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INES-Gas-Szenarien: „Gasversorgung für Restwinter gesichert“

Laut dem heute veröffentlichten März-Update der Initiative Energien Speichern e.V. (INES) reichen die aktuellen Speicherfüllstände auch bei „extrem kalten Temperaturen für eine vollständige Versorgung bis zum Ende des Winters aus“. Die geopolitische Situation und stark gestiegene Gaspreise rückten aufgrund fehlender ökonomischer Anreize zur Einspeicherung die Wiederbefüllung der Gasspeicher in den Fokus.

von | 17.03.26

Das INES-März-Update rückt die Wiederbefüllung in den Fokus
Bild: Pixabay
INES-Update

Die aktuellen Modellrechnungen der INES-Gas-Szenarien zeigen, dass die derzeitigen Speicherfüllstände selbst bei extrem kalten Temperaturen ausreichen, um die Gasversorgung bis zum Ende der Heizperiode sicherzustellen. Damit verschiebt sich der Fokus zunehmend auf die Wiederbefüllung der Gasspeicher für den kommenden Winter 2026/2027.

Die Modellrechnungen bilden ausschließlich die technischen Möglichkeiten des Gassystems ab. Unter diesen technischen Annahmen wäre eine Wiederbefüllung der Speicher im Sommer 2026 in Höhe des Buchungsstands vom Vorjahr (d. h. 81 % zum 1. November) theoretisch möglich. Die aktuellen Marktrealitäten unterscheiden sich jedoch deutlich von den technischen Modellannahmen.

Vor diesem Hintergrund kann der tatsächliche Füllstandsverlauf erheblich von den technischen Möglichkeiten der Speicherbefüllung abweichen. Die INES-Gas-Szenarien verdeutlichen daher in erster Linie die technische Leistungsfähigkeit des Gassystems – nicht jedoch die derzeitigen marktlichen Rahmenbedingungen für eine Wiederbefüllung der Speicher.

Fehlende Marktanreize erschweren Speicherbefüllung

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Entwicklungen auf den internationalen Gasmärkten wird die Wiederbefüllung der Gasspeicher in diesem Jahr eine außergewöhnlich große Herausforderung darstellen. Die Schließung der Straße von Hormus führt zwar nicht unmittelbar zu technischen Einschränkungen für die Gasversorgung Europas oder für die Befüllung der Speicher in Deutschland. Sie hat jedoch zu erheblichen Preissteigerungen auf den globalen LNG-Märkten geführt. Der daraus resultierende Bieterwettbewerb zwischen Asien und Europa treibt die Preise nach oben.

In der Folge hat sich der saisonale Sommer-Winter-Spread ins Negative gedreht. Gas ist für den kommenden Winter derzeit günstiger als für den Sommer verfügbar. Damit fehlen dem Markt derzeit jegliche ökonomischen Anreize zur Einspeicherung von Gas in die Speicher. Vor dem Hintergrund der historisch niedrigen Ausgangsfüllstände stellt dies ein erhebliches Risiko für die Vorbereitung der kommenden Winterversorgung dar.

Reformbedarf durch negativen „Sommer-Winter-Spread“

Die aktuellen Marktentwicklungen zeigen erneut die strukturellen Schwächen der bestehenden Rahmenbedingungen für die Speicherbefüllung. Nach Einschätzung vieler Marktakteure haben insbesondere die bisherigen Füllstandsvorgaben und die damit verbundenen Marktverzerrungen die Preisbildung verändert und die Anreize zur Einspeicherung deutlich reduziert. Der derzeit negative Sommer-Winter-Spread zeigt zudem, dass auch externe geopolitische Schocks die Marktanreize in kürzester Zeit vollständig aushebeln können.

Vor diesem Hintergrund stellt sich zunehmend die Frage, wie geeignete Rahmenbedingungen für die Speicherbefüllung künftig ausgestaltet werden müssen, um die Gasversorgungssicherheit zuverlässig zu gewährleisten. Gleichzeitig zeigt der europäische Vergleich, dass geeignete politische Rahmenbedingungen die Speicherbewirtschaftung deutlich stabilisieren können. Harmonisierte Regeln im EU-Binnenmarkt sind daher ein wichtiger Baustein, um Wettbewerbsnachteile für deutsche Speicher zu vermeiden.

INES fordert Resilienzreserve und Diskussion zu Marktrahmen

„Die Versorgung für den restlichen Winter ist gesichert. Die eigentliche Herausforderung liegt jetzt vor uns – bei der Wiederbefüllung der Speicher für den kommenden Winter“, so INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann. „Der negative Sommer-Winter-Spread zeigt deutlich, dass dem Markt derzeit jeglicher ökonomischer Anreiz zur Einspeicherung genommen worden ist. Der Status quo ist nicht tragfähig – bestehende Mechanismen sichern die Gasversorgungssicherheit nicht ausreichend ab, weil die Anreize zur Befüllung der Gasspeicher unzureichend sind. Der gesetzliche und regulatorische Rahmen muss weiterentwickelt werden, indem verbesserte Instrumente implementiert werden. Sollte der Staat den Aufbau einer strategischen Reserve als ein Instrument ins Auge fassen, empfehlen wir eine Dimensionierung von rund 78 TWh. Mit einer solchen Reserve könnten exogene Schocks – wie zum Beispiel ein Ausfall norwegischer Importpipelines – über 90 Tage ausgeglichen werden. Wichtig ist dabei ein gestufter Aufbau, der den Marktakteuren Zeit zur Anpassung gibt und gleichzeitig extreme Preisspekulationen verhindert.“

INES veröffentlicht alle zwei Monate Updates zu den INES-Gas-Szenarien. Das nächste Update ist für den 12. Mai 2026 geplant. Aktuelle Informationen zu den Gasspeicherfüllständen in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern können Sie jederzeit über die INES-Speicherkarte abrufen. Darüber hinaus können dort Speicherdaten nicht nur nach unterschiedlichen Speichertypen (Kavernen- und Porenspeicher) sondern auch nach Gasqualitäten (L-/H-Gas und Wasserstoff) gefiltert werden.

Hier geht es zur auführlichen Dokumentation zum März-Update.

(Quelle: INES)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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