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Karl-Heinz Flick verabschiedet sich aus dem Güteausschuss

Mit Bau-Ass. Dipl.-Ing. Karl-Heinz Flick hat sich im Juni auf der 37. Mitgliederversammlung in Baden-Baden ein Mann vom Güteausschuss der Gütegemeinschaft Kanalbau verabschiedet, dessen berufliches Wirken in der Industrie nach eigener Aussage von Beginn an mit dem Thema Güteschutz verbunden ist.

von | 20.06.24

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in Baden-Baden verabschiedet sich Karl-Heinz Flick (2.v.r.) vom Güteausschuss
Foto: Güteschutz Kanalbau

Flick gehörte mehr als zwei Jahrzehnte dem Güteausschuss an und hat sich auch darüber hinaus stets für mehr Qualität im Kanalbau engagiert. Im Interview lässt er wichtige Stationen seiner Tätigkeit für die Organisation Revue passieren und wirft einen Blick in die Zukunft.

Herr Flick, wenn Sie auf Ihr langes Berufsleben zurückblicken, wann haben Sie angefangen, sich mit dem Thema RAL-Gütesicherung auseinanderzusetzen?
Karl-Heinz Flick: Ich habe den Großteil meines Berufslebens bei der ehemaligen Steinzeug GmbH – heute Steinzeug-Keramo GmbH – verbracht. Und auch meine persönlichen Erfahrungen mit RAL-Gütezeichen reichen bis in diese beruflichen Anfänge zurück. So gab es beispielsweise ein RAL-Gütezeichen Steinzeug. Und in einem Unternehmen, welches Produkte für den Kanal- und Leitungsbau entwickelt, herstellt und vertreibt, habe ich mich als Ingenieur bereits in den 1980er und 1990er Jahren mit Regelwerken und Normungen auseinandergesetzt. In dieser Zeit wurde die Entwicklung nationaler und europäischer Standards für die offene und geschlossene Bauweise beschleunigt und zu den Sanierungsverfahren wurde auf Ebene der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) begonnen. Hinzu kamen unternehmensbezogene Zulassungen des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) aber gerade beim Regelwerk herrschte dringender Bedarf. Hier galt es, Grundlagen zu erarbeiten und Wissen über neue technische Inhalte zu schaffen – das ist für mich übrigens ein Dauerthema bis heute. Und bei der intensiven Beschäftigung mit diesen Themen war es für mich letztendlich auch immer wichtig, den Gedanken des Güteschutzes hier mit einzubringen.

Wie kommt an der Stelle das RAL-Gütezeichen ins Spiel?
Flick: Ich war immer der Meinung, dass das Thema Gütezeichen gerade auch für den Kanalbau von immenser Bedeutung ist. Die RAL-Gütesicherung gibt Verbrauchern und der Wirtschaft – insbesondere öffentlichen und privaten Auftraggebern – Sicherheit in Bezug auf zuverlässige, solide und vertrauenswürdige Produkte oder Leistungen von gleichbleibend hoher Güte. In diesem Sinne war und ist Gütesicherung Kanalbau ein äußerst wichtiges Instrument für die Auftraggeber. Sie prüfen daher vor Vergabe konsequent die Eignung der Bieter und Dienstleister besonders in Hinblick auf die Fachkunde. Bei dieser Aufgabe kann der Auftraggeber auf das System der RAL-Gütesicherung Kanalbau zurückgreifen. Das System ist bewährt, berücksichtigt bestehende vergaberechtlichen Regelungen und minimiert darüber hinaus den Aufwand für alle Beteiligten.

Was ist für Sie in diesem Zusammenhang noch von Bedeutung?
Flick: Ganz wichtig für mich ist der Anspruch zur Selbstverpflichtung. Die Unternehmen und Institutionen, die sich auf ein System wie die RAL-Gütesicherung einlassen, müssen voll und ganz dahinterstehen und den Gedanken auch leben nach dem Motto „ich will meine eigene Qualität über die Gütesicherung weiterentwickeln“. Das erfordert ein hohes Maß an Engagement aber auch Begeisterung für das Thema, denn nur so können die hiermit verbundenen Ansprüche erfüllt, die Gütesicherung weiterentwickelt und ein schlagkräftiges Instrument für die Zukunft geschaffen werden. Bei der RAL-GZ 961 handelt es sich nicht um einmal festgelegte und für alle Zeiten gültige Regeln; diese Grundlagen sind dynamisch und werden stetig weiterentwickelt.

