(Beitrag von Niklas Pollaczek, Ingenieure ohne Grenzen e. V.)
Ingenieure ohne Grenzen e. V. ist eine gemeinnützige und unabhängige Organisation der Entwicklungszusammenarbeit. Der Verein unterstützt Menschen im Globalen Süden dort, wo technische Zusammenarbeit nötig und möglich ist. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen entwickelt und realisiert Ingenieure ohne Grenzen angepasste technische Lösungen. Dabei entsteht Grundinfrastruktur, die Lebensbedingungen dauerhaft verbessert.
Die Projekte sichern eine Wasser- und Sanitärversorgung vor Ort, bauen Bildungseinrichtungen auf und aus und sorgen für Stromversorgung. Der Verein folgt dabei den Prinzipien Nachhaltigkeit, partnerschaftliche Zusammenarbeit und Hilfe zur Selbsthilfe. Schulungen und Workshops befähigen die Menschen vor Ort dazu, die Projekte eigenständig zu betreiben, zu warten und weiterzuentwickeln.
Weltweit sterben jährlich Millionen Menschen, insbesondere Kinder, an Krankheiten, die fehlende sanitäre Einrichtungen und verschmutztes Wasser verursachen. Eine sichere Grundinfrastruktur ist daher keine Selbstverständlichkeit. Ingenieure ohne Grenzen engagiert sich zudem deutschlandweit in Bildungsprojekten, fördert interkulturellen Austausch und vermittelt technisches Wissen. Rund 900 Ehrenamtliche tragen die Arbeit des Vereins. Sie sind in 28 Regionalgruppen organisiert und bringen Kompetenzen aus unterschiedlichen technischen Berufen ein.
Neues Schulprojekt im Massai-Dorf Olasiti
In Olasiti, einem Massai-Dorf in Kenia, hat Ingenieure ohne Grenzen eines der jüngsten Projekte gestartet. Die dortige Community School bietet vielen Kindern keine ausreichenden Lernbedingungen: Das Schulgebäude stammt aus den 1990er-Jahren und ist marode. Aktuell lassen sich vor Ort nur 4 von 6 notwendigen Grundschulklassen anbieten. Wasserknappheit und Folgen des Klimawandels belasten zusätzlich die Gemeinschaft und den Schulalltag.
Gemeinsam mit der Gemeinde und lokalen Partnern will Ingenieure ohne Grenzen die Infrastruktur weiterentwickeln und die Schule um 2 weitere Grundschulklassen sowie einen Kindergarten erweitern. Ziel ist es, langfristig rund 200 Kindern Bildung zu ermöglichen und die Wasserversorgung zu verbessern. Ein Team von Ingenieure ohne Grenzen hat die Region vor Kurzem besucht, um eine technische Bestandsaufnahme mit der gemeinsamen Zukunftsplanung zu verbinden.
Neben Gesprächen mit den Stakeholdern hat das Team umfangreiche ingenieurtechnische Untersuchungen durchgeführt: Es hat das Schulgebäude und die Sanitäranlagen vermessen, fotografisch dokumentiert und per 3D-Scan erfasst. Zusätzlich hat das Team die Wasserversorgung und die Wasserqualität untersucht, die vorhandene Photovoltaikanlage analysiert, kleinere Reparaturen durchgeführt und sicherheitsrelevante Mängel behoben.
Bei Besuchen von Schulen, Baustellen und lokalen Baustoffhändlern hat das Team regionale Bauweisen und Materialien kennengelernt. Bei einer Versammlung der lokalen Gemeinschaft hat das Team 5 Architekturentwürfe vorgestellt. Die Mehrheit der Gemeinschaft hat sich für einen Entwurf entschieden, der sich an der Struktur eines traditionellen Massai-Dorfes orientiert. In der nächsten Projektphase wertet Ingenieure ohne Grenzen die gewonnenen Daten aus und vertieft die Planungen.
Künftig regelmäßige Berichterstattung im 3R Newsletter
Im Newsletter berichten wir künftig regelmäßig über Projekte von Ingenieure ohne Grenzen. In einer wiederkehrenden Rubrik stellt die Redaktion einzelne Vorhaben des Vereins vor und zeigt, wie ehrenamtliches Engagement technische Lösungen für die Grundversorgung weltweit schafft.
Kostenlos zum 3R-Newsletter anmeldenVerein finanziert sich über Spenden
Wissensaustausch, Partizipation und die Identifikation der Menschen vor Ort bilden die Grundlage für den Erfolg der Projekte. Damit weitere Vorhaben voranschreiten können, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Über das Spendenformular auf der Website von Ingenieure ohne Grenzen können Interessierte die Arbeit unterstützen.






