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Klimaanpassung: Hamm auf dem Weg zur Schwammstadt

Mit der Zunahme von Extremwetterereignissen spielt Regenwasser bei der Klimaanpassung in Städten eine zentrale Rolle. Die Zukunftsinitiative Klima.Werk setzt sich für den Umbau von öffentlichen und privaten Infrastrukturen ein – und hat mit der Stadt Hamm ein neues Mitglied.

von | 20.08.25

Begrüßung der Stadt Hamm im Klima.Werk
Copyright: Thorsten Hübner/Stadt Hamm
klimawerk

Mit der Stadt Hamm wächst das Netzwerk von Emschergenossenschaft, Lippeverband und Kommunen und die Stadt verpflichtet sich zum Handeln für eine klimaresiliente Region. Man arbeite aufgrund zunehmender Extremwetterereignisse „an der Anpassung der wasserwirtschaftlichen, städtischen und privaten Infrastrukturen an den Klimawandel“, so Dr. Frank Obenaus, Technischer Vorstand von Lippeverband und Emschergenossenschaft.

Stadtplanung und Wasserwirtschaft gehen Hand in Hand

Diesen Umbau der Region auf öffentlichen und privaten Flächen betreiben die Wasserwirtschaftsverbände zusammen mit Kommunen in der Zukunftsinitiative Klima.Werk.

„Dabei denken wir Stadtplanung und Wasserwirtschaft zusammen“, so Obenaus weiter, „um Überflutungsschutz zu gewährleisten und die Folgen des Klimawandels abzumildern. Mehr Grün und mehr Wasser in der Stadt bedeutet für Bürgerinnen und Bürger mehr Sicherheit, aber auch mehr Lebensqualität. Wir freuen uns deshalb sehr, die Stadt Hamm als neues Mitglied in der Zukunftsinitiative Klima.Werk begrüßen zu können.“

In einer entsprechenden Erklärung des Netzwerks, die auch Hamm unterzeichnet hat, verpflichten sich die Kommunen, „im Rahmen ihrer kommunalen Bauleitplanung die formulierten Ziele und Maßnahmen zur Klimaanpassung zu berücksichtigen, bei eigenen Immobilien und Flächen mit gutem Beispiel voranzugehen und andere bei der Umsetzung von Maßnahmen mit ihren Möglichkeiten zu unterstützen”, wie es darin heißt.

Zentrale Rolle des Regenwassers

Im Mittelpunkt der Maßnahmen des Klima.Werks steht der wasserbewusste Stadtumbau bzw. Umbau zur Schwammstadt. Zentral ist dabei die Rolle des Regenwassers: Es soll nicht mehr zusammen mit Schmutzwasser aus Haushalten oder von anderen Flächen in die Kanalisation und zur Kläranlage abgeleitet werden, sondern vor Ort gespeichert, aufgefangen oder versickert werden. Diese naturnahe Regenwasserbewirtschaftung stärkt den natürlichen Wasserkreislauf und damit zum Beispiel Grundwasser oder Gewässer. Sie führt aber auch dazu, das Regenwasser verdunsten kann und so die Lufttemperatur kühlt oder zur Bewässerung von Pflanzen zur Verfügung steht.

Gefährdungspotenzial von Starkregen und Hitze minimieren Je mehr Speicherkapazitäten und Ablaufflächen es für Niederschlag gibt, desto geringer ist auch das Gefährdungspotenzial von Starkregen. Je mehr Grün und damit Verdunstungsflächen es gibt, desto besser funktionieren Kühlung und Frischluftzufuhr. Verschiedene bauliche Maßnahmen sind dafür notwendig: Dach- und Fassadenbegrünungen, die Abkopplung der Niederschlags-Entwässerung von der Kanalisation, die Entsiegelung von Flächen, der Bau von unterirdischen Speichern (Rigolen), Versickerungsmulden oder multifunktionalen Flächen.

Netzwerk bereits seit 2005 aktiv

Zum Klima.Werk gehören aktuell alle 16 Städte und Gemeinden entlang der Emscher sowie aus dem Lippeverbandsgebiet Dorsten, Oer-Erkenschwick, Datteln und Hamm. Weitere Lippeverbands-Kommunen wollen dem Netzwerk beitreten. Die Zukunftsinitiative Klima.Werk In der Zukunftsinitiative Klima.Werk arbeiten Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit Städten der Emscher-Lippe-Region an einer wasserbewussten Stadt- und Raumentwicklung, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität in den Quartieren zu steigern. Der grün-blaue Umbau startete 2005 mit der Zukunftsvereinbarung Regenwasser (ZVR) von Emschergenossenschaft, Emscher-Kommunen und dem Land NRW und entwickelte sich 2014 zur Zukunftsinitiative “Wasser in der Stadt von morgen” weiter, jetzt Zukunftsinitiative Klima.Werk.

Unter dem Dach des Klima.Werks wird das Ruhrkonferenz-Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ des Landes Nordrhein-Westfalen umgesetzt, an dem sich seit 2020 alle Wasserverbände der Region beteiligen. Die Förderkulisse des Projekts umfasst das Gebiet des Regionalverbandes Ruhr (53 Städte und Gemeinden). In den klimafesten Wandel sollen bis 2030 rund 250 Millionen Euro investiert und in ausgewiesenen Gebieten 25 Prozent der befestigten Flächen abgekoppelt und die Verdunstungsrate um 10 Prozentpunkte gesteigert werden. Die Serviceorganisation der Zukunftsinitiative bei Emschergenossenschaft und Lippeverband setzt mit den Städten die Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung um.

Weitere Informationen (auch zu Förderung von Projekten) auf www.klima-werk.de.

(Quelle: Emschergenossenschaft und Lippeverband)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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