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Erster Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff 2025

Die Koordinierungsstelle für die integrierte Netzentwicklungsplanung Gas und Wasserstoff (KO.NEP) legt heute den ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) Gas und Wasserstoff 2025 zur Konsultation vor. Die Planung der Methan- und Wasserstoffinfrastrukturen erfolgte in einem integrierten Prozess, wie ihn das novellierte Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) von 2024 vorsieht.

von | 03.03.26

Die Karte zeigt das geplante Wasserstoff-Kernnetz gemäß Genehmigung vom 22.10.2024
Quelle: FNB Gas e.V.

Grundlage des Netzentwicklungsplans ist der am 30. April 2025 von der Bundesnetzagentur (BNetzA) genehmigte Szenariorahmen mit drei Szenarien jeweils für Methan und Wasserstoff für die Jahre 2037 und 2045 sowie einem zusätzlichen Versorgungssicherheitsszenario 2030 für Methan, das der kurzfristigen Versorgungssituation Rechnung trägt. Der Netzausbauvorschlag umfasst bis 2037 Maßnahmen mit einer Leitungslänge von 364 km und Gesamtinvestitionen von 2,9 Mrd. Euro im Methan sowie 7.007 km und rund 20,1 Mrd. Euro im Wasserstoff. Für den Transport von Wasserstoff enthält der Netzentwicklungsplan zudem weitere 2.199 km und 4,1 Mrd. Euro des ursprünglich genehmigten Wasserstoff-Kernnetzes, die bereits umgesetzt sind bzw. sich in der Umsetzung befinden und daher nicht mehr Bestandteil des Netzausbauvorschlags sind. Damit bleibt das Wasserstoff-Kernnetz nach Überprüfung nahezu im bisherigen Umfang erhalten.

Barbara Fischer, Geschäftsführerin des FNB Gas: „Die gemeinsame Betrachtung der Energieträger Gas und Wasserstoff ist von entscheidender Bedeutung für den Übergang in die Klimaneutralität. Mit dem integrierten Netzentwicklungsplan erfüllen die Netzbetreiber nicht nur die gesetzlichen Vorgaben, sondern schaffen eine fundierte Grundlage für eine klimafreundliche, sichere und resiliente Energieversorgung.”

Überprüfung des Wasserstoff-Kernnetzes

Eine besondere Herausforderung für die Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) und Wasserstofftransportnetzbetreiber (WTNB) bestand in der Überprüfung des im Oktober 2024 genehmigten Wasserstoff-Kernnetzes. Diese Überprüfung bewegt sich im Spannungsfeld zwischen dem politischen Ziel, eine tragfähige Grundlage für die künftige Marktentwicklung zu schaffen, und den fortbestehenden Unsicherheiten hinsichtlich der tatsächlichen Entwicklung der Gas- und Wasserstoffnachfrage. Um diesen offenen Fragen – insbesondere im Hinblick auf den zeitlichen und räumlichen Hochlauf des Wasserstoffmarktes – Rechnung zu tragen, identifiziert der Netzausbauvorschlag szenarienübergreifend Maßnahmen, die netztechnisch erforderlich sind. Auf diese Weise leisten die Netzbetreiber einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der energie- und klimapolitischen Ziele, indem sie einen marktgerechten Infrastrukturaufbau für den Übergang in ein klimaneutrales Energiesystem ermöglichen.

„Die Fernleitungs- und Wasserstofftransportnetzbetreiber haben die gesetzlichen und regulatorischen Möglichkeiten der zeitlichen Streckung und technischen Anpassung von Kernnetzmaßnahmen genutzt. Der Netzausbauvorschlag im Wasserstoff entspricht in etwa dem Umfang des 2024 genehmigten Kernnetzes. Der Aufbau der deutschlandweiten Wasserstoffinfrastruktur wurde kosteneffizient optimiert und entsprechend angepasst. Die vorausschauende Netzplanung bietet so auch weiterhin eine wichtige und transparente Grundlage für die Entwicklung des Wasserstoffmarktes“, bekräftigt Fischer.

Die Gründe für die zeitliche Streckung sind dabei vielfältig. Der Hauptgrund hierfür sind die Modellierungsergebnisse der Wasserstoffszenarien 2037. Des Weiteren liegen den beteiligten Netzbetreibern heute detailliertere Kenntnisse und Machbarkeitsstudien für das Wasserstoff-Kernnetz vor, mit der sich ein genaueres Bild der technischen Umsetzung zeichnen lässt. Auch der tatsächliche Markthochlauf oder Verzögerungen bei Planungs- und Genehmigungsprozessen beeinflussen die angepasste Planung.

500 km Wasserstoff-Kernnetz bereits realisiert

Bis Ende 2025 sind bereits mehr als 500 Leitungskilometer des genehmigten Wasserstoff-Kernnetzes realisiert worden. Weitere Maßnahmen befinden sich in der Umsetzung.

„Wir planen den Wasserstoffhochlauf nicht nur, wir treiben ihn voran. Am Einsatz von Wasserstoff zur Dekarbonisierung der Industrie und zur Erreichung der Klimaziele führt kein Weg vorbei. Die vorausschauende Infrastrukturplanung ist ein zentraler Schlüssel für das Gelingen des noch am Anfang stehenden Markthochlaufs”, so Fischer weiter.

