Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Energiewende: KIT unterstützt Städte und Gemeinden mit Maßnahmenpaket bei Sektorkopplung

Als kleinste Verwaltungseinheiten können Kommunen wesentlich zur Umsetzung der Energiewende beitragen. Etwa, indem sie Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, die Wärme aus Abwässern besser zu nutzen. Oder indem sie mit einer „Solarpflicht bei Neubauten“ den Ausbau erneuerbarer Energien ankurbeln. Expertinnen und Experten für Technikfolgenabschätzung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben im Projekt „ZuSkE“ nach […]

von | 07.12.23

Forschung zu kommunaler Kopplung von Strom-, Wärme- und Verkehrsinfrastrukturen im Rahmen der Energiewende: Verschiedene Energiesystemkomponenten am Campus Nord des KIT
Foto: Markus Breig/KIT

Als kleinste Verwaltungseinheiten können Kommunen wesentlich zur Umsetzung der Energiewende beitragen. Etwa, indem sie Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, die Wärme aus Abwässern besser zu nutzen. Oder indem sie mit einer „Solarpflicht bei Neubauten“ den Ausbau erneuerbarer Energien ankurbeln. Expertinnen und Experten für Technikfolgenabschätzung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben im Projekt „ZuSkE“ nach Wegen gesucht, wie die Kopplung von Strom-, Wärme- und Verkehrsinfrastrukturen konzipiert und umgesetzt werden kann. Eng zusammengearbeitet haben sie dabei mit den Kommunen Berlin, Freilassing und Walldorf. Als Orientierungshilfe hat das Projektteam einen Katalog mit insgesamt 100 bereits durchgeführten Maßnahmen erstellt und weitere Werkzeuge zur Unterstützung von Kommunen entwickelt.

„Die Zukunft der Sektorkopplung auf kommunaler Ebene“

„Die Energiewende wird von Menschen gemacht, und sie leben und arbeiten in Städten und Gemeinden. Es ist deshalb naheliegend, die Energiewende von der lokalen Ebene aus zu denken“, so Dr. Dirk Scheer, der am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT forscht und das jetzt abgeschlossene Projekt “ZuSkE: Die Zukunft der Sektorkopplung auf kommunaler Ebene” geleitet hat. „Da wir fast überall vor der Herausforderung stehen, fossile Energieträger durch Strom zu ersetzen, können wir einzelne Sektoren nicht länger isoliert voneinander betrachten“, so Scheer weiter.

In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz beauftragten Projekt war das Ziel deshalb, Ansätze zu entwickeln, wie Kommunen Verkehr sowie Wärme- und Stromproduktion künftig so miteinander verzahnen können, dass sich alle Bereiche schnell und effizient dekarbonisieren lassen.

Kommunen sind Energieversorger, Regulierer und können Akteure vernetzen

Wie das funktionieren kann, haben die Forschenden des KIT mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, von Stadtwerken, aus der Verwaltung, aus Unternehmen sowie mit Bürgerinnen und Bürgern aus Berlin, Freilassing und Walldorf untersucht.

Potenziale der Vernetzung von Strom-, Wärme- und Verkehrsinfrastrukturen in Kommunen. Abbildung: ITAS, KIT

Das Ergebnis: Kommunen haben eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Sektorkopplung voranzutreiben. „Als Energieversorger können Stadtwerke beispielsweise verstärkt auf Geothermie setzen, ihre Fernwärme ausbauen oder überschüssigen Strom aus Wind- oder Solaranlagen mit ‚Power-to-Gas-Anlagen‘ für die Wärmeversorgung nutzen“, so Ines Jendritzki, die für das ITAS ebenfalls im ZuSkE-Projekt tätig war.

Zudem können Kommunen als Eigentümer und Betreiber großer Liegenschaften selbst mit gutem Beispiel vorangehen, etwa, indem sie bei ihren Gebäuden auf Solarenergie setzen und diese mit Ladestationen für ihre elektrisch betriebenen Fahrzeugflotten verbinden. Gemeinderäte haben zudem die Möglichkeit, einen regulatorischen Rahmen zu schaffen, beispielsweise, indem sie die Anschaffung von Lastenrädern fördern oder eine kommunale Wärmeplanung ausarbeiten.

