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INES-Gas-Szenarien: Schleppende Befüllung der Gasspeicher in Deutschland

Mit dem aktuellen Juli-Update analysiert die Initiative Energien Speichern (INES) die Gasversorgungslage in Deutschland für den kommenden Winter. Derzeit sind rund 70 % der deutschen Gasspeicherkapazitäten durch Marktakteure gebucht – entsprechend können sie zu diesem Anteil befüllt werden. Für eine sichere Versorgung auch bei sehr kalten Temperaturen reicht ein Füllstand von 70 % jedoch nicht aus.

von | 09.07.25

INES: Das am 9. Juli veröffentlichte Update zeigt schleppende Befüllung der Gasspeicher in Deutschland
Bild: pixabay

Deutschland ist mit einem vergleichsweise niedrigen Füllstand von 29 % zum 1. April 2025 in das neue Speicherjahr gestartet. Seitdem schreitet die Einspeicherung nur langsam voran. Bis Ende Juni stieg der Füllstand auf 51 %, liegt damit jedoch deutlich unter dem langjährigen Mittel von knapp 70 % zu diesem Zeitpunkt.

Eine vollständige Befüllung der Gasspeicher bis zum 1. November 2025 ist bereits heute technisch nicht mehr möglich. Auf Basis der derzeit vermarkteten Kapazitäten können die Gasspeicher noch zu 70 % befüllt werden. Über das Gasspeichergesetz stehen der Bundesregierung jedoch Instrumente zur Verfügung, um den Füllstand darüber hinaus zu steigern.

Unzureichend befüllte Gasspeicher sind Risiko für die Versorgungssicherheit

Ausgehend von einem maximalen Gasspeicherfüllstand von 70 % ergeben sich folgende Szenarien für die Gasversorgung im Winter 2025/2026:

  • Bei mittleren bis warmen Temperaturen im Winter 2025/26 werden die Gasspeicher moderat bis umfangreich entleert. In beiden Szenarien lässt sich die gesetzliche Füllstandsvorgabe in Höhe von 30 % am 1. Februar 2026 einhalten.
  • Bei einem extrem kalten Winter werden die Speicher bereits bis Ende Januar 2026 vollständig entleert – eine vollständige Versorgung ist dann bei aktuellen Verbrauchsmustern nicht mehr möglich.

Sebastian Heinermann, Geschäftsführer von INES, kommentiert die Ergebnisse des Juli-Updates wie folgt: „Ausgehend vom aktuellen Buchungsstand werden die Gasspeicher rein marktwirtschaftlich zu maximal 70 % befüllt. Das Juli-Update zu den INES-Gas-Szenarien zeigt aber, dass ein Speicherfüllstand von 70 % nicht ausreicht, um die Gasversorgung in einem sehr kalten Winter zu gewährleisten. Selbst dann nicht, wenn die Gasspeicher in unseren Nachbarstaaten vollständig befüllt worden sind. Dabei wurden alle LNG-Terminals in Deutschland einberechnet. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die Bundesregierung Gas-Versorgungssicherheit im kommenden Winter vollständig gewährleisten wird.“

Hintergrund zu den INES-Gas-Szenarien

INES modelliert fortlaufend die europäischen Gasmärkte, um die Sicherheit der Gasversorgung einzuschätzen. Auf dieser Basis und unter Berücksichtigung der Speicherfüllstände zum 1. Juli 2025 wurden drei Szenarien für die Gasversorgung in Deutschland im Sommer 2025 und Winter 2025/26 betrachtet:

  • Im ersten Szenario werden die Temperaturen des EU-Wetterjahres 2016 länderspezifisch zugrunde gelegt, um normale Temperaturen zu betrachten.
  • Ein weiteres Szenario nimmt „warme Temperaturen“ wie im europäischen Winter 2020 an.
  • Ein drittes Szenario untersucht die Gasversorgung für „kalte Temperaturen“ entsprechend des europäischen Winters 2010.

Die INES-Szenarien für die Gasversorgung im Sommer und Winter 2025/26 wurden erstmalig mit dem Mai-Update vorgelegt. Mit dem Juli-Update erfolgte die erste Aktualisierung. INES veröffentlicht alle zwei Monate Updates zu den INES-Gas-Szenarien. Das nächste Update ist für den 16. September 2025 geplant.
Eine genaue Beschreibung der Szenarien und Ergebnisse erhalten Sie in einer ausführlichen Dokumentation. Ein darüber hinaus verfügbarer Foliensatz stellt zentrale Inhalte der Dokumentation übersichtlich dar.
Aktuelle Informationen zu den Gasspeicherfüllständen in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern können Sie jederzeit über die INES-Speicherkarte abrufen. Darüber hinaus können dort Speicherdaten nicht nur nach unterschiedlichen Speichertypen (Kavernen- und Porenspeicher), sondern auch nach Gasqualitäten (L-/H-Gas und Wasserstoff) gefiltert werden.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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