„Gleichzeitig beobachten die Netzbetreiber die Entwicklung des Markthochlaufes mit wachsender Sorge. Der zögerliche Hochlauf erhöht deutlich die Risikodisposition der Kernnetzbetreiber mit Blick auf die Amortisation des Netzes. Daher appellieren wir an die Politik, flankierende Maßnahmen zur Unterstützung des Hochlaufs auf den Weg zu bringen. Trotz des stockenden Markthochlaufs bleibt das ‘Konzept’ zur Lösung des Henne-Ei-Problems richtig. Anpassungen werden über den rollierenden NEP-Prozess vorgenommen. Dafür brauchen die FNB ein gewisses Maß an Flexibilität bei der Umsetzung, um die Realisierungsgeschwindigkeit dem Transformationstempo anzupassen“, ergänzt der neue FNB Gas Vorstandsvorsitzende Dr. Matthias Jenn.

Zweistufiges Vorgehen und aktualisierte Datenbank

Der Umfang der integrierten Betrachtung von Gas und Wasserstoff mit drei zu modellierenden Szenarien, zzgl. einer Versorgungssicherheitsvariante, hat zu einem deutlich höheren Analysebedarf als bisher geführt. Die FNB und WTNB veröffentlichen den NEP Gas und Wasserstoff 2025 daher in zwei Schritten.

Mit dem heute (03.03.) veröffentlichten Entwurf erfolgt der erste Schritt. In einem zweiten Schritt wird ein überarbeiteter Entwurf unter Berücksichtigung der Konsultationsergebnisse veröffentlicht. Bestandteil dieses überarbeiteten Entwurfs sind außerdem die Modellierungsergebnisse für Wasserstoff im Betrachtungsjahr 2045 sowie die Modellierung der marktbasierten Instrumente (MBI). Die Netzbetreiber werden diesen überarbeiteten Entwurf voraussichtlich Mitte des Jahres 2026 der BNetzA zur Genehmigung vorlegen.

Die Konsultation des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff 2025 findet vom 03. März 2026 bis zum 27. März 2026 statt. In dieser Zeit haben alle Interessierten Gelegenheit, sich schriftlich zum NEP zu äußern.
Die FNB und WTNB laden zur Teilnahme an der Konsultation ein und freuen sich über die Beteiligung der Öffentlichkeit. Am 11. März 2026 von 9-12:30 Uhr findet ein öffentlicher Workshop zur Vorstellung der wesentlichen Ergebnisse des 1. Entwurf des NEP Gas und Wasserstoff 2025 statt. Die Anmeldung ist unter https://eventmobi.com/website/konep-
konsultations-workshop möglich.

Darüber hinaus wurde die NEP-Gas-Datenbank umfassend aktualisiert und steht unter www.nep-gas-datenbank.de mit Informationen zu Eingangsgrößen der Modellierung, Kapazitäten, Ausbaumaßnahmen und weiteren Details für Methan und Wasserstoff zur Verfügung. Damit schaffen die Netzbetreiber eine transparente Datengrundlage als Basis für den weiteren fachlichen Dialog.

Über die Koordinierungsstelle Netzentwicklungsplanung Gas und Wasserstoff (KO.NEP)

Die Koordinierungsstelle für die Netzentwicklungsplanung Gas und Wasserstoff (KO.NEP) koordiniert die Erstellung des gemeinsamen Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff der deutschen Fernleitungsnetzbetreiber und regulierten Wasserstofftransportnetzbetreiber. Die KO.NEP vertritt die beteiligten Netzbetreiber als Ansprechpartner gegenüber Politik, Medien und Öffentlichkeit und ist auch für die Schaffung und den Betrieb der gesetzlich vorgeschriebenen Datenbanken für das Gas- und Wasserstoffnetz zuständig. FNB Gas erfüllt die gesetzlichen Aufgaben der Koordinierungsstelle dienstleistend.

Über FNB Gas

FNB Gas e.V. ist der Zusammenschluss der überregionalen deutschen Fernleitungsnetzbetreiber. Seine Mitglieder betreiben zusammen ein rund 40.000 km langes Leitungsnetz für den Transport von Erdgas und errichten gemeinsam das rund 9.000 km lange Wasserstoff-Kernnetz. Die Vereinigung unterstützt ihre Mitglieder bei der Erfüllung ihrer gesetzlichen und regulatorischen Verpflichtungen. Zudem koordiniert sie die integrierte Netzentwicklungsplanung für Gas und Wasserstoff auf der Transportnetzebene. Darüber hinaus tritt die Vereinigung für die aktive Förderung eines sicheren, wirtschaftlichen, umweltgerechten und klimafreundlichen Betriebs der Gastransportinfrastruktur sowie für ihre kontinuierliche Weiterentwicklung an die Bedarfe des zukünftigen Energiesystems ein.

Mitglieder der Vereinigung sind die Unternehmen bayernets GmbH, Ferngas Netzgesellschaft mbH, Fluxys TENP GmbH, GASCADE Gastransport GmbH, Gastransport Nord GmbH, Gasunie Deutschland Transport Services GmbH, NaTran Deutschland GmbH, Nowega GmbH, ONTRAS Gastransport GmbH, Open Grid Europe GmbH, terranets bw GmbH und Thyssengas GmbH.

(Quelle: FNB Gas)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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