Laut INES zeigt das November-Update der verbandseigenen Gas-Szenarien, dass bei „extrem kalten Temperaturen“ ab Mitte Januar Unterdeckungen zu erwarten sind. INES appelliert an die Bundesregierung, „ihr Koalitionsversprechen einzulösen und in Zukunft wirksame Instrumente zur Sicherung der Gasspeicherbefüllung auf den Weg zu bringen“.
Am 1. April startetet das Speicherjahr in Deutschland mit einem Füllstand von 29 %. Trotz kontinuierlicher Befüllung über den Sommer hinweg, liegt der Speicherstand „jedoch im europäischen Vergleich und im Vergleich zur Vorjahresentwicklung deutlich“ niedriger, so der Verband.
Bis Anfang November erreichten die Gasspeicher nur einen Füllstand von 75 %. Sie liegen somit „spürbar unter dem Niveau früherer Jahre, verfehlten die im September-Update prognostizierten Werte und blieben sogar hinter dem zurück, was rein technisch und auf Basis der bestehenden Buchungen möglich gewesen wäre“, so INES weiter. Der Verband kritisiert, dass die Bundesregierung über das Gasspeichergesetz jederzeit hätte eingreifen können, um höhere Füllstände zu gewährleisten.
Versorgungsrisiko für Winter 2025/26 zeichnet sich ab
Aus dem tatsächlichen Startfüllstand von 75 % ergeben sich laut INES die folgenden Szenarien:
- Warme bis mittlere Temperaturen (Wetterjahre 2020 bzw. 2016): Die Gasspeicher leeren sich im Winter „moderat bis umfangreich“. So kann laut INES „die gesetzliche Füllstandsvorgabe von 30 % am 1. Februar 2026“ in beiden Fällen eingehalten werden.
- Extrem kalte Temperaturen (Wetterjahr 2010): Bereits Mitte Januar würde es laut INES zu einer vollständigen Speicherentleerung kommen. „Ein Verbrauchsniveau, das sich an den aktuellen Einsparungen orientiert“, könne in diesem Fall „nicht mehr vollständig gedeckt werden“. Im Vergleich zum September-Update würden die Unterdeckungen „noch größer“ ausfallen.
„Die Verschärfung der Risiken“ sei besonders auf den unerwartet niedrigen Startfüllstand, „den höheren Gasverbrauch der letzten vier Monate“ sowie die „schwächere Speicherbefüllung im EU-Binnenmarkt“ zurückzuführen.
Gasspeicherbefüllung: INES richtet Appell an Bundesregierung
„Das November-Update zeigt klar: Die Speicherbefüllung für den Winter 2025/26 reicht für den Fall eines extrem kalten Winters trotz der neuen LNG-Importkapazitäten nicht aus“, so Sebastian Heinermann, Geschäftsführer von INES. „Die bestehenden politischen Rahmenbedingungen wurden nicht genutzt, um höhere Füllstände sicherzustellen. Für die Zukunft ist es wichtig, dass die Bundesregierung – wie im Koalitionsvertrag angekündigt – Instrumente auf den Weg bringt, um eine versorgungssichere und kostengünstigere Befüllung der Gasspeicher sicherzustellen. Ein Blick auf die Speicherfüllstände anderer EU-Mitgliedstaaten zeigt sehr deutlich, dass die Wintervorsorge durch politische Rahmenbedingungen spürbar verbessert werden kann.“
Hintergrund zu INES-Gas-Szenarien
INES modelliert fortlaufend die europäischen Gasmärkte, um die Sicherheit der Gasversorgung einzuschätzen. Auf dieser Basis und unter Berücksichtigung der Speicherfüllstände zum 1. November 2025 wurden drei Szenarien für die Gasversorgung in Deutschland im Winter 2025/26 betrachtet:
- Im ersten Szenario werden die Temperaturen des EU-Wetterjahres 2016 länderspezifisch zugrunde gelegt, um normale Temperaturen zu betrachten.
- Ein weiteres Szenario nimmt „warme Temperaturen“ wie im europäischen Winter 2020 an.
- Ein drittes Szenario untersucht die Gasversorgung für „kalte Temperaturen“ entsprechend des europäischen Winters 2010.
Der Verband veröffentlicht alle zwei Monate Updates zu den Gas-Szenarien. Das nächste Update ist für den 20. Januar 2025 geplant.
Ausführliche Informationen finden Sie hier:
Präsentation zum November-Update
Dokumentation zum November-Update
Aktuelle Informationen zu den Gasspeicherfüllständen in Deutschland und in den einzelnen Bundesländern stellt die Initiative Energien Speichern e.V. über die INES-Speicherkarte zur Verfügung. Zusätzlich ist es möglich, dort Speicherdaten nicht nur nach unterschiedlichen Speichertypen (Kavernen- und Porenspeicher), sondern auch nach Gasqualitäten (L-/H-Gas und Wasserstoff) zu filtern.
(Quell: INES)









