Aufstockung der BEW hätte weitreichende Vorteile, die sich über die Wärmewende hinaus positiv auf den Bundeshaushalt und die Wohnkosten auswirken könnten. Städte und Gemeinden sind aktiv dabei, kommunale Wärmepläne zu entwickeln, die eine zentrale Säule der lokalen Klimastrategien bilden. Eine gesicherte Finanzierung der BEW hilft den Kommunen, diese Pläne auch umzusetzen“, heißt es.

„Gleichzeitig schützt eine höhere Förderung den Bundeshaushalt vor drohenden EU-Ausgleichszahlungen, die fällig werden könnten, wenn die Klimaziele im Gebäudesektor nicht erreicht werden. Zudem würde sie es ermöglichen, die Kosten für die Wärmeversorgung auch in Zeiten steigender Energiepreise stabil und sozialverträglich zu gestalten, was insbesondere Mieterinnen, Mieter und Gebäudeeigentümer entlastet“, argumentiert der Verband weiter.

„Die Unterstützung der Wärmewende erfordert den politischen Willen und die Bereitstellung der erforderlichen Mittel. Der Ausbau der Wärmenetze ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die den Einsatz aller erfordert. Gemeinsam kann so das Ziel der Klimaneutralität erreicht werden – mit effizienten und klimafreundlichen Wärmenetzen.“

Hintergrund: Klimaziele erfordern hohe Investitionen

RBV-Hauptgeschäftsführer Dipl.-Ing. Dieter Hesselmann sieht in effizienten Wärmenetzen „einen zentralen Hebel auf dem Weg zur Klimaneutralität”. Auf dieser Grundlage sei eine „großflächige Nutzung erneuerbarer Energien und unvermeidbarer Abwärme” möglich, was stark dazu beitrage, Emissionen im Gebäudebereich nachhaltig zu reduzieren.

Deutschlands Klimaziele sehen vor, die Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zum Basisjahr 1990 um mindestens 65 % zu reduzieren. Um die ehrgeizigen Vorhaben der Bundesregierung zu realisieren – darunter das Ziel, bis 2030 mindestens 50 % der Wärme in Wärmenetzen klimafreundlich zu erzeugen und langfristig die Zahl der angeschlossenen Gebäude zu verdreifachen – sind laut Branchenverbänden erhebliche Investitionen notwendig.

Die Kosten für den Ausbau der Fernwärme werden auf etwa 43,5 Milliarden Euro geschätzt. Die bislang im Bundeshaushalt vorgesehenen Fördermittel reichten laut Verbänden jedoch bei weitem nicht aus, um diese Ziele zu erfüllen.

(Quelle: RBV)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Kommunen bekämpfen Wassermangel durch anhaltende Trockenheit mit fünf Maßnahmen
Kommunen bekämpfen Wassermangel durch anhaltende Trockenheit mit fünf Maßnahmen

Sinkende Pegel an Rhein und Donau haben die Wasserversorgung deutscher Kommunen unter Druck gesetzt. Die Stadt Stuttgart hat deshalb seit Ende Juni die Wasserentnahme aus Flüssen und Seen eingeschränkt. Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat prognostiziert, dass mehr als die Hälfte der Kommunen im Land den Trinkwasser-Spitzenbedarf bis 2050 unter heutigen Bedingungen nicht mehr decken kann. Deshalb hat Drees & Sommer Maßnahmen für Kommunen und Industrie zusammengestellt, mit denen sich Wasserverluste im Leitungsnetz senken und Ressourcen mehrfach nutzen lassen.

mehr lesen
Horizontalspülbohrung schließt Lücke in Wasserstoff-Pipeline unter dem Dortmund-Ems-Kanal
Horizontalspülbohrung schließt Lücke in Wasserstoff-Pipeline unter dem Dortmund-Ems-Kanal

Thyssengas stellt für eine Wasserstoff-Pipeline im Münsterland eine 2009 unterbrochene Kanalquerung wieder her. Das neue Stück der Coesfeld-Rinkerode Leitung entsteht im Horizontalspülbohrverfahren unter dem Dortmund-Ems-Kanal. Bei einer Baustellenbesichtigung haben sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft am 16. Juli über den Fortschritt der Arbeiten informiert. Insgesamt rüstet der Netzbetreiber eine 45 Kilometer lange ehemalige Mineralölleitung auf den Transport von Wasserstoff um.

mehr lesen
IKT sucht kommunale Vorbilder:  „Goldener Kanaldeckel 2026“ – jetzt bewerben
IKT sucht kommunale Vorbilder: „Goldener Kanaldeckel 2026“ – jetzt bewerben

Das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur schreibt zum 19. Mal den Preis „Goldener Kanaldeckel“ aus. Ausgezeichnet werden Mitarbeiter:innen von Stadtentwässerungen, Tiefbauämtern und Stadtwerken, die mit einem konkreten Projekt die kommunale Abwasserwirtschaft vorangebracht haben. Bewerbungen und Vorschläge können bis zum 31. August 2026 eingereicht werden.

mehr lesen
Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre
Prüfverfahren bewertet Zustand alternder Kunststoffrohre

Zahlreiche Kunststoffrohrleitungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren haben ihre ursprünglich auf 50 Jahre veranschlagte Mindestlebensdauer erreicht. Netzbetreiber stehen deshalb vor der Entscheidung, ob sie ihre Rohrsysteme weiter nutzen oder sanieren. Um Betreiber bei der Frage zu unterstützen, hat das Kunststoff-Zentrum SKZ ein Prüf- und Analyseverfahren entwickelt. Mit diesem können Netzbetreiber den tatsächlichen Zustand der Rohrsysteme bewerten und Investitionen gezielter planen. 

mehr lesen

Publikationen zum Thema