Das ist ein wichtiger Baustein in der Arbeit des Güteausschusses, indem Sie über zwei Jahrzehnte mitgearbeitet haben?
Flick: Ja, es handelt sich um eine wesentliche Aufgabe des Güteausschusses. Er ist das zentrale Organ zur Verwirklichung des Gütesicherungsgedankens. Die von der Mitgliederversammlung gewählten Mitglieder prüfen Gütezeichenanträge sowie Ergebnisse der Baustellen- und Firmenprüfungen und leiten gegebenenfalls Ahndungen ein. Ebenso steht die Diskussion aktueller branchenrelevanter Themen regelmäßig auf der Tagesordnung, so etwa technische Entwicklungen auf den Baustellen, geänderte Anforderungen aus dem Regelwerk oder die Umsetzung der Anforderungen aus den Güte- und Prüfbestimmungen. Eine weitere wesentliche Aufgabe des Güteausschusses ist die Aktualisierung der Güte- und Prüfbestimmungen RAL-GZ 961 oder aber auch die Gestaltung und Einführung neuer Beurteilungsgruppen.

Wie wird Gütesicherung Kanalbau heute wahrgenommen – als notwendiges Übel oder als Qualitätsinstrument?
Flick: Das System Gütesicherung Kanalbau erfährt heute eine hohe Akzeptanz, dass zeigen unter anderem die seit Jahren kontinuierlich steigenden Mitgliederzahlen und insbesondere auch die Zahl der Gütezeichen bei den Unternehmen. Diese erfreuliche Entwicklung ist nicht zuletzt auf die konsequente Arbeit aller am System beteiligten Personenkreise und das Engagement der Mitarbeiter der Gütegemeinschaft zurückzuführen, deren Aufgabe unter anderem darin besteht, Verständnis zu wecken und Zusammenhänge klarzumachen. Auf der anderen Seite sind auch die Gütezeicheninhaber gefordert. Hier ist es wichtig, dass der Gütesicherungsgedanken in den Unternehmen von der Führungsebene bis zur Ausführung vor Ort heruntergebrochen wird. Hinzu kommt, dass sich in unserer Gesellschaft und damit auch in unserer Branche zunehmend ein Bewusstsein für wichtige Begriffe wie Nachhaltigkeit und Generationenverantwortung gebildet hat.

Was sind für Sie die Bausteine dieser Erfolgsgeschichte?
Flick: Die Mitglieder der Gütegemeinschaft profitieren zunehmend von einem stetig wachsenden Dienstleistungspaket. In dieser Hinsicht tut der Güteschutz Kanalbau mittlerweile viel mehr als zu Beginn. In den ersten Jahren erhielt man ein Dokument mit dem Namen einer Beurteilungsgruppe und musste sich um die anderen Dinge selber kümmern. Mitglied in der Gütegemeinschaft Kanalbau zu sein heißt heute, gut informiert zu sein und ein breitgefächertes Angebot nutzen zu können, dass von der Teilnahme an Veranstaltungen, die Nutzung von Fachinformationen bis hin zur Unterstützung bei der fachtechnischen Qualifizierung reicht. Beispielhaft nennen möchte ich hier die Firmenseminare, aber auch die Zugriffsmöglichkeiten auf Regelwerke und technisches Know-how wie zum Beispiel Ausarbeitungen zum Thema Flüssigböden oder Musterstatiken.

Sie haben an mehr als 100 Güteausschusssitzungen teilgenommen, was wünschen Sie sich in puncto Gütesicherung Kanalbau für die Zukunft?
Flick: Zum einen wünsche ich mir, dass das Dienstleistungspaket Gütesicherung Kanalbau weiter ausgebaut wird, denn es ist die Basis für die weitere positive Entwicklung der Gütegemeinschaft. Zum anderen – und das ist mir ein ganz wichtiges Anliegen – wünsche ich mir, dass das Thema Erfolgskontrolle mit einbezogen wird. Es werden Aufträge vergeben, Kanäle neu gebaut oder saniert, inspiziert oder gereinigt. Dann erfolgt eine Abnahme und damit die Überprüfung einer fachgerecht ausgeführten Bauleistung, die nicht zuletzt mit Blick auf die Anforderungen der Gütesicherung Kanalbau erfolgreich erledigt wurden. Hier sollte eine Möglichkeit geschaffen werden, dass auch entsprechend zu dokumentieren – vielleicht über die in das System der Gütesicherung Kanalbau integrierten Referenzen.

Herr Flick, wir wünschen Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute und bedanken uns für das Gespräch.

(Quelle: Güteschutz Kanalbau)

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