Best Practice: Maßnahmenkatalog bietet Orientierung

Zentral sei es, dass jede Kommune maßgeschneiderte, auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort zugeschnittene und aufeinander abgestimmte Maßnahmenpakete entwickelt, so die Forschenden. Um die praktische Umsetzung zu erleichtern, haben sie mehrere Handreichungen entwickelt, mit denen Kommunen die sektorübergreifende Wende in Angriff nehmen können.

Ab sofort steht den Kommunen als Orientierungshilfe für Transformationsstrategien ein Katalog mit insgesamt 100 bereits durchgeführten Sektorkopplungsmaßnahmen zur Verfügung.

Ferner haben die Forschenden mit der „Strategiebox“ ein didaktisches Werkzeug für kommunale Akteure entworfen. Zudem steht ein „10-Punkte-Plan“ zur Verfügung, der die zentralen Schritte zur kommunalen Sektorkopplung von der Erhebung des Ist-Zustands über die Entwicklung eines Transformationspfads bis hin zur passenden Kommunikationsstrategie darstellt.

Projektpartner des KIT waren die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) sowie die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VdW) mit der Zivilgesellschaftlichen Plattform Forschungswende und Dialogik. (jm)

(Quelle: KIT)

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Klimaneutrale Gaskraftwerke: BAM unterstützt Entwicklung effizienter H2-Motoren
Klimaneutrale Gaskraftwerke: BAM unterstützt Entwicklung effizienter H2-Motoren

Um Schwankungen von Sonnen- und Windenergie auszugleichen, sollen ab 2035 dezentrale Gaskraftwerke hauptsächlich mit grünem Wasserstoff betrieben werden. Im Verbundprojekt Phoenix, das von Rolls-Royce Power Systems geleitet wird, unterstützt die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) die Entwicklung des Prototyps für eine neue Generation von Wasserstoffmotoren.

mehr lesen
Neuartiges Prüfverfahren zur Untersuchung von langsamem Risswachstum bei PE-Rohren
Neuartiges Prüfverfahren zur Untersuchung von langsamem Risswachstum bei PE-Rohren

Der Geschäftsbereich Prüfung des Kunststoff-Zentrums SKZ, eines der führenden akkreditierten Prüflabore in Europa, hat in den vergangenen Monaten ein weiteres neuartiges Prüfverfahren aus dem Bereich der Rohrprüfungen in sein Dienstleistungsspektrum aufgenommen, mit dem das langsame Risswachstum bei innendruckbelasteten Polyethylen-(PE)-Rohren untersucht wird.

mehr lesen
Klimafreundliche Abwärme aus Rechenzentrum für rund 600 Haushalte in Hattersheim
Klimafreundliche Abwärme aus Rechenzentrum für rund 600 Haushalte in Hattersheim

Die Frankfurter Mainova AG heizt künftig über 600 Haushalte in Ein- und Mehrfamilienhäusern in Hattersheim am Main mit klimafreundlicher Abwärme aus einem Rechenzentrum von NTT DATA. Der regionale Energieversorger und der weltweit operierende Rechenzentrumsbetreiber Global Data Centers, ein Geschäftsbereich von NTT DATA, stellten zusammen mit den Projektentwicklern Kleespies und Saentis Family Office am 18. Juni das innovative Energiekonzept in Anwesenheit vom Hattersheimer Bürgermeister Klaus Schindling vor.

mehr lesen
Hamburg Wasser verzeichnet positive Bilanz und kündigt Bauoffensive an
Hamburg Wasser verzeichnet positive Bilanz und kündigt Bauoffensive an

Mit 109,8 Mio. Euro Überschuss schließt der Konzern Hamburg Wasser das Geschäftsjahr 2023 äußerst erfolgreich ab. Die Hamburger Wasserwerke GmbH erwirtschafteten dabei ein Ergebnis von 43,8 Mio. Euro, die Hamburger Stadtentwässerung AöR 65,2 Mio. Euro und Tochterunternehmen 0,8 Mio. Euro. Der Gewinn aus dem Trinkwasserverkauf wird an die Freie und Hansestadt Hamburg abgeführt.

mehr lesen

Publikationen zum Thema