Generic filters
FS Logoi

Fernwärmebranche fordert Tempo bei neuem Wärmegesetz

Die von der Koalition vorgelegten Eckpunkte zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) senden laut Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V. (AGFW) ein insgesamt positives Signal an die Fernwärmebranche. Der Entwurf schaffe erste Leitplanken für die künftige Wärmeversorgung und könne zur Planungssicherheit am Markt beitragen.

von | 25.02.26

Fernwärmeleitung
Quelle: Pixabay

Zugleich blieben jedoch zentrale Fragen im Entwurf offen, so der AGFW. Diese seien für Investitionen und das Gelingen der Wärmewende entscheidend. Jetzt komme es auf ein Gesetz an, das Tempo, Bezahlbarkeit und Verlässlichkeit vereint.

„Wir begrüßen, dass mit den Eckpunkten ein Prozess angestoßen wird. Für Fernwärmeversorger, Kommunen, Verbraucher sind klare Verhältnisse entscheidend. Gleichzeitig müssen wesentliche Details noch geklärt werden, um die Wärmewende verlässlich umzusetzen“, so AGFW-Präsident Dr. Hansjörg Roll.

Positiv bewertet die Branche, dass die Eckpunkte zentrale Regelungsbereiche wie die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW), die AVBFernwärmeV, die Wärmelieferverordnung (WLV) sowie Regelungen zur Preistransparenz aufgreifen. Deren konkrete Ausgestaltung sei für die Transformation der Wärmenetze entscheidend. Insbesondere die Anpassung der WärmeLV gilt als wichtiger Schritt nach vorn.

Wesentlich bleibe eine gesetzliche Regelung sowie eine Aufstockung der BEW-Mittel auf 3,5 Mrd. Euro jährlich, um Investitionen abzusichern und Verzögerungen bei der Dekarbonisierung zu vermeiden. Für den Umbau von Erzeugung, Netzen und Infrastruktur sind verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich. Auch die geplanten Änderungen der AVBFernwärmeV greifen laut Branche langjährige Forderungen auf.

„Wir begrüßen, dass die Refinanzierung von Investitionen ermöglicht werden soll, damit Versorger transformieren können. Dass zentrale Aspekte der Wärmelieferverordnung aufgegriffen werden, ist ebenfalls ein positives und wichtiges Signal“, erklärt Dr. Roll.

Zur Preistransparenz verweist die Branche auf eine bestehende Plattform, die gesetzlich verankert und weiterentwickelt werden könnte. Wichtig sei, zusätzliche Bürokratie zu vermeiden. Kritisch bewertet wird die starke Fokussierung auf grüne Gase. Zwar eröffnen die Eckpunkte neue Optionen, doch bleibt unklar, wie ausreichende und bezahlbare Mengen bereitgestellt werden sollen. Die sogenannte „Bio-Treppe“ berge Preisrisiken für Eigentümer fossiler Heizungen. CO₂-neutrale Brennstoffe müssten daher mit höchster Effizienz und sinnvoller Systemintegration eingesetzt werden.

Der Wegfall des bisherigen 65-Prozent-Ziels birgt laut Branche zudem Risiken für die Emissionsminderung und könnte zusätzliche Belastungen im Rahmen des EU-Effort-Sharing verursachen. Grundsätzlich begrüßt die Branche, dass die Wärmethemen in einem eigenständigen Wärmegesetz gebündelt werden sollen. Nun komme es auf eine schnelle und verbindliche Umsetzung an.

„Wir sehen Fortschritte, aber auch offene Flanken. Das Positive überwiegt – vorausgesetzt, die angekün­digten Maßnahmen für die Fernwärme werden im Gesetzgebungsverfahren konsequent konkretisiert und verbindlich umgesetzt. Die Unternehmen müssen die Wärmewende jetzt voranbringen; langes Warten auf zentrale Regelungen können wir uns nicht leisten“, so Dr. Roll weiter.

(Quelle: AGFW)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Informier' dich doch!

Jetzt den monatlichen 3R-info-Newsletter abonnieren!

Kunststofftechnik für schwimmende Aquakultursysteme
Kunststofftechnik für schwimmende Aquakultursysteme

In Norwegen realisierte Bluegreen vollständig geschlossene, schwimmende Aquakulturanlagen aus Polyethylen für FishGlobe Technologies. Die Agru Kunststofftechnik GmbH mit Sitz in Bad Hall (Oberösterreich) lieferte dafür tragende Kunststoffhalbzeuge und Rohrleitungen. Die Anlagen ermöglichen eine kontrollierte Fischproduktion unter anspruchsvollen maritimen Einsatzbedingungen.

mehr lesen
„Eigentlich wollte ich Braumeister werden“
„Eigentlich wollte ich Braumeister werden“

Anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstordens spricht Prof. Wolfgang Günthert über die Bedeutung dieser Auszeichnung für die Wasserwirtschaft, über prägende Stationen seiner Laufbahn und darüber, was junge Ingenieurinnen und Ingenieure aus seiner Erfahrung mitnehmen können. Das Interview führte Sina Ruhwedel für die Ausgabe 06-2026 der gwf Wasser + Abwasser.

mehr lesen
DWA-Entwässerungspass: Klarheit beim Umgang mit Grundstücksentwässerungsanlagen
DWA-Entwässerungspass: Klarheit beim Umgang mit Grundstücksentwässerungsanlagen

Der Entwässerungspass der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) schafft einheitliche Standards und mehr Rechtssicherheit im Umgang mit Grundstücksentwässerungsanlagen. Angesichts unterschiedlicher landesrechtlicher und kommunaler Vorgaben sowie steigender Anforderungen an Betrieb, Nachweisführung und Objektschutz bietet die DWA mit dem im November 2025 veröffentlichten Instrument eine praxisnahe Lösung für Eigentümer, Kommunen und Fachbetriebe.

mehr lesen
FNB Gas veröffentlicht Versorgungssicherheitsbericht 2026
FNB Gas veröffentlicht Versorgungssicherheitsbericht 2026

Die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber (FNB Gas) haben erstmalig ihren Bericht zur Versorgungssicherheit vorgelegt. Im Rückblick auf den Winter 2025/2026 analysiert der Bericht die Gesamtsituation im LNG-Markt und zeigt die Bedeutung von Erdgasspeichern bei der Versorgungssicherheit auf.

mehr lesen

Publikationen zum